Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Ihre Botschaft geht nur an das Administrator Team. Danke fürs Mitmachen, das zur Verbesserung des Systems oder der Inhalte beitragen kann. Ihre Nachricht (optional mit Ihrer E-Mail):
unbekannter Gast
vom 19.12.2018, aktuelle Version,

Saslong

Saslong
Weltcup auf der Saslong 2013

Weltcup auf der Saslong 2013

Ort Italien  Wolkenstein in Gröden
Berg Ciampinoi
Koordinaten 46° 32′ 41″ N, 11° 44′ 9″ O
Sportarten Ski Alpin, Snowboard
Abfahrt[1]
Start 2249 m s.l.m.
Ziel 1410 m s.l.m.
Höhenunterschied 839 m
Streckenlänge 3446 m
Höchstgefälle 56,9 %
Geringstes Gefälle 11,2 %
Durchschnittsgefälle 24,5 %
Super-G[1]
Start 2000 m s.l.m.
Ziel 1410 m s.l.m.
Höhenunterschied 590 m
Streckenlänge 2365 m
Höchstgefälle 56,9 %
Geringstes Gefälle 11,4 %
Durchschnittsgefälle 24,9 %
Die Saslongpiste am Ciampinoi

Die Saslong (von Saslonch, dem ladinischen Namen des Langkofels) ist eine Skipiste in Gröden in Südtirol. Bekannt ist sie vor allem durch die auf ihr veranstalteten Abfahrtsläufe der Herren im Alpinen Skiweltcup. Die Strecke führt von der Seilbahnstation Ciampinoi unterhalb des Langkofels hinab ins Tal. Das Ziel befindet sich nahe dem Ortskern von St. Christina in Gröden in der Gemeinde Wolkenstein.

Geschichte

Franz Klammer auf der Saslong, 1980er

Als die Piste 1969 das erste Mal befahren wurde, stellte sie einen neuen Typ von Abfahrt dar. Bis dahin waren die klassischen Abfahrtstrecken durch zahlreiche Buckel, Löcher, Felsen und andere Hindernisse gekennzeichnet und verlangten viel Mut, bargen aber auch ein enormes Risiko. Die Saslong sollte hingegen die Technik der Skiläufer fordern und vor allem wesentlich sicherer sein.

Seit 1969 ist die Herrenabfahrt auf der Saslong fixer Bestandteil des Alpinen Skiweltcups. Bei der Skiweltmeisterschaft 1970 wurde Bernhard Russi auf dieser Skipiste Abfahrtsweltmeister.

Eine Besonderheit der Saslong waren die zahlreichen guten Platzierungen von Außenseitern mit hohen Startnummern, beispielsweise der sensationelle Sieg des Liechtensteiners Markus Foser 1993. Der Grund dafür war, dass mit fortschreitendem Rennen die Sonne hinter dem Langkofel hervorkam und durch die Sonneneinstrahlung vor allem der obere Streckenteil schneller wurde. Durch eine Verlegung der Startzeit hat man schließlich diesen Vorteil ausgeglichen und für alle Fahrer in etwa gleiche Verhältnisse geschaffen.

Streckenführung

Nach dem Starthang führt die Piste über freies Gelände und fordert vor allem die Gleitfähigkeiten der Abfahrer und das Skimaterial. Danach folgt mit der kleinen Mauer das steilste Stück der Strecke. Direkt im Anschluss wird ein großer Sprung über die große Mauer absolviert.

Etwa in der Mitte der Saslong befindet sich einer der prominentesten Abschnitte des Weltcups, die so genannten Kamelbuckel. Diese ursprünglich „Sprung des Kängurus“ genannte Kombination besteht aus drei Bodenwellen. Während der erste Buckel kein Problem darstellt, waren die beiden anderen unmittelbar aufeinander folgende, schwierig zu bewältigende Sprünge. Es gab schon früh Überlegungen, den dritten Buckel zu überspringen und dadurch Zeit zu sparen. Den ersten Sprung dieser Art wagte 1980 der Österreicher Uli Spieß. Diesem Beispiel folgten mit Ausnahme von Marc Girardelli, der eine andere Linie bevorzugte, im Laufe der Jahre die meisten Spitzenabfahrer, wobei Sprünge von bis zu 70 m und einem Luftstand von etwa 10 m erreicht werden. Da es dabei auch immer wieder zu schweren Stürzen kam,[2] wurden die Kamelbuckel im Laufe der Zeit durch Umbauten entschärft, so dass der dritte Buckel nun gefahrloser übersprungen werden kann.

Nach den Buckeln folgt die Ciaslat-Wiese, eine durch vier Kurven und zahlreiche Bodenwellen sehr anspruchsvolle Passage. Die letzte Schwierigkeit der Saslong ist der steile Zielhang, der 2007 verbreitert wurde, mit dem Zielsprung.

Zielhang der Saslong beim Bau der Umfahrungsstraße im Sommer 2008

Sieger

Mit sieben Weltcupsiegen (bis 2018) (fünf im Super-G, zwei in der Abfahrt) ist der Norweger Aksel Lund Svindal der erfolgreichste Athlet auf der Saslong. Rekordhalter in der Abfahrt sind der Österreicher Franz Klammer und der Italiener Kristian Ghedina, die in dieser Disziplin jeweils vier mal gewannen. Ebenfalls vier Siege errang der Österreicher Michael Walchhofer (zwei im Super-G, zwei in der Abfahrt).

Der erfolgreichste Skiverband in der Grödener Weltcupgeschichte ist jener aus Österreich (21 Siege), gefolgt von der Schweiz (19) und Norwegen (14).

Siegerlisten Herren

Die folgenden Tabellen zeigen die drei Erstplatzierten aller Weltcuprennen, die bisher auf der Saslong ausgetragen wurden. Da die Ergebnisse der 21. Alpine Skiweltmeisterschaft 1970 auch zu den Wertungen des Alpiner Skiweltcup 1969/70 zählten, ist das Ergebnis der Abfahrt (15. Februar 1970) auch unten angeführt. In den Jahren 1972, 1976, 1978, 1980, 1982, 1988, 1990, 1992, 1993, 1996, 1998, 1999 und 2001 fanden je zwei Abfahrten statt.

Abfahrt

Datum 1. Platz 2. Platz 3. Platz
14.02.1969 Schweiz  Jean-Daniel Dätwyler Frankreich  Henri Duvillard Osterreich  Rudi Sailer
15.02.1970 Schweiz  Bernhard Russi Osterreich  Karl Cordin Australien  Malcolm Milne
15.03.1972 Schweiz  Bernhard Russi Schweiz  René Berthod Vereinigte Staaten  Mike Lafferty
15.12.1972 Schweiz  Roland Collombin Osterreich  Karl Cordin Osterreich  David Zwilling
21.03.1975 Osterreich  Franz Klammer Norwegen  Erik Håker Schweiz  Bernhard Russi
17.12.1976 Osterreich  Franz Klammer Italien  Herbert Plank Norwegen  Erik Håker
18.12.1976 Osterreich  Franz Klammer Osterreich  Josef Walcher Schweiz  Bernhard Russi
18.12.1977 Italien  Herbert Plank Osterreich  Peter Wirnsberger Osterreich  Franz Klammer
16.12.1978 Osterreich  Josef Walcher Schweiz  Peter Müller Schweiz  Walter Vesti
17.12.1978 Norwegen  Erik Håker Schweiz  Peter Müller Kanada  Ken Read
16.12.1979 Schweiz  Peter Müller Norwegen  Erik Håker Osterreich  Werner Grissmann
14.12.1980 Schweiz  Peter Müller Osterreich  Harti Weirather Kanada  Steve Podborski
15.12.1980 Osterreich  Harti Weirather Osterreich  Uli Spieß Schweiz  Peter Müller
13.12.1981 Osterreich  Erwin Resch Vereinigtes Konigreich  Konrad Bartelski Osterreich  Leonhard Stock
19.12.1982 Schweiz  Conradin Cathomen Osterreich  Erwin Resch Osterreich  Franz Klammer
20.12.1982 Osterreich  Franz Klammer Schweiz  Peter Müller Schweiz  Urs Räber
18.12.1983 Schweiz  Urs Räber Kanada  Todd Brooker Kanada  Steve Podborski
15.12.1984 Osterreich  Helmut Höflehner Schweiz  Conradin Cathomen Osterreich  Peter Wirnsberger
14.12.1985 Osterreich  Peter Wirnsberger Schweiz  Peter Müller Deutschland BR  Sepp Wildgruber
13.12.1986 Kanada  Rob Boyd Italien  Michael Mair Deutschland BR  Markus Wasmeier
12.12.1987 Kanada  Rob Boyd Schweiz  Pirmin Zurbriggen Kanada  Brian Stemmle
09.12.1988 Schweiz  Peter Müller Osterreich  Armin Assinger Kanada  Rob Boyd
10.12.1988 Osterreich  Helmut Höflehner Osterreich  Patrick Ortlieb Schweiz  Peter Müller
16.12.1989 Schweiz  Pirmin Zurbriggen Schweiz  Franz Heinzer Italien  Kristian Ghedina
14.12.1990 Schweiz  Franz Heinzer Deutschland  Berni Huber Norwegen  Atle Skårdal
15.12.1990 Norwegen  Atle Skårdal Kanada  Rob Boyd Frankreich  Luc Alphand
14.12.1991 Schweiz  Franz Heinzer Osterreich  Leonhard Stock Norwegen  Atle Skårdal
11.12.1992 Schweiz  William Besse Norwegen  Jan Einar Thorsen Osterreich  Patrick Ortlieb
12.12.1992 Osterreich  Leonhard Stock Schweiz  William Besse Vereinigte Staaten  AJ Kitt
17.12.1993 Liechtenstein  Markus Foser Osterreich  Werner Franz Luxemburg  Marc Girardelli
18.12.1993 Osterreich  Patrick Ortlieb Schweiz  Daniel Mahrer Frankreich  Jean-Luc Crétier
16.12.1995 Osterreich  Patrick Ortlieb Schweiz  Xavier Gigandet Frankreich  Luc Alphand
20.12.1996 Frankreich  Luc Alphand Norwegen  Atle Skårdal Italien  Kristian Ghedina
21.12.1996 Italien  Kristian Ghedina Frankreich  Luc Alphand Osterreich  Josef Strobl
18.12.1998 Norwegen  Lasse Kjus Osterreich  Werner Franz Osterreich  Hermann Maier
19.12.1998 Italien  Kristian Ghedina Norwegen  Lasse Kjus Osterreich  Werner Franz
17.12.1999 Italien  Kristian Ghedina Osterreich  Josef Strobl Kanada  Ed Podivinsky
18.12.1999 Osterreich  Andreas Schifferer Italien  Kristian Ghedina Osterreich  Hermann Maier
14.12.2001 Italien  Kristian Ghedina Norwegen  Lasse Kjus Italien  Kurt Sulzenbacher
15.12.2001 Osterreich  Stephan Eberharter Osterreich  Michael Walchhofer Norwegen  Kjetil André Aamodt
21.12.2002 Frankreich  Antoine Dénériaz Osterreich  Michael Walchhofer Osterreich  Josef Strobl
20.12.2003 Frankreich  Antoine Dénériaz Osterreich  Michael Walchhofer Osterreich  Hans Knauß
18.12.2004 Deutschland  Max Rauffer Schweiz  Jürg Grünenfelder Osterreich  Hans Grugger
17.12.2005 Liechtenstein  Marco Büchel Osterreich  Michael Walchhofer Kanada  Erik Guay
16.12.2006 Vereinigte Staaten  Steven Nyman Schweiz  Didier Cuche Osterreich  Fritz Strobl
15.12.2007 Osterreich  Michael Walchhofer Schweiz  Didier Cuche Vereinigte Staaten  Scott Macartney
20.12.2008 Osterreich  Michael Walchhofer Vereinigte Staaten  Bode Miller Kanada  Manuel Osborne-Paradis
19.12.2009 Kanada  Manuel Osborne-Paradis Osterreich  Mario Scheiber Frankreich  Johan Clarey
Schweiz  Ambrosi Hoffmann
18.12.2010 Schweiz  Silvan Zurbriggen Osterreich  Romed Baumann Schweiz  Didier Cuche
15.12.2012 Vereinigte Staaten  Steven Nyman Slowenien  Rok Perko Kanada  Erik Guay
21.12.2013 Kanada  Erik Guay Norwegen  Kjetil Jansrud Frankreich  Johan Clarey
19.12.2014 Vereinigte Staaten  Steven Nyman Norwegen  Kjetil Jansrud Italien  Dominik Paris
19.12.2015 Norwegen  Aksel Lund Svindal Frankreich  Guillermo Fayed Norwegen  Kjetil Jansrud
17.12.2016 Osterreich  Max Franz Norwegen  Aksel Lund Svindal Vereinigte Staaten  Steven Nyman
16.12.2017 Norwegen  Aksel Lund Svindal Norwegen  Kjetil Jansrud Osterreich  Max Franz
15.12.2018 Norwegen  Aleksander Aamodt Kilde Osterreich  Max Franz Schweiz  Beat Feuz

Super-G

Datum 1. Platz 2. Platz 3. Platz
19.12.1983 Schweiz  Pirmin Zurbriggen Schweiz  Martin Hangl Osterreich  Leonhard Stock
20.12.2002 Schweiz  Didier Défago Osterreich  Hannes Reichelt Liechtenstein  Marco Büchel
19.12.2003 Norwegen  Lasse Kjus Osterreich  Stephan Eberharter Osterreich  Hermann Maier
17.12.2004 Osterreich  Michael Walchhofer Osterreich  Hermann Maier Osterreich  Benjamin Raich
16.12.2005 Osterreich  Hans Grugger Kanada  Erik Guay Schweiz  Ambrosi Hoffmann
15.12.2006 Vereinigte Staaten  Bode Miller Osterreich  Christoph Gruber Kanada  John Kucera
14.12.2007 Schweiz  Didier Cuche Vereinigte Staaten  Bode Miller Liechtenstein  Marco Büchel
19.12.2008 Italien  Werner Heel Schweiz  Didier Défago Schweden  Patrik Järbyn
18.12.2009 Norwegen  Aksel Lund Svindal Schweiz  Carlo Janka Italien  Patrick Staudacher
17.12.2010 Osterreich  Michael Walchhofer Deutschland  Stephan Keppler Kanada  Erik Guay
16.12.2011 Schweiz  Beat Feuz Vereinigte Staaten  Bode Miller Norwegen  Kjetil Jansrud
14.12.2012 Norwegen  Aksel Lund Svindal Italien  Matteo Marsaglia Italien  Werner Heel
20.12.2013 Norwegen  Aksel Lund Svindal Kanada  Jan Hudec Frankreich  Adrien Théaux
20.12.2014 Norwegen  Kjetil Jansrud Italien  Dominik Paris Osterreich  Hannes Reichelt
18.12.2015 Norwegen  Aksel Lund Svindal Norwegen  Kjetil Jansrud Norwegen  Aleksander Aamodt Kilde
16.12.2016 Norwegen  Kjetil Jansrud Norwegen  Aleksander Aamodt Kilde Kanada  Erik Guay
15.12.2017 Deutschland  Josef Ferstl Osterreich  Max Franz Osterreich  Matthias Mayer
14.12.2018 Norwegen  Aksel Lund Svindal Italien  Christof Innerhofer Norwegen  Kjetil Jansrud

Riesenslalom

Datum 1. Platz 2. Platz 3. Platz
16.03.1972 Schweiz  Edmund Bruggmann Osterreich  Reinhard Tritscher Italien  Roland Thöni


Siegerliste 1969–2018 (mindestens 2 Siege oder drei und mehr Podestplätze)

Name Sieger Zweiter Dritter
1 Norwegen  Aksel Lund Svindal 7 1 0
2 Osterreich  Michael Walchhofer 4 4 0
3 Italien  Kristian Ghedina 4 1 1
4 Osterreich  Franz Klammer 4 0 2
5 Schweiz  Peter Müller 3 4 2
6 Vereinigte Staaten  Steven Nyman 3 0 1
7 Norwegen  Kjetil Jansrud 2 4 3
8 Norwegen  Lasse Kjus 2 2 0
9 Kanada  Rob Boyd 2 1 1
9 Osterreich  Patrick Ortlieb 2 1 1
11 Schweiz  Pirmin Zurbriggen 2 1 0
11 Schweiz  Franz Heinzer 2 1 0
13 Schweiz  Bernhard Russi 2 0 2
14 Osterreich  Helmut Höflehner 2 0 0
14 Frankreich  Antoine Dénériaz 2 0 0
. Vereinigte Staaten  Bode Miller 1 3 0
. Norwegen  Erik Håker 1 2 1
. Schweiz  Didier Cuche 1 2 1
. Osterreich  Max Franz 1 2 1
. Norwegen  Atle Skårdal 1 1 2
. Osterreich  Leonhard Stock 1 1 2
. Frankreich  Luc Alphand 1 1 2
. Osterreich  Peter Wirnsberger 1 1 1
. Norwegen  Aleksander Aamodt Kilde 1 1 1
. Kanada  Erik Guay 1 0 4
  Commons: Saslong  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Rennstrecke
  2. Als wennst auf Beton landest, Der Spiegel 52/1989 vom 25. Dezember 1989.