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vom 13.01.2019, aktuelle Version,

Chuenisbärgli

Chuenisbärgli
Adelboden gesehen vom Chuenisbärgli

Adelboden gesehen vom Chuenisbärgli

Ort Schweiz  Adelboden
Berg Chuenisbärgli
Koordinaten 608276 / 146772
Riesenslalom
Start 1730 m
Ziel 1294 m
Höhenunterschied 436 m
Streckenlänge 1430 m
Slalom
Start 1473 m
Ziel 1294 m
Höhenunterschied 179 m
Streckenlänge 592 m

Das Chuenisbärgli (auch Kuonisbergli) ist ein Berg im Berner Oberland. Er liegt oberhalb des Dorfes Adelboden und ist als Austragungsort von Rennen des Alpinen Skiweltcups bekannt.

Weltcuprennen

Die Piste am Chuenisbärgli gilt als schwerste Riesenslalom-Strecke des Weltcups für Herren. Sowohl das Startstück als auch der Zielhang sind extrem steil, dazu ist die Piste schräg abfallend. Auf ihr werden auch Slalom-Rennen ausgetragen. Seit 1994 ist der ehemalige Weltcupfahrer Hans Pieren als Rennleiter tätig.

Der Start des Riesenslaloms liegt auf 1730 m ü. M., jener für den Slalom auf 1473 m ü. M. Die Länge des Riesenslaloms beträgt 1430 Meter, die Länge des Slaloms 592 Meter. Das Ziel befindet sich auf einer Höhe von 1294 m ü. M. Mit rund 35'000 Zuschauern entlang der Strecke und auf provisorischen Tribünen im Zielraum gehören die Rennen in Adelboden zu den meistbesuchten der Welt.

1955 fanden die ersten Internationalen Adelbodner Skitage statt. Seit 1967 werden die Rennen im Rahmen des Skiweltcups ausgetragen. In den Jahren 1988, 1990, 1993 und 1994 mussten die Rennen wegen Schneemangels an anderen Orten durchgeführt werden. Aufgrund von Auflagen des Weltverbandes FIS wurde 2005 eine neue Vierer-Sesselbahn auf das Chuenisbärgli gebaut. Zuvor existierte während 50 Jahren am selben Ort ein Zweier-Schlepplift.

Grundsätzlich wurde in den Anfangszeiten des Weltcups nur ein Riesentorlauf, vorerst an zwei Tagen (Montag 1. Lauf/Dienstag 2. Lauf) bzw. dann beide Durchgänge am Dienstag ausgetragen. Eine Abweichung gab es im Jahr 2000 mit einem Slalom am Sonntag, 20. Februar. - 2001 gab es letztmals am Dienstag den Riesentorlauf. Ab einschliesslich 2002 werden Riesentorlauf und Slalom gefahren, der Termin wurde auf das Wochenende (Samstag Riesentorlauf, Sonntag Slalom) verlegt.

Rekordsieger (einschließlich 2019) ist der Österreicher Marcel Hirscher mit 9 Erfolgen (5 × Slalom, 4 × Riesenslalom), vor dem Schweden Ingemar Stenmark mit 5 Siegen (alle Riesenslalom).

Erst ab dem Jahr 1982 wurden die Rennen direkt im Fernsehen übertragen.[1]

Liste der Sieger

Denkmal mit den Fussabdrücken der Sieger auf dem Dorfplatz Adelboden

Internationale Adelbodner Skitage

Jahr Disziplin Name (Land)
1955 Slalom Martin Julen (SUI)
1956 Slalom Chiharu Igaya (JPN)
Slalom Georges Schneider (SUI)
1957 Slalom Georges Schneider (SUI)
Slalom Roland Bläsi (SUI)
1958 Slalom Charles Bozon (FRA)
Riesenslalom Roger Staub (SUI)
1959 Slalom Sepp Behr (FRG)
Riesenslalom Fritz Wagnerberger (FRG)
1960 Slalom Ludwig Leitner (FRG)
Riesenslalom Ludwig Leitner (FRG)
1961 Slalom Fritz Wagnerberger (FRG)
Riesenslalom Eberhard Riedel (GDR)
1963 Riesenslalom G. Grünenfelder (SUI)
Riesenslalom Léo Lacroix (FRA)
1965 Riesenslalom Edmund Bruggmann (SUI)
Riesenslalom Léo Lacroix (FRA)
1966 Riesenslalom Billy Kidd (USA)

FIS Skiweltcup

Jahr Disziplin Name (Land)
1967 Riesenslalom Jean-Claude Killy (FRA)
1968 Riesenslalom Jean-Claude Killy (FRA)
1969 Riesenslalom Jean-Noël Augert (FRA)
1970 Riesenslalom Karl Schranz (AUT)
1971 Riesenslalom Patrick Russel (FRA)
1972 Riesenslalom Werner Mattle (SUI)
1973 Riesenslalom Gustav Thöni (ITA)
1974 Riesenslalom Gustav Thöni (ITA)
1975 Riesenslalom Piero Gros (ITA)
1976 Riesenslalom Gustav Thöni (ITA)
1977 Riesenslalom Heini Hemmi (SUI)
1978 Riesenslalom Andreas Wenzel (LIE)
1979 Riesenslalom Ingemar Stenmark (SWE)
1980 Riesenslalom Ingemar Stenmark (SWE)
1981 Riesenslalom Ingemar Stenmark (SWE)
1982 Riesenslalom Ingemar Stenmark (SWE)
1983 Riesenslalom Pirmin Zurbriggen (SUI)
1984 Riesenslalom Ingemar Stenmark (SWE)
1985 Riesenslalom Hans Enn (AUT)
1986 Riesenslalom Richard Pramotton (ITA)
1987 Riesenslalom Pirmin Zurbriggen (SUI)
1989 Riesenslalom Marc Girardelli (LUX)
1991 Riesenslalom Marc Girardelli (LUX)
1992 Riesenslalom Ole Kristian Furuseth (NOR)
1995 Riesenslalom Alberto Tomba (ITA)
1996 Riesenslalom Michael von Grünigen (SUI)
1997 Riesenslalom Kjetil André Aamodt (NOR)
1998 Riesenslalom Hermann Maier (AUT)
1999 Riesenslalom Hermann Maier (AUT)
2000 Slalom Matjaž Vrhovnik (SLO)
2001 Riesenslalom Hermann Maier (AUT)
2002 Riesenslalom Didier Cuche (SUI)
Slalom Bode Miller (USA)
Jahr Disziplin Name (Land)
2003 Riesenslalom Hans Knauß (AUT)
2004 Riesenslalom Kalle Palander (FIN)
Slalom Rainer Schönfelder (AUT)
2005 Riesenslalom Massimiliano Blardone (ITA)
2006 Riesenslalom Benjamin Raich (AUT)
Slalom Giorgio Rocca (ITA)
2007 Riesenslalom Benjamin Raich (AUT)
Slalom Marc Berthod (SUI)
2008 Riesenslalom Marc Berthod (SUI)
Slalom Mario Matt (AUT)
2009 Riesenslalom Benjamin Raich (AUT)
Slalom Reinfried Herbst (AUT)
2010 Slalom Julien Lizeroux (FRA)
2011 Riesenslalom Cyprien Richard (FRA)
Aksel Lund Svindal (NOR)
Slalom Ivica Kostelić (CRO)
2012 Riesenslalom Marcel Hirscher (AUT)
Slalom Marcel Hirscher (AUT)
2013 Riesenslalom Ted Ligety (USA)
Slalom Marcel Hirscher (AUT)
2014 Riesenslalom Felix Neureuther (GER)
Slalom Marcel Hirscher (AUT)
2015 Riesenslalom Marcel Hirscher (AUT)
Slalom Stefano Gross (ITA)
2016 Slalom Henrik Kristoffersen (NOR)
2017 Riesenslalom Alexis Pinturault (FRA)
Slalom Henrik Kristoffersen (NOR)
2018 Riesenslalom Marcel Hirscher (AUT)
Slalom Marcel Hirscher (AUT)
2019 Riesenslalom Marcel Hirscher (AUT)
Slalom Marcel Hirscher (AUT)

Alp

Im Sommer wird das Chuenisbärgli als Alp mit 24 Hektaren Weideland genutzt. Es ist in Privatbesitz. Besetzt wird es mit Kühen, Rindern, Kälbern und Ziegen. Die Bestossung sind 23 Stösse in 84 Tagen, oder 19 Normalstösse. Über einer offenen Feuergrube werden in traditioneller Handarbeit etwa 600 kg Käse produziert, der grösste Teil Berner Alpkäse. Die Alphütte von 1946 dient im Winter als Bergrestaurant.

Einzelnachweise

  1. Adelbodens RTL erstmals im Fernsehen direkt. Arbeiter-Zeitung, 13. Januar 1982, abgerufen am 2. Februar 2016.