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vom 25.01.2018, aktuelle Version,

Liste der denkmalgeschützten Objekte in Völs (Tirol)

Die Liste der denkmalgeschützten Objekte in Völs enthält die 12 denkmalgeschützten, unbeweglichen Objekte der Gemeinde Völs.[1]

Denkmäler

Foto   Denkmal Standort Beschreibung

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7 Bildstöcke
ObjektID: 123623
Bauhof
Standort siehe Beschreibung
KG: Völs
Der Kreuzweg auf den Blasiusberg besteht aus sieben gemauerten Kapellenbildstöcken (um 1800, die erste Stationskapelle wurde 1976 oberhalb des Weges neu errichtet), die jeweils einen geschwungenen Volutengiebel und eine durch Putzfaschenrahmung akzentuierte Rundbogenöffnung haben, davor Empiregitter und Holzbalustraden. Die Passionsszenen in den Nischen stammen ursprünglich von Hans Mader aus dem Jahre 1835. 2011 wurde die Nischenbilder durch Mosaike ersetzt.
  1. Christus nimmt Abschied von seiner Mutter (Lage)[2]
  2. Händewaschung des Pilatus (Lage)[3]
  3. Geißelung (Lage)[4]
  4. Ecce homo (Lage)[5]
  5. Verurteilung Christi (Lage)[6]
  6. Ölberg (Lage)[7]
  7. Kreuzaufrichtung (Lage)[8]
Datei hochladen Wohnhaus, ehem. Widum
ObjektID: 123620
Bauhof 8
Standort
KG: Völs
Nach der aus dem Jahre 1757 erhaltenen Baubewilligung als Mesnerhaus westlich der Wallfahrtskirche hl. Blasius errichtet. Das große zweigeschoßige Gebäude über annähernd quadratischem Grundriss ist mit einem Krüppelwalmdach gedeckt. An der Giebelfassade befindet sich ein polygonaler Obergeschoßerker und Wandbild Maria als Himmelskönigin aus dem letzten Viertel des 18. Jahrhunderts. Die Stuckdecken im Inneren stammen aus der Zeit nach 1785.[9]
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ObjektID: 123626
Blasiusberg
Standort
KG: Völs
Das Wegkreuz vor der Wallfahrtskirche hl. Blasius stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Der schlanke, wohl proportionierte Corpus im Dreinageltypus mit eng gebundenem und rechts geknotetem Lendentuch, Dornenkrone, dreiteiligem Strahlenkranz wurde von Andrä Reithmair geschaffen. Einzeiliger Titulus. Der Kreuzkasten wurde erneuert.[10]

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Wallfahrtskirche hl. Blasius
ObjektID: 64948
Blasiusberg
Standort
KG: Völs
Die Wallfahrtskirche hl. Blasius (einem der Vierzehn Nothelfer) wurde 1286 erstmals urkundlich in einem Ablassbrief erwähnt, die ältere Kirche wurde 1733 erweitert bzw. neu gebaut. Der barocke Saalbau hat eine schlichte Außenerscheinung mit polygonalem Chorschluss, einen Sakristeianbau und einen Dachreiter. Die Westfassade ist durch ein korbbogiges Steinportal mit Vordach auf kannelierten Säulen gegliedert. Der tonnengewölbte Innenraum zeigt prachtvolle Stuckaturen aus der Erbauungszeit.

Seit Jahrhunderten pilgern Gläubige auf den Blasienberg und bitten um die Fürsprache des Nothelfers und Schutzpatrons für alle Leiden in Mund und Hals (Brauch des Blasiussegens). Das sogenannte „Schwarze Kreuz“ von 1522 wird ebenfalls verehrt.[11]

Datei hochladen Wegkreuz
ObjektID: 123638
Dorfstraße
Standort
KG: Völs
Das Wegkreuz stammt aus dem 17. Jahrhundert, der Kreuzkasten wurde erneuert. Leicht geschwungener Corpus im Dreinageltypus mit über eine Doppelkordel gewundenem Lendentuch, Dornenkrone, dreiteiligem Strahlenkranz und zweizeiligem Titulus.[12]

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Kreuz
ObjektID: 127917
Dorfstraße
Standort
KG: Völs
Das Wegkreuz mit fast lebensgroßem Corpus in einem Kreuzkasten wurde 1827 von Johann Baptist Pendl geschnitzt. Das Kreuz war ursprünglich für die Schwarzkreuzkapelle geschaffen, 1976 restauriert und auf einem neuen Platz in der Dorfstraße aufgestellt worden. Der naturalistische Corpus im Viernageltypus hat gute Proportionen, einen zweizeiligen Titulus, Dornenkrone und dreiteiligen Strahlenkranz.[13] Die Christusfigur wurde 2011 restauriert.

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Gemeindeamt
ObjektID: 123617
Dorfstraße 31
Standort
KG: Völs
Das Gemeindeamt wurde als „Turm zu Vells“ im 12. Jahrhundert errichtet, Zubauten erfolgten im 13., 16., 17. und 18. Jahrhundert. Das dreigeschoßige ansitzartige Gebäude hat unter einem Walmdach im Obergeschoß einen polygonalen Eckerker. Im Inneren sind trotz der Umbauten 1984–1985 einige bemerkenswerte gotische Baudetails (Balkendecke, Gewölbe) erhalten geblieben. Seit der Markterhebung im Jahr 2000 ist hier auch das Museum Thurnfels untergebracht, es zeigt Exponate aus der Gemeindegeschichte.[14]

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Alte Pfarrkirche hll. Jodok und Lucia mit Friedhof
ObjektID: 64946
Kirchgasse
Standort
KG: Völs
Die um 1494 gebaute spätgotische, um 1785 barockisierte Saalkirche ist von einem Friedhof mit Umfassungsmauer umgeben. Seit dem Bau der neuen Pfarrkirche ist sie als Friedhofskapelle in Verwendung.

Das schlichte Langhaus hat ein steiles Satteldach und einen dreiseitigen Chorschluss. Gotische Außengliederung durch Dreiecklisenen, Sockelgesims, Kaffgesims und gekehltes Dachgesims. Der Südturm ist im unteren Teil gotisch, das Glockengeschoß aus dem späten 18. Jahrhundert wird durch eine Zwiebel mit Laterne und Pyramidendach abgeschlossen. Die Westfassade wird durch einen Kompositgiebel, ein Kreisfenster und eine offene Vorhalle auf Holzsäulen mit Platzlgewölbe gegliedert. Das schöne abgefaste und rundbogig geschlossene Steinportal hat im Giebel ein Mosaik der beiden Kirchenpatrone hll. Jodok und Lucia.

Das fünfjochige Langhaus und der einjochige Chor haben ein Stichkappengewölbe, Pilastergliederung und stuckierten Gurtbögen. Im Altarraum gibt es spätgotische Wandmalereifragmente vom Ende des 15. Jahrhunderts, die Deckenmalerei stammt von Raphael Thaler aus dem Jahr 1924.[15]

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ObjektID: 123629
Kranebitterstraße
Standort
KG: Völs
Der ehemalige Pestfriedhof ist heute ein kleines Stück Wiese nördlich des alten Dorfkerns. Darin steht ein bemalter Holzkasten mit qualitätsvoller Kreuzgruppe aus dem zweiten Drittel des 17. Jahrhunderts. Sie erinnert an das Jahr 1637, als Völs durch die Pest fast völlig entvölkert wurde. Die Assistenzfiguren in den späten 1980er Jahren gestohlen und dann von Josef Zeisler ergänzt. Der Corpus im Dreinageltypus ist leicht geschwungen, mit dreiteiligem Strahlenkranz und über eine Doppelkordel gewundenem, rechts geknotetem Lendentuch. Im Holzkasten befinden sich die Reste einer Jerusalemdarstellung, unter dem Holzkasten eine Inschriftentafel (wohl erst nach 1637 entstanden):

Ihr Christen Menschen all, die Ihr noch am Leben seit
nehmt Euch doch wohl in acht, was dieser Plaz bedeut'.
Hier ruhen Eure Väter, von dieser ganzen Gmeind'
Die von grausamer Pest dahin gerissen sein.
Hier beten wir für sie, auf daß sie für uns bitten
der liebe Gott wolle uns, von solcher Straf behüten
Ruft zum Gekreuzigten, reumütig um verzeihen
der jeden Büßer will, noch seine Gnad verleihen
Auch ist dies Kruzifix vom Alten, die von den
Fieberkrankheiten die Gesunden da
erhalten. Anno 1625.

[16]


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Kath. Pfarrkirche Zu Ehren Jesu Christi in Emmaus
ObjektID: 64947
Pfarrgasse
Standort
KG: Völs
Die Kirche wurde 1965–1967 von Josef Lackner über quadratischem Grundriss in verputztem Mantelbeton und Holz errichtet. Das Gebäude ist durch schräg gestellte Flächen in den verschiedensten Ebenen gegliedert und hat einen kronenartigen Abschluss durch spitz nach oben gezogene Ecken und ein nach innen hängendes Dach.[17]

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Schwarzkreuz-Kapelle
ObjektID: 123643

Standort
KG: Völs
Der ursprünglich barocke Zentralbau, die sogenannte Kapelle zum „Schwarzen Kreuz“, wurde 1786 abgebrochen und zu Beginn des 19. Jahrhunderts (vor 1827) durch einen offenen Kapellenbildstock mit Satteldach, Rundbogennische und Pilastergliederung ersetzt. 2009 erfolgte eine umfassende bauliche Sanierung und Neufärbelung durch die Völser Schützen. Anstelle des bis 1976 in der Kapelle befindlichen, heute im Dorf aufgestellten Kruzifixes aus dem Jahre 1827, wurde ein bemaltes Holzkreuz in der Kapelle angebracht.[18]
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ObjektID: 123659

Standort
KG: Völs
Das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs wurde um 1920 errichtet. Das Steinmonument steht auf einem getreppten Sockel mit vier kleinen lorbeergeschmückten Podesten. Auf dem Sockel steht ein sich verjüngender, durch Gesimse gegliederter Pfeiler mit bekrönendem Kreuz, Lorbeerkränzen, Adler, Inschriftenkartusche und Soldatenhelm. An der Rückseite befindet sich eine Inschriftentafel für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges, darunter eine später angebrachte Tafel mit den Namen der Gefallenen des Zweiten Weltkrieges.[19]

Legende

Quelle für die Auswahl der Objekte sind die vom BDA jährlich veröffentlichten Denkmallisten des jeweiligen Bundeslandes.[1] Die Tabelle enthält im Einzelnen folgende Informationen:

Foto: Fotografie des Denkmals. Klicken des Fotos erzeugt eine vergrößerte Ansicht. Daneben finden sich ein oder zwei Symbole:
Das Symbol bedeutet, dass weitere Fotos des Objekts verfügbar sind. Durch Klicken des Symbols werden sie angezeigt.
Durch Klicken des Symbols können weitere Fotos des Objekts in das Medienarchiv Wikimedia Commons hochgeladen werden.
Denkmal: Bezeichnung des Denkmals. Es ist die Bezeichnung angegeben, wie sie vom Bundesdenkmalamt (BDA) verwendet wird. Weiters ist die interne Objekt-Identifikationsnummer (ObjektID) angeführt.
Standort: Es ist die Adresse angegeben. Bei freistehenden Objekten ohne Adresse (zum Beispiel bei Bildstöcken) ist im Regelfall eine Adresse angegeben, die in der Nähe des Objekts liegt. Durch Aufruf des Links Standort wird die Lage des Denkmals in verschiedenen Kartenprojekten angezeigt. Darunter ist die Katastralgemeinde (KG) angegeben.
Beschreibung: Kurze Angaben zum Denkmal.

Die Tabelle ist alphabetisch nach dem Standort des Denkmals sortiert. Das Sortierkriterium ist die Katastralgemeinde und innerhalb dieser die Adresse.

Durch Klicken von „Karte mit allen Koordinaten“ (rechts oben im Artikel) wird die Lage aller Denkmale im gewählten Kartenobjekt angezeigt.

Abkürzungen des BDAs: BR … Baurecht, EZ … Einlagezahl, GB … Grundbuch, GstNr. … Grundstücksnummer, KG … Katastralgemeinde, 0G … Grundstücksnummernadresse
  Commons: Denkmalgeschützte Objekte in Völs  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Tirol – unbewegliche und archäologische Denkmale unter Denkmalschutz. (PDF), (CSV). Bundesdenkmalamt, Stand: 22. Jänner 2018.
  2. Palme-Comploy, Schmid-Pittl: Nischenbildstock, 1. Station Christus nimmt Abschied von seiner Mutter. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 16. Dezember 2013.
  3. Palme-Comploy, Schmid-Pittl: Nischenbildstock, 2. Station Händewaschung des Pilatus. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 16. Dezember 2013.
  4. Palme-Comploy, Schmid-Pittl: Nischenbildstock, 3. Station Geißelung. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 16. Dezember 2013.
  5. Palme-Comploy, Schmid-Pittl: Nischenbildstock, 4. Station Ecce homo. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 16. Dezember 2013.
  6. Palme-Comploy, Schmid-Pittl: Nischenbildstock, 5. Station Verurteilung Christi. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 16. Dezember 2013.
  7. Palme-Comploy, Schmid-Pittl: Nischenbildstock, 6. Station Ölberg. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 16. Dezember 2013.
  8. Palme-Comploy, Schmid-Pittl: Nischenbildstock, 7. Station Kreuzaufrichtung. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 16. Dezember 2013.
  9. Palme-Comploy, Schmid-Pittl: Ehemaliges Pfarrhaus, Alter Widum. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 16. Dezember 2013.
  10. Palme-Comploy, Schmid-Pittl: Wegkreuz vor der Blasiuskirche. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 16. Dezember 2013.
  11. Palme-Comploy, Schmid-Pittl: Wallfahrtskirche hl. Blasius, Blasiuskirche. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 16. Dezember 2013.
  12. Frick, Schmid-Pittl: Wegkreuz. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 16. Dezember 2013.
  13. Palme-Comploy, Schmid-Pittl: Wegkreuz, Pendl-Kreuz. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 16. Dezember 2013.
  14. Palme-Comploy, Schmid-Pittl: Gemeindeamt, Marktgemeindeamt Völs, ehem. Ansitz Thurnfels, Turm zu Völs. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 16. Dezember 2013.
  15. Palme-Comploy, Schmid-Pittl: Alte Pfarrkirche St. Jodok und Lucia, Kirche St. Jodok und Luzia. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 16. Dezember 2013.
  16. Palme-Comploy, Schmid-Pittl: Kreuzgruppe am ehemaligen Pestfriedhof. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 16. Dezember 2013.
  17. Palme-Comploy, Schmid-Pittl: Pfarrkirche zu Ehren Jesu Christi in Emmaus, Emmauskirche. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 16. Dezember 2013.
  18. Palme-Comploy, Schmid-Pittl: Nischenbildstock, Schwarzkreuzkapelle. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 16. Dezember 2013.
  19. Palme-Comploy, Schmid-Pittl: Kriegerdenkmal. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 16. Dezember 2013.
  20. § 2a Denkmalschutzgesetz im Rechtsinformationssystem der Republik Österreich.