Gerichtsbezirk Judenburg

Gerichtsbezirk Judenburg
Karte des Gerichtsbezirks Judenburg
 Gerichtsbezirk Judenburg
 Landesgericht Leoben
Basisdaten
Bundesland Steiermark
Bezirk Murtal
Sitz des Gerichts Judenburg
Kennziffer 6201
zuständiges Landesgericht  Leoben
Fläche 1097.67 km2
Einwohner 44.659 (1. Jänner 2012)

Der Gerichtsbezirk Judenburg ist ein dem Bezirksgericht Judenburg unterstehender Gerichtsbezirk im Bundesland Steiermark. Er umfasste bis 2011 den gesamten Bezirk Judenburg, der mit dem Bezirk Knittelfeld zum Bezirk Murtal zusammengefasst wurde.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Gerichtsbezirk Judenburg wurde durch eine 1849 beschlossene Kundmachung der Landes-Gerichts-Einführungs-Kommission geschaffen und umfasste ursprünglich die 25 Gemeinden Allersdorf, Feistritz, Feistritzgraben, Fisching, Fohnsdorf, Frauendorf, Judenburg, Kumpitz, Möschitzgraben, Murdorf, Oberweg, Pichl, Pichlhofen, Pöls, Reifling, Reißstraße, Rothenthurm, Scheiben, Schoberegg, St. Georgen, St. Peter, Unzmarkt, Waltersdorf, Weißkirchen und Wöll.[1] Der Gerichtsbezirk Judenburg bildete im Zuge der Trennung der politischen von der judikativen Verwaltung[2] ab 1868 gemeinsam mit den Gerichtsbezirken Knittelfeld, Obdach und Oberzeiring den Bezirk Judenburg.[3]

1874 wurde durch die Abtrennung der Katastralgemeinden Zeltweg und Farrach von der Gemeinde Fohnsdorf die Gemeinde Zeltweg gebildet. Nach dem Ersten Weltkrieg kamen zum Gerichtsbezirk Judenburg zudem die Gemeinden Granitzen, Kienberg, Lavantegg, Obdach, Obdachegg, Prethal und Schwarzenbach hinzu, die per 1. Juni 1923 vom aufgelösten Gerichtsbezirk Obdach übernommen wurden. Durch Gemeindezusammenlegungen reduzierte sich die Zahl der Gemeinden im Gerichtsbezirk Judenburg bis in die Mitter der 1970er Jahre auf die 17 Gemeinden Amering, Eppenstein, Fohnsdorf, Judenburg, Maria Buch-Feistritz, Obdach, Oberweg, Pöls, Reifling, Reisstraße, St. Anna am Lavantegg, St. Georgen ob Judenburg, St. Peter ob Judenburg, St. Wolfgang-Kienberg, Unzmarkt-Frauenburg, Weißkirchen in Steiermark und Zeltweg.[4] Nachdem die Bundesregierung per Verordnung die Auflösung des Gerichtsbezirks Oberzeiring beschlossen hatte, wurde per 1. Oktober 1976 der Gerichtsbezirk Judenburg auf den gesamten politischen Bezirk Judenburg ausgedehnt.[5] Der Gerichtsbezirk Judenburg übernahm dadurch die Gemeinden Bretstein, Hohentauern, Oberkurzheim, Oberzeiring, Pusterwald, St. Johann am Tauern und St. Oswald-Möderbrugg vom Gerichtsbezirk Oberzeiring.[4]

Der 1946 vom Bezirk Judenburg abgetrennte Bezirk Knittelfeld[6] wurde per 1. Jänner 2012 mit dem Bezirk Judenburg wieder zu einem Bezirk, diesmal mit dem Namen „Murtal“, vereinigt,[7] der nun zwei Gerichtsbezirke umfasst.

Gerichtssprengel

Der Gerichtssprengel umfasst mit den 24 Gemeinden Amering, Bretstein, Eppenstein, Fohnsdorf, Hohentauern, Judenburg, Maria Buch-Feistritz, Obdach, Oberkurzheim, Oberweg, Oberzeiring, Pöls, Pusterwald, Reifling, Reisstraße, Sankt Anna am Lavantegg, Sankt Georgen ob Judenburg, Sankt Johann am Tauern, Sankt Oswald-Möderbrugg, Sankt Peter ob Judenburg, Sankt Wolfgang-Kienberg, Unzmarkt-Frauenburg, Weißkirchen in Steiermark und Zeltweg das Gebiet des ehemaligen Bezirks Judenburg.

Einzelnachweise

  1. Allgemeines Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Kronland Steiermark. 1850, XXI. Stück, Nr. 378: Erlass des Statthalters vom 20. September 1850, womit die nach dem provisorischen Gesetze vom 17. März 1849 errichteten neuen Ortsgemeinden mit ihrer Zutheilung in die politischen Gerichts- und Steueramts-Bezirke in dem Kronlande Steiermark bekannt gemacht werden.
    Allgemeines Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Kronland Steiermark. 1850 (Beilage Kreis Bruck)
  2. Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1868, XVII. Stück, Nr. 44. Gesetz vom 19. Mai 1886 über die Einrichtung der politischen Verwaltungsbehörden in den Königreichen …
  3. Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1868, XLI. Stück, Nr. 101: Verordnung vom 10. Juli 1868
  4. a b Österreichische Akademie der Wissenschaften: Historisches Ortslexikon. Steiermark. 1. S. 140
  5. BGBl. Nr. 353/1976
  6. Landesgestzblatt für das Land Steiermark: Stück 1, Nr. 3: Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung von 20. Februar betreffend die Errichtung einer Bezirkshauptmannschaft in Knittelfeld.
  7. LGBl. Nr. 103/2011 Stück 36: Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung vom 20. Oktober 2011 über Sprengel, Bezeichnung und Sitz der Bezirkshauptmannschaften in der Steiermark

Literatur