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vom 15.01.2017, aktuelle Version,

Landesbahn Feldbach–Bad Gleichenberg

Landesbahn Feldbach–Bad Gleichenberg
Strecke der Landesbahn Feldbach–Bad Gleichenberg
Kursbuchstrecke (ÖBB): 532
Streckenlänge: 21,214 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: 1800 Volt =
Maximale Neigung: 42 
Minimaler Radius: 130 m
Höchstgeschwindigkeit: 40 km/h
Steirische Ostbahn von Graz Hbf
0,0 Feldbach 280 m ü. A.
Steirische Ostbahn nach Fehring
Raab
Anschlussbahn Steirische Hartsteinwerke Appel
1,7 Feldbach Landesbahn 290 m ü. A.
3,3 Oedt b. Feldbach Siedlung 300 m ü. A.
4,3 Oedt b. Feldbach 308 m ü. A.
7,5 Prädiberg 380 m ü. A.
9,6 Fischa 390 m ü. A.
11,5 Burgfried b. Gnas 405 m ü. A.
12,3 Gnas 371 m ü. A.
14,6 Katzendorf in Steiermark
15,2 Maierdorf 300 m ü. A.
17,3 Hofstätten 380 m ü. A.
19,6 Trautmannsdorf in Steiermark 310 m ü. A.
21,2 Bad Gleichenberg 269 m ü. A.

Die Landesbahn Feldbach–Bad Gleichenberg auch Lokalbahn Feldbach–Bad Gleichenberg oder Gleichenberger Bahn genannt, ist eine normalspurige und mit Gleichstrom betriebene Eisenbahnstrecke im österreichischen Bundesland Steiermark. Die Bahnlinie wurde 1931 eröffnet. Sie ist 21,214 Kilometer lang und steht im Eigentum der Steiermärkischen Landesbahnen (STLB), die auch Betreiber der Strecke sind. Die Stichbahn schließt in Feldbach an die Steirische Ostbahn an und hat ihren Endpunkt in Bad Gleichenberg. Weiterführende Planungen bis Bad Radkersburg konnten nie realisiert werden. Die Strecke ist seit 28. Februar 1994 in den Verkehrsverbund Steiermark integriert.

Bau und Betrieb

Die Geschichte der Landesbahn [1] reicht bis zum 14. April 1886 zurück, als erstmals ein Projekt einer Eisenbahnlinie von Feldbach nach Bad Gleichenberg, mit der Option einer Verlängerung nach Bad Radkersburg, vorgelegt wurde[Anm. 1].

1900 wurde einem Dr. Hermann Brück, Hof- und Gerichtsadvokat in Wien, der Auftrag für technische Vorarbeiten zum Bau einer normalspurigen Lokalbahn von der Station Feldbach über Gleichenberg zur Station Purkla der Linie Spielfeld–Radkersburg erteilt.[2]

Mitte 1909 wurde von einer geplanten Lokalbahn Fehring–Gleichenberg–Radkersburg berichtet. Für eine Variante dieses Projekts, eine von Mahrensdorf über Windisch-Kölldorf nach Bayerisch-Kölldorf führende Linie, war vom Eisenbahnministerium die Vornahme technischer Vorarbeiten bewilligt worden.[3]

1916/1917, in der Zeit des Ersten Weltkriegs, war das in Mühldorf bei Feldbach situierte Kriegsgefangenenlager mit einer Schleppbahn an die Steirische Ostbahn angeschlossen. Das Lager blieb nach Kriegsende als Lazarett bestehen.

Am 17. März 1926 erfolgte der Beschluss der Steiermärkischen Landesregierung, den Bahnbau von Feldbach nach Bad Gleichenberg wieder aufzunehmen, worauf im Jänner 1927 die politische Begehung der geplanten Trasse erfolgte. Am 10. Dezember 1928 wurde die Konzession auf 90 Jahre an Landesrat Franz Winkler und Rechtsanwalt Dr. jur. Gustav von Webenau (beide Graz) erteilt.[4]

Am 20. Juni 1931 wurde auf der Strecke der Personen- und Güterverkehr aufgenommen. Die Betriebsführung wurde dem Steiermärkischen Landeseisenbahnamt übertragen. Die Strecke wurde mit 1500 Volt Gleichstrom elektrisch betrieben.

Am 4. April 1932 erfolgte die Gründung der „Aktiengesellschaft Lokalbahn Feldbach–Bad Gleichenberg“, die am 2. Juli gleichen Jahres vom Bundesministerium für Handel und Verkehr die Bewilligung zur Vornahme technischer Vorarbeiten einer Verlängerung nach Purkla zum Anschluss an die Radkersburger Bahn erhielt. Das Projekt ging aber nie über das Planungsstadium hinaus.

Mit der Auflösung der Aktiengesellschaft der Lokalbahn Feldbach–Bad Gleichenberg am 30. Juni 1942 wurde die Konzession und das Vermögen an das Land Steiermark übertragen, womit die „Lokalbahn“ zur „Landesbahn“ wurde.

Im April 1945 wurde anlässlich des Zweiten Weltkriegs das gesamte Gebiet der Bahnstrecke zum unmittelbaren Kriegsschauplatz. Die Bahnstrecke wurde dabei erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Der Betrieb konnte erst am 1. November 1947 – vorerst provisorisch mit Dampflokomotiven – wieder aufgenommen werden. Die Wiederherstellung der Oberleitung und die Aufnahme des elektrischen Verkehrs dauerte bis 15. November 1948.

Mit der Aufnahme des Autobusbetriebes der StLB zwischen Feldbach über Straden nach Bad Radkersburg am 16. Dezember 1947 wurde die beabsichtigte Verlängerung der Bahnstrecke endgültig ad acta gelegt. Zwischen 1962 und 1970 wurde eine direkte Verbindung mit Dieseltriebwagen zwischen Wien Südbahnhof und Bad Gleichenberg als E 953 / E 954 „Oststeirer“ angeboten. Danach wurde dieser Zug von Wien nach Graz geführt, nach Bad Gleichenberg wurde noch einige Jahre ein Kurswagen beigegeben.

In der Zeit zwischen 1. Jänner 1987 und 30. Juni 2005 wurde der Schnellstückguttransport „Bahnexpress“ angeboten.

Nachdem die alte Quecksilberdampfgleichrichterstation in Gnas nicht mehr den Ansprüchen genügte, wurde diese 1975 gegen eine Siliziumdioden-Gleichrichteranlage getauscht. Das Stromsystem wurde bei dieser Gelegenheit auf 1.800 V Gleichstrom umgestellt. Diese Anlage wurde 1992 nochmals erneuert. Zwischen 1991 und 1995 wurde die gesamte Oberleitung zwischen Feldbach und Gnas abschnittsweise erneuert.

Infrastruktur

Da viele Gemeinden an die Bahn angeschlossen werden wollten, folgt sie nicht der direktesten Linie, sondern verläuft überaus kurvenreich und ist knapp doppelt so lang wie die Straßenverbindung zwischen den beiden Orten. Die Strecke ist für eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h ausgelegt. Der engste Radius beträgt 140 Meter. Hinzu kommen, bedingt durch das Südoststeirische Hügelland, Steigungen bis zu 42 Promille. Dies schlägt sich in der langen Gesamtfahrzeit von 33 Minuten nieder. Die Strecke Feldbach–Bad Gleichenberg weist 82 Eisenbahnkreuzungen auf und ist mit 32 Weichen ausgestattet.[5]

Fahrzeuge

Der Elektrotriebwagen „ET 1“ im Bahnhof Bad Gleichenberg

Der Betrieb auf der Gleichenberger Bahn wird mit zwei Elektrotriebwagen und einer Elektrolokomotive abgewickelt.

Der „ET1“ wurde am 16. Jänner 1980 nach vollständiger Überarbeitung und Modernisierung wieder in Betrieb genommen. Am 16. September 1991 wurde der nach gleichem Muster umgebaute „ET 2“ wieder in Dienst gestellt. Bei beiden Fahrzeugen wurden unter anderem die hölzernen Aufbauten durch stählerne Wagenkästen ersetzt. Im Jahr 2002 erfolgte der Umbau der Elektrolokomotive „E 41“ inklusive Ausstattung mit einer Funkfernsteuerungsanlage. Letztlich wurde 2004 der vorwiegend für Sonderfahrten verwendeten Personenwagen „EB 22“ teilausgebessert.

Für Arbeiten an den Oberleitung wird der mit einem funkferngesteuerten Hydraulikkran und Montagekorb ausgestattete Motobahnwagen „X 51“ (Inbetriebnahme 1992) eingesetzt.

Personenverkehr

Durch die aufkommende Konkurrenz der Busse und ab den 1950er Jahren der des Individualverkehrs gingen die Fahrgastzahlen stetig zurück. Während in den 1950er Jahren noch rund 100.000 Personen im Jahr mit der Bahn fuhren, gab es in den 1990er Jahren nur noch knapp 30.000 Fahrgäste pro Jahr. Eine Trendumkehr zeichnet sich in jüngster Zeit ab: Für das Jahr 2013 weist eine Analyse des VCÖ etwa 48.000 Fahrgäste aus [6]. Im Jahr 2015 konnte die Zahl beförderter Personen auf 55.850 gesteigert werden [7].

Aktuell (Fahrplanperiode 2016) verkehren täglich vier – an schulfreien Werktagen drei – Zugspaare auf der Strecke. Die Anschlussverbindungen sind auf die Schnellbahnlinie S3 nach Graz abgestimmt.

Güterverkehr

Der Güterverkehr, welcher beinahe ausschließlich für das Steinbruchunternehmen „Steirische Basalt- und Hartgesteinwerke Appel“ in Mühldorf bei Feldbach erfolgt, ist eine der Haupteinnahmequellen der Bahn.

Galerie

Literatur

  • Sepp Tezak, Franz Kleindel: Steiermärkische Landesbahnen. Normalspur. Dieser Band behandelt die Strecken Gleisdorf – Weiz, Peggau – Deutschfeistritz – Übelbach und Feldbach – Bad Gleichenberg. Bahn im Bild, Band 29. Verlag Pospischil, Wien 1982, OBV.
  • Franz Weinzettl: Abseits, auf den Gleisen. Edition Korrespondenzen, R. Ziegler, Wien 2008, ISBN 978-3-902113-55-9. (Literarische Beschreibung der Strecke in Tagebuchform). [8]

Einzelnachweise

  1. Steiermärkische Landesbahnen: Wissenswertes, Landesbahn Feldbach – Bad Gleichenberg (Memento vom 27. August 2005 im Internet Archive).
  2. Marburger Nachrichten. (…) Eisenbahnproject Feldbach–Purkla. In: Marburger Zeitung, Nr. 65/1900 (XXXIX. Jahrgang), 12. Juni 1900, S. 5 Mitte. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/mbz.
  3. Handel, Industrie, Verkehr und Landwirtschaft. (…) Vorkonzession.. In: Wiener Zeitung, Nr. 186/1909, 15. August 1909, S. 9, unten rechts. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/wrz.
  4. BGBl 1928/334. In: Bundesgesetzblatt für die Republik Österreich, Jahrgang 1928, S. 2099–2103. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/bgb.
  5. Anm
  6. VCÖ: Im Vorjahr mehr Fahrgäste auf Österreichs Regionalbahnen, abgerufen am 29. August 2016
  7. Kleine Zeitung, 20. April 2016, abgerufen am 29. August 2016
  8. Inhaltstext online.

Anmerkungen

  1. Bereits im November 1872 wurde von zwei ähnlichen, wenn nicht gar gleichen Projekten berichtet, wovon eines, normalspurig, von der Gesellschaft der Graz-Köflacher Bahn beim k.k. Handelsministerium zur Vorkonzession eingereicht worden war (Strecke: Fürstenfeld–Gleichenberg–Luttenberg in der Steiermark (Ljutomer)–Station Polstrau (Središče ob Dravi)). – Siehe: Eisenbahn-Nachrichten. (…) Graz-Köflacher Bahn. In: Das Vaterland, Nr. 323/1872 (XIII. Jahrgang), 24. November 1872, S. 6 (unpaginiert), oben links. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/vtl.
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