Ramsau am Dachstein

Ramsau am Dachstein
Wappen von Ramsau am Dachstein
Ramsau am Dachstein (Österreich)
Ramsau am Dachstein
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Liezen
Kfz-Kennzeichen: GB
Fläche: 75,33 km²
Koordinaten: 47° 25′ N, 13° 39′ O47.42138888888913.6547222222221135Koordinaten: 47° 25′ 17″ N, 13° 39′ 17″ O
Höhe: 1135 m ü. A.
Einwohner: 2.770 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 36,77 Einw. pro km²
Postleitzahl: 8972
Vorwahl: 03687
Gemeindekennziffer: 6 12 36
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Ramsau 136
8972 Ramsau am Dachstein
Website: www.ramsau.at
Politik
Bürgermeister: Dir. Rainer Angerer (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
9 ÖVP, 1 Liste Ernst Fischbacher (2 Sitze nicht besetzt), 2 FPÖ, 1 SPÖ
Lage der Gemeinde Ramsau am Dachstein im Bezirk Liezen
Aich Gössenberg Gröbming Großsölk Haus Kleinsölk Michaelerberg Mitterberg Niederöblarn Öblarn Pichl-Preunegg Pruggern Ramsau am Dachstein Rohrmoos-Untertal Sankt Martin am Grimming Sankt Nikolai im Sölktal Schladming Steiermark Bezirk LiezenLage der Gemeinde Ramsau am Dachstein in der Expositur Gröbing (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Evangelische Kirche (erbaut 1887-1895)

Ramsau am Dachstein ist eine Gemeinde mit 2770 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) in der Expositur Gröbming im Bezirk Liezen (Gerichtsbezirk Schladming), im österreichischen Bundesland Steiermark. Mit etwa 6.500 Gästebetten ist sie die größte Tourismusgemeinde der Steiermark.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Das die Ramsau umgebende Hochplateau liegt auf einer Seehöhe von 1.100 bis 1.700 m, unmittelbar an die Südwände des Dachsteinmassives anschließend. Ramsau wird in die Gemeindegebiete Leiten, Rössing, Ramsau, Schildlehen, Vorberg und Hirzegg gegliedert. Der nördlich gelegene Dachsteingletscher mit seinem Ganzjahresskigebiet (Skigebiet Dachsteingletscher) ist der östlichste Gletscher der Alpen. Nachbargemeinden sind Schladming, Pichl-Preunegg, Radstadt, Filzmoos, Gosau, Hallstatt, Obertraun, Haus im Ennstal.

Wappen

Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte mit Wirkung vom 1. November 1977.[1]

Grünes Schild mit einem Schildfuß von drei silbernen Spitzen. Ein auffliegender silberner Adler, daneben eine silberne Lutherrose.

Partnergemeinde

Bad Blumau

Geschichte

Archäologische Funde belegen eine spätrömische, befestigte Siedlung auf der sogenannten Knallwand (Burgstaller).

Erste urkundliche Erwähnung um 1120 als Ramsowe. Größte Grundbesitzer waren das Stift Admont (im Osten) und das Stift St. Peter in Salzburg (im Westen – Schildlehen). 1286 wird im Zuge eines Streits die Burg Satteneck (heute: Katzenburg) erstmals erwähnt, welche 1288 wieder zerstört wurde und keine militärische Bedeutung mehr erlangte.

Anfang des 15. Jahrhunderts erfolgte die Gründung der noch heute bestehenden Lodenwalke in Ramsau-Rössing.

1599 bis 1781 war die Zeit des Geheimprotestantismus. Nach Erlass des Toleranzpatents erklärten sich die meisten Ramsauer Bauern im Jänner 1782 als "lutherisch-evangelisch". Zu den ersten Pastoren zählte Johann Georg Overbeck. Die Ramsauer Bauern gelten als Pioniere des Lutherglaubens in Österreich, bis heute sind 78 % der Bevölkerung evangelisch geblieben. 18 % der Einwohner sind Katholiken, 3 % ohne religiöses Bekenntnis.

Mit der Eröffnung der Austriahütte am Fuß der Dachstein-Südwand im Jahre 1880 begann die touristische Erschließung. Einen Meilenstein in der alpinen Erschließungsgeschichte stellt die Erstbesteigung der Dachstein-Südwand durch Georg und Franz Steiner im Jahre 1909 dar. Unterbrochen durch die beiden Weltkriege, entwickelte sich der Tourismus zum größten Wirtschaftsfaktor der Ramsau. 1969 wurde die seit den späten Zwanzigerjahren geplante Dachstein-Südwandbahn[2] eröffnet und damit der Gletscher auf dem Dachsteinplateau erschlossen.

1999 fand in der Ramsau die Nordische Skiweltmeisterschaft 1999 statt.

Seit 2004 ist die Ramsau offiziell Luftkurort.

Wirtschaft

Im Ortsteil Rössing ist der Lodenwalker ansässig, nach eigenen Angaben der älteste Gewerbebetrieb der Steiermark.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Neben der großen evangelischen Pfarrkirche im Ortsteil Ort ist auch die kleinere katholische Kirche St. Rupert am Kulm im Ortsteil Kulm mit ihrer schönen Holzvertäfelung sehenswert.

Mehrere alte Bauernhöfe machen Ramsau für Kulturinteressierte recht sehenswert. Eine aus dem 18. Jahrhundert stammende Wassermühle (Rössing) kann besichtigt werden.

Die Austriahütte (1.638 m) beherbergt das höchstgelegene (Alpin-)Museum der Steiermark.

Von der Ramsau aus sieht man das Panorama des Dachsteinmassivs. Weit im Westen beginnt das Massiv mit dem Torstein, weiter geht es über den Mitterspitz, den Hohen Dachstein, die Dirndln, Hunerkogel (Bergstation), Koppenkarstein, dann über die Scheichenspitze, den Sinnabell, die Luserwand, den Kufstein bis hin zum Stoderzinken, der sich bereits im Gebiet der Gemeinde Gröbming erstreckt.

Persönlichkeiten

  • Hartmut Skerbisch (1945–2009), Architekt und Künstler
  • Reinhard Tritscher (* 1946), Skiweltcupläufer, Olympia-Teilnehmer
  • Wolfgang Perner (* 1967), Biathlet
  • Lydia Prugger (* 1969), Skibergsteigerin
  • Herbert Steinbäcker , Humorist Steix, Gstanzlsänger
  • Achim Walcher (*1967) , Skilangläufer, Olympiateilnehmer
  • Torsten Walcher (*1971) , Sporttraumatologe, Unfallchirurg

Einzelnachweise

  1. Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs 28, 1978, S. 32
  2. Touristisches. Eine Dachstein-Seilbahn mitten durch die Südabstürze. Badener Zeitung, 7. November 1928, S. 4, unten rechts [1]

Weblinks

 Commons: Ramsau am Dachstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien