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SCHWARZKOPIE28
VOM HACKER ZUM CRACKER
Während in Industrie und Wissenschaft der Umgang mit Computern
immer selbstverständlicher wurde, war für den Privatanwender zu-
nächst der Faktor Unterhaltung ein entscheidender Kaufanreiz. An-
fang der 80er Jahre schossen in den USA, kurze Zeit später auch in
Europa Spielhallen wie Pilze aus dem Boden. Unzählige Jugendliche
stĂĽrmten die Videospieltempel, in denen ein elektronischer Gegner
auf die Herausforderung wartete.
Schon bald konnten sich die ersten Anwender den SpaĂź auch nach
Hause holen.Aus dem »Home Entertainment« wurde schließlich der
»Home Computer« geboren. Die kleinen, damals noch leistungs-
armen Computer waren mittlerweile fĂĽr jeden Interessierten zu er-
schwinglichen Preisen im Handel erhältlich.Bereits Ende 1981 gab es
zahlreiche Minicomputer auf dem Markt, die oft nicht größer waren
als ein Aktenordner. Die Tastatur bestand teilweise aus unkomforta-
blen Folientasten, als Monitor mußte man häufig den hauseigenen
Fernseher an den Computer anschlieĂźen.
Speicherkapazität und Prozessorgeschwindigkeit waren keine ent-
scheidenden Merkmale. Festplatten und Disketten waren fĂĽr den
Privatanwender zunächst gar nicht vorgesehen. Gespeichert wurde
die Software vielmehr auf handelsĂĽblichen Musikkassetten, die mit
Hilfe entsprechender Laufwerke in den Computer geladen wurden.
Diese trugen zwar klangvolle Namen wie Datasette, unterschieden
sich jedoch kaum von einem normalen Kassettenspieler.
Lange Ladezeiten einer Software gehörten zum Alltag des Anwen-
ders.So dauerte das Laden eines Computerspiels mit ca.64 Kilobytes
bis zu zehn Minuten. Im Vergleich dazu kann ein Computerspiel von
200.000 Kilobytes heute innerhalb von Sekunden gestartet werden.
Die Speichermedien zu kopieren war fĂĽr einen technisch versier-
ten Anwender keine groĂźe Herausforderung.Er brauchte dazu ledig-
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book No Copy - Die Welt der digitalen Raubkopie"
No Copy
Die Welt der digitalen Raubkopie
- Title
- No Copy
- Subtitle
- Die Welt der digitalen Raubkopie
- Authors
- Jan Krömer
- Evrim Sen
- Publisher
- Tropen Verlag
- Location
- Leipzig
- Date
- 2007
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 2.0
- ISBN
- 3-932170-82-2
- Size
- 13.9 x 19.0 cm
- Pages
- 314
- Keywords
- Raubkopie, Werk, Digitalisierung, Vervielfältigung, Privatgebrauch
- Categories
- Medien
- Recht und Politik
Table of contents
- 1. DIE GESCHICHTE DER SCHWARZKOPIE
- 2. KOPIE DER KOPIE DER KOPIE
- 3. ALL YOU CAN EAT
- 4. DIE KUNST DES CRACKENS
- 5. CRACKERETHIK
- 6. RAUB, KOPIE, PHILOSOPHIE
- 7. IM PARAGRAPHENDSCHUNGEL
- 8. DAS IMPERIUM UND SEINE REBELLEN
- 9. AUFRUHR IM SYSTEM
- NACHWORT 256
- INTERVIEWS
- GLOSSAR 279
- ANMERKUNGEN 290