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vom 07.02.2017, aktuelle Version,

Bahnstrecke Absdorf-Hippersdorf–Krems an der Donau

Absdorf-Hippersdorf–Krems an der Donau
Streckennummer (ÖBB): 111 01
Kursbuchstrecke (ÖBB): 810
820
Streckenlänge: 31,5 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Netzkategorie: A
Streckenklasse: D4
Stromsystem: 15 kV / 16,7 Hz ~
Maximale Neigung: 6 
Minimaler Radius: 200 m
Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h
Franz-Josefs-Bahn von Wien
0,000 Absdorf-Hippersdorf 182 m ü. A.
Franz-Josefs-Bahn nach České Velenice
4,372 Königsbrunn-Unterstockstall (bis 12. Dezember 2015)
7,402 Kirchberg am Wagram 183 m ü. A.
Kamptal Straße
12,819 Fels
16,469 Wagram-Grafenegg
20,578 Etsdorf-Straß
Kamp
Kamptalbahn von Sigmundsherberg
22,108 Hadersdorf am Kamp 202 m ü. A.
24,556 Gedersdorf (Awanst)
27,245 Rohrendorf
27,850 HOA/FOA/SOA-Anlage
28,926 Krems an der Donau-Nord
29,135 AB Kremser Hafen- und Industriebahn Ges.m.b.H.
Kremser Straße
30,515 Krems an der Donau-Vorbf
Krems
31,466 Krems a.d. Donau 196 m ü. A.
Wachaubahn nach Emmersdorf
nach Herzogenburg

Die Bahnstrecke Absdorf-Hippersdorf–Krems an der Donau ist eine eingleisige, elektrifizierte Hauptbahn im österreichischen Bundesland Niederösterreich. Sie gehört zum Kernnetz der ÖBB Infrastruktur AG. Da die Bahnstrecke als Flügelbahn von der Kaiser Franz-Josephs-Bahn-Gesellschaft errichtet wurde, wird sie umgangssprachlich einfach als Franz-Josefs-Bahn[1] oder als „Kremser Ast“[2] der Franz-Josefs-Bahn bezeichnet.

Geschichte

Nach der Eröffnung der Franz-Josefs-Bahn zwischen Wien und Budweis im Jahr 1870 wurde der Bau der Strecke zwischen Krems und Absdorf-Hippersdorf begonnen. Der Initiator der Bahnstrecke war die k.k. privilegierte Kaiser Franz-Josephs-Bahn (KFJB), diese war eine Privateisenbahngesellschaft in Österreich, welche ihren Namen zu Ehren von Kaiser Franz Joseph erhalten hatte. Es wurden vier Baukanzleien in Krems, Hadersdorf am Kamp, Kirchberg am Wagram und Absdorf-Hippersdorf eingerichtet, von denen die Bauarbeiten gleichzeitig starteten. Die Strecke wurde am 10. Jänner 1872 als Flügelstrecke der Franz-Josefs-Bahn für den Personen- und Güterverkehr eröffnet. Zunächst wurde der heutige Bahnhof Etsdorf-Straß als Bahnhof Hadersdorf und später als Bahnhof Hadersdorf-Etsdorf geführt. Erst mit der Eröffnung der Kamptalbahn 1889 wurde der heutige Bahnhof Hadersdorf errichtet und zunächst Hadersdorf Lokalbahn benannt. Am 2. April 1945 forderte ein alliierter Bombenangriff auf den Kremser Bahnhof, der die Strecke in diesem Bereich schwer beschädigte, über 100 Tote, woran heute eine Gedenktafel am Bahnhofsgebäude erinnert. Nach zwei Jahren Bauzeit wurde am 24. September 1982 mit einem Sonderzug die Elektrifizierung der Bahnstrecke durch den damaligen Verkehrsminister Karl Lausecker eröffnet.[3] Im Dezember 2009 wurde die S-Bahn Linie 4 von Krems über Stockerau nach Wien-Meidling durch die S-Bahn Linie 3 ersetzt, diese fährt jedoch nur mehr bis Absdorf-Hippersdorf.

Technik

Die Strecke ist mit der Zugsicherung PZB ausgestattet und gehört zur Streckenklasse D4 beziehungsweise zwischen Hadersdorf am Kamp und Krems an der Donau zur Streckenklasse D3. Der Bahnhof Etsdorf-Straß wird von Hadersdorf am Kamp fernbedient, während die Bahnhöfe Kirchberg am Wagram, Hadersdorf am Kamp und Krems an der Donau örtlich besetzt sind. Fels wird vom ESTW Absdorf-Hippersdorf aus gesteuert. Zwischen circa 23:00 Uhr und circa 04:00 Uhr ist die Strecke unbesetzt und geschlossen. Die im Kilometer 27,850 befindliche Heißläuferortungsanlage/Festbremsortungsanlage für Klotzbremsen/Scheibenbremsortungsanlage (HOA/FOA/SOA) kontrolliert mittels Infrarotsensoren die Temperatur der Achslager und Klotz- und Scheibenbremsen vorbeifahrender Züge. Im Falle eines Alarms wird der betroffene Zug im Wagenuntersuchungsbahnhof Krems an der Donau angehalten und überprüft. Die Überwachung der Anlage ist in das Betriebsinformationssystem des Bahnhofes Krems an der Donau eingebunden.

Personenverkehr

Die Strecke wird im Personenverkehr stündlich durch Regionalexpress-Züge von und nach Wien Franz-Josefs-Bahnhof befahren. Diese Züge durchfahren die Halte Gedersdorf und Rohrendorf. Weitere Züge fahren über die Kamptalbahn von und nach Sigmundsherberg und bedienen die Stationen Gedersdorf und Rohrendorf. Mit Fahrplanwechsel Dezember 2012 verkehrt erstmals ein Zugpaar über Tulln Stadt und die neue Westbahn zum Wiener Westbahnhof. Während der Sperre der Tullner Donaubrücke im Jahr 2009 gab es darüber hinaus einzelne Züge, die über Stockerau und die S-Bahn Stammstrecke von und nach Payerbach-Reichenau fuhren. Die REX bestehen aus einem Doppelstock-Wendezug und einer Lok der Baureihe 1142 oder 1144, die Regionalzüge führt meist ein Dieseltriebwagen der Baureihe 5047.

Güterverkehr

Im Güterverkehr wird die Strecke vorrangig durch Verschubgüterzüge befahren, diese bedienen auch die im Kilometer 24,556 gelegene Ausweichanschlussstelle Gedersdorf. Die Fahrten finden an Werktagen außer Samstag größtenteils am Vormittag statt. Weiterhin befahren auch Direktgüterzüge sowie internationale Containerzüge von und nach Krems an der Donau die Strecke. Diese Fahrten finden nur an gewissen Wochentagen und teilweise nur nach Bedarf statt.

Kritik

Da die Bahnstrecke bis auf das Kremser Stadtgebiet und die Bahnhofsbereiche eingleisig ist, müssen die Züge regelmäßig in den Bahnhöfen auf Gegenzüge warten, um ihre Fahrt fortsetzen zu können. Diese Wartezeiten können bis zu 7 Minuten pro Bahnhof betragen und verlängern so die Fahrzeit. Dennoch ist, trotz einer ständigen Erhöhung der Zugdichte, laut ÖBB Infrastruktur kein zweigleisiger Ausbau geplant[4].

Bilder

Siehe auch

  Commons: Bahnstrecke Absdorf-Hippersdorf–Krems an der Donau  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. http://wirtschaftsstandort.krems.at/cms/website.php?id=Verkehr-Infrastruktur-Schiene
  2. http://www.vvnb.at/online/page.php?P=420
  3. http://www.g4v.info/kufe/franzjosefsbahn_bahnhof_fels.html
  4. http://www.oebb.at/infrastruktur/de/5_0_fuer_Generationen/5_4_Wir_bauen_fuer_Generationen/5_4_1_Schieneninfrastruktur/Donauachse_Westbahn/index.jsp