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vom 17.04.2018, aktuelle Version,

Schloss Thurn (Südtirol)

Schloss Thurn (Südtirol)
Schloss Thurn

Schloss Thurn

Alternativname(n): Ćiastel de Tor, Castel Tor
Entstehungszeit: frühes 13. Jahrhundert
Geographische Lage 46° 40′ 50,8″ N, 11° 53′ 35,9″ O
Schloss Thurn (Südtirol) (Südtirol)
Schloss Thurn (Südtirol)

Schloss Thurn (ladinisch Ćiastel de Tor) liegt am Hang oberhalb der Ortschaft St. Martin in Thurn im Gadertal in Südtirol. Die im frühen 13. Jahrhundert als schlichter freistehender Wohnturm im Auftrag des Bischofs von Brixen begonnene und später um Palas, Umfassungsmauer und zwei eckständige kleine Rundtürme erweiterte Anlage nimmt heute das Museum Ladin auf. Das Schloss gilt als ein Wahrzeichen Ladiniens und ist nicht zu verwechseln mit der Burgruine Thurn in Welsberg-Taisten.

Das Schloss in den 1960er Jahren

Der ladinische Volkskundler Lois Craffonara vermutet, dass der Burgturm erstellt wurde an der Kreuzung der beiden Hauptachsen (Cardo und Decumanus) einer spätrömisch oder frühmittelalterlich angelegten quadratischen Siedlung, die als "Quadra" schließlich dem ganzen Gader-Tal seinen Namen gegeben haben soll. 2005 wurde diesen Annahmen allerdings insofern widersprochen, als auf das karolingerzeitliche – und damit frühmittelalterliche – Verfahren der Feldvermessung im Tiroler Alpenraum hingewiesen wurde, das zu quadra-ähnlichen Flurteilungen führte.[1]

Literatur

  • Martin Mittermair: Burg Thurn. In: Magdalena Hörmann-Weingartner (Hrsg.), Tiroler Burgenbuch. IX. Band: Pustertal. Verlagsanstalt Athesia, Bozen 2003, ISBN 978-88-8266-163-2, S. 153–170.
  Commons: Schloss Thurn  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Irmtraut Heitmeier, „Quadrafluren“ in Tirol – Relikte aus römischer Zeit? In: VIS IMAGINVM. Festschrift für Elisabeth Walde, Innsbruck 2005, ISBN 3-200-00267-0