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New Public Climate Management | 181
„Das ist eigentlich […] eine der Förderbedingungen […], gerade […] auf der europäischen
Ebene […], dass man immer auch eine Übertragbarkeit auf andere […] sicherstellen soll.“ (IK-
9, 2015: 74)
„Ich merke […], wie stark dieses Argument ist. Also wenn man jetzt wirklich ‚einen Projek-
tantrag schreibt, und da ist immer auch dieses Kapitel, ist einfach gewollt – egal ob auf natio-
naler oder internationaler Ebene –: Replikation und Skalierbarkeit.“ (IK-15, 2016: 9)
„[…] Einzelprojekte laufen ja normalerweise den Weg, dass Skizzen eingereicht werden, dann
kommt ein Auswahlprozess und […] dafür ist es schon wichtig, dass das […] auf andere Situ-
ationen, auf andere Einrichtungen und so weiter übertragbar ist […]. Das kann man allerdings
nicht immer bei der Skizze schon so richtig sehen, das heißt, wenn nachher die Anträge rein-
kommen, dann gucken wir im Rahmen der Antragsprüfung auch nochmal: Ist wirklich der Auf-
bau des Projektes so, dass andere davon lernen können, dass andere das nachahmen können.“
(IP-2, 2017: 7)
Erfahrungsaustausch durch Erstellung, Verbreitung und Nachnutzung von Best Prac-
tice-Beispielen wird also seitens der politischen Gestalter und Entscheider sowie
auch seitens der kommunalen Netzwerke5 als Schlüsselelement zur Erreichung der
Klimaziele angesehen. „Nachahmung ist ausdrücklich erwünscht“ (Difu 2016: 4), um
dem hohen Zeit- und Handlungsdruck in einem relativ neuen und gleichzeitig kom-
plexen kommunalen Politikfeld wie dem Klimaschutz effektiv begegnen zu können,
so die Logik. Für die Gestalter politischer Programme und Netzwerke ist die Verbrei-
tung von guten Praxisbeispielen demnach ein probates Mittel, um die Handlungsun-
sicherheit aller beteiligten Akteure zu minimieren.
„Einsparungen beim THG-Ausstoß und beim Energieverbrauch lassen sich nur steigern, wenn
immer mehr Mitwirkende für den Klimaschutz gewonnen werden. Daher ist es wichtig, dass
kommunale Klimaschutzaktivitäten zahlreiche Nachahmer finden – sowohl in anderen Kom-
munen als auch auf der Ebene der klimaschutzrelevanten Akteure und der privaten Haushalte
in der eigenen Kommune.“ (Krampe et al. 2015: 46)
5 „[…] [D]as trifft dann auch für Städtenetzwerke […] zu und grade beim Konvent [der Bür-
germeister] und auch beim Klima-Bündnis gibt es ein quantitatives Ziel […], was man
erreichen will, und da ist auch der Austausch von Best Practice wichtig, um die Kommunen
dabei zu unterstützen, dass sie das auch schaffen.“ (IN-4, 2016: 26)
Kommunen im Klimawandel
Best Practices als Chance zur grünen Transformation?
- Titel
- Kommunen im Klimawandel
- Untertitel
- Best Practices als Chance zur grünen Transformation?
- Autor
- Nanja Nagorny-Koring
- Verlag
- transcript Verlag
- Ort
- Bielefeld
- Datum
- 2018
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-4627-0
- Abmessungen
- 15.4 x 23.0 cm
- Seiten
- 324
- Kategorien
- Naturwissenschaften Umwelt und Klima
Inhaltsverzeichnis
- Danksagung 9
- Das Prinzip der Nachahmung 11
- Forschungslücke und Fragestellung 16
- Aufbau der Arbeit 21
- Kommunen im Klimawandel 25
- Problematisierung: Vom Phänomen zum Problem 27
- Klimawandel als Politikproblem 32
- Klimawandel als kommunales Aufgabenfeld 38
- Klimapolitik als Multi-Level-Governance-Problem 48
- Die Stadt als Ursache, Betroffene und Lösung für das Klimaproblem 54
- Klimawandel als ökonomisches Problem 61
- Klimawandel als Problem kommunaler Praxis 65
- Den guten Praktiken auf der Spur 71
- Begriffsgeschichte und Definition 73
- Kritik und Positionalität 78
- Best Practice-Forschung 82
- Projektdesign 90
- Die Kunst, den Klimawandel zu regieren 115
- Gouvernementalität 116
- Klima-Gouvernementalität 126
- Das Praxisregime „kommunaler Klimaschutz“ 132
- New Public Climate Management 141
- Politische Rationalitäten 142
- Klima\Wandel ist regierbar 145
- Politische Programme 162
- Die Regierungsrationalität des Klimaschutzmanagements (1): Vom Projekt zum Prinzip 172
- Die Regierungsrationalität des Klimaschutzmanagements (2): Das Rad nicht neu erfinden 179
- Implikationen einer besonderen Form des Klimaschutzes 186
- Best Climate Practices 189
- Rationalitäten und Technologien 191
- „Mit Ideen und Beispielen zum Erfolg“!? 194
- „Gebt uns gute Beispiele!“ 215
- Reflexion 227
- „Best Practice ist eine Geschichte“ 235
- Zur Performativität von Best Practices 239
- Zum transformativen Potenzial von Best Practices 249
- Fazit: „Klimaschutz leicht gemacht – von Erfolgsbeispielen lernen“? 260
- Literatur 275
- Anhang 315