unbekannter Gast

Kitzbühler Alpen Pinzgau#

Kitzbühler Alpen #

In den Kitzbühler Alpen und im Pinzgau liegt der Kernraum der österreichischen Almen

Die Kitzbühler Alpen bilden, zusammen mit den im Umkreis des Kaisergebirges liegenden Gemeinden und dem Pinzgau, wohl den Kernraum der österreichischen Almwirtschaft, auf den mehr als ein Sechstel aller Almen überhaupt entfällt. Hier wird das Landschaftsbild durch die Hochweiden geprägt, und alle Bergrücken sind mit einer großen Zahl von Almen besetzt, die sich vielfach direkt aneinanderreihen.

Von den rund 1.800 Almen liegen etwa 700 mit 12.000 Kühen in den direkten Kitzbühler Alpen, 300 im Oberpinzgau und in Pinzgauer Tauerntälern und 600 in den Pinzgauer Kalk- und Schieferalpen. Reine Kuhalmen gibt es nur 7%; hingegen werden rund 60% der Almen gemischt bestoßen.

Die alten politischen Grenzen wirken hier auch in der Bewirtschaftungsstruktur nach; so gehörte ja dieser Teil Tirols zum Erzbistum Salzburg, und noch heute existiert eindeutig die „Dialektgrenze", welche das Inntal an der Mündung der Ziller vom übrigen Tirol trennt; hier sind die Grenzen zwischen den Bistümern Innsbruck und Salzburg gelegen. Die Landwirtschaftsbetriebe sind größer als in den übrigen Berggebieten Österreichs, und so verfügen alle auch über eigene Almen; zu den Besitzungen gehören auch nicht unbeträchtliche Bauernwälder.

Noch vor dem Zweiten Weltkrieg wurde meist das gesamte Vieh während des Sommers auf die Alm getrieben, und erst in den Jahrzehnten nachher hat sich die Situation so verlagert, daß derzeit hauptsächlich das Jungvieh und einige Kühe die Almen bestoßen. Ein wesentlicher Teil der Milchkühe bleibt im Tal, damit man dort Milch- und Milchprodukte an die Touristen verkaufen kann.





Bilder und Text stammen aus dem Buch: "Die schönsten Almen Österreichs: Brauchtum & Natur - Erwandert und erlebt", H. und W. Senft, Leopold Stocker Verlag, 2009.