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vom 13.04.2017, aktuelle Version,

St. Johann und Paul (Graz)

Kirche St. Johann und Paul, Graz
St. Johann und Paul von der Aussichtsplattform östlich der Kirche aus gesehen

Die Kirche St. Johann und Paul ist eine kleine römisch-katholische Bergkirche im 15. Grazer Gemeindebezirk Wetzelsdorf. Sie befindet sich im Eigentum der Stadt Graz und ist als Messkapelle der Pfarre Graz-Christkönig im Dekanat Graz-West der Stadtkirche Graz unterstellt.

Geschichte und Gestaltung

Die Kirche liegt von Wald umgeben auf einem Hügelrücken über Wetzelsdorf. Im Jahr 1507 wurde erstmals eine Wallfahrtskirche namens St. Johann am Kögelein erwähnt und war Johannes dem Täufer geweiht[1]. Der Kirchenbau wurde im Stil der Spätrenaissance errichtet. Eine Vergrößerung durch einen Neubau erfolgte zwischen 1589 und 1594 durch eine Stiftung der Erzherzogin Maria Anna von Bayern, der Ehefrau von Erzherzog Karl II. Damit ging auch ein Patroziniumswechsel einher. Pietro Valnegro, der Nachfolger des Hofbaumeisters Giovanni Pietro de Pomis, leitete die Bauarbeiten, bei denen auch das ursprünglich flache Kirchenschiff eine Wölbung erhielt.

Bis 1996 befand sich die Kirche St. Johann und Paul im Besitz des Stiftes Admont, dessen Wappen sich auch am Hochaltar befindet. Im Jahr 1895 beschädigte ein Blitzschlag das Kirchengebäude. Es wurde 1896 restauriert. Die Stadtgemeinde Graz ist seit 1996 im Besitz der Kirche und hat gleichzeitig die Buchkogelgründe vom Stift Admont käuflich erworben[2].

Eine Abbildung am Hochaltar zeigt die beiden römischen Brüder, Märtyrer und Kirchenpatrone Johannes und Paulus, die der römische Kaiser Julian enthaupten ließ. Eine Schutzmantelmadonna neben einer Darstellung der Erzherzogin Maria findet sich am linken Seitenaltar. Der Admonter Barockmaler Bartolomeo Altomonte schuf die Deckenfresken. Sie zeigen die christlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe sowie Szenen aus den Leben der beiden Kirchenpatrone Johannes und Paulus. Im Zentrum ist die Apotheose der Heiligen dargestellt.

Archäologische Ausgrabungen

Im Jahr 2004 legten Mitarbeiter des Universalmuseum Joanneum Siedlungsreste aus dem Neolithikum (Jungsteinzeit) frei. Bei den Fundstücken handelt es sich um die ältesten Wohnhäuser der Steiermark. Sie wurden auf um 3500 v. Chr. datiert.[3] Nach dem Zuschütten der Siedlungsreste wurde ein Kinderspielplatz errichtet, der thematisch zu den Ausgrabungen passt.

Literatur

  • Alois Kölbl, Wiltraud Resch: Wege zu Gott. Die Kirchen und die Synagoge von Graz. 2., erweiterte und ergänzte Auflage. Styria, Graz/ Wien 2004, ISBN 3-222-13105-8, S. 217–218.
  • Karl A. Kubinzky, Astrid M. Wentner: Grazer Straßennamen. Herkunft und Bedeutung. Leykam, Graz 1996, ISBN 3-7011-7336-2, S. 356–357.
  Commons: St. Johann und Paul, Graz  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Kubintzky, Wentner: Grazer Straßennamen. S. 357.
  2. Kubintzky, Wentner: Grazer Straßennamen. S. 357.
  3. St. Johann und Paul auf www.graz.at