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vom 15.06.2022, aktuelle Version,

Scharnstein

Marktgemeinde
Scharnstein
Wappen Österreichkarte
Scharnstein (Österreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Gmunden
Kfz-Kennzeichen: GM
Fläche: 47,79 km²
Koordinaten: 47° 54′ N, 13° 58′ O
Höhe: 488 m ü. A.
Einwohner: 4.958 (1. Jän. 2022)
Bevölkerungsdichte: 104 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4644
Vorwahl: 07615
Gemeindekennziffer: 4 07 19
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Hauptstraße 13
4644 Scharnstein
Website: www.scharnstein.ooe.gv.at
Politik
Bürgermeister: Rudolf Raffelsberger (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2021)
(25 Mitglieder)
10
6
5
4
10  6  5  4 
Insgesamt 25 Sitze
Lage von Scharnstein im Bezirk Gmunden
Bad GoisernGschwandtKirchhamOhlsdorf
Lage der Gemeinde Scharnstein im Bezirk Gmunden (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap

Blick von der Ruine Scharnstein auf Scharnstein
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Scharnstein (1848–1976 Viechtwang) ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Gmunden im Traunviertel mit 4958 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2022).

Geografie

Scharnstein liegt im Herzen des Almtals auf um die 517 m ü. A. Höhe.

Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 9,1 km, von West nach Ost 10,5 km. Die Gesamtfläche beträgt 47,8 km². 54,8 % der Fläche sind bewaldet, 36 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt. Höchste Erhebung des Gemeindegebiets ist das Steineck mit 1418 m. Weitere bekannte Berge sind der Zwillingskogel 1405 m, der Hochsalm 1405 m und das Maisenkögerl 945 m.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende vier Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2022[1]):

  • Dorf (664)
  • Mühldorf (1602)
  • Scharnstein (1381)
  • Viechtwang (1311)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Dorf, Mühldorf I und Viechtwang.

Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Gmunden.

Nachbargemeinden

Kirchham Vorchdorf Pettenbach
St. Konrad Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Steinbach am Ziehberg (Bez. Kirchdorf a.d.K.)
Gmunden Grünau im Almtal

Geschichte

Die Grafen von Rebgau begannen um 1120 mit dem Bau der Burg Scharnstein. 1204 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung.

Bereits 1492 erwarb der kaiserliche Pfleger auf Wildenstein, Christoph Jörger zu Reut, von Sigmund Graf Schaunberg die Burg Alt-Scharnstein samt dem Landgericht auf dem Moos, die er jedoch schon wenige Jahre später wieder an Kaiser Maximilian I. verkaufte. Im Jahr 1538 brannte die Burg aus Fahrlässigkeit ab. Johann Fernberger verwendete das Geld nicht für den Wiederaufbau der Burg, sondern für den Bau des Pfleghauses (Schafferleithen). 1584 erwarben die Jörger, namentlich Helmhart VIII. Jörger, die Herrschaft Scharnstein und errichteten ein mächtiges Schlossgebäude neben dem bereits bestehenden Pfleghaus, das neue Amtshaus an der Schafferleiten, und gründeten ab 1585 auch die ersten Sensenhämmer an der Alm.

In der Gegenreformation wurden 1621 alle Besitzungen der für die Verbreitung der protestantischen Lehre in Oberösterreich mit vollem Einsatz und schließlich mit offenem Widerstand eingetretenen Jörger konfisziert; die Herrschaft Scharnstein wurde 1625 dem Kloster Kremsmünster verkauft.

Die Herrschaft Scharnstein unterstand ab 1625 dem Stift Kremsmünster. Während der Napoleonischen Kriege wurde die Region mehrfach von französischen Truppen besetzt, blieb aber immer ein Teil des Landes Österreich ob der Enns.

Ab 1848, mit Schaffung der Ortsgemeinden nach der Revolution, hieß die Gemeinde Viechtwang, nach dem heutigen Ortsteil. Noch im 19. Jahrhundert war die Gemeinde die größte Sensenproduktionsstätte der Monarchie (siehe Simon Redtenbacher seelige Witwe & Söhne). 700 Beschäftigte erzeugten täglich 4.000 Sensen und 5.000 Sicheln.

Im Jahre 1901 wurde die Almtalbahn von Wels nach Grünau im Almtal fertiggestellt, und somit war Scharnstein über den Schienenverkehr erreichbar geworden. Seit 1918 gehört das Gemeindegebiet zum Bundesland Oberösterreich. 1932 wurde der Gemeindeteil Scharnstein zum Ort erhoben.

Im Jahr 1967 erwarb Harald Seyrl, ein österreichischer Historiker, das Schloss vom Stift Kremsmünster und begann mit Arbeiten zur Rettung der historischen Substanz, die mittlerweile weitgehend abgeschlossen sind.

Im Jahr 1976 wurde der Gemeindename auf Scharnstein geändert.

Das Jahr 1987 brachte das Ende der 400 Jahre währenden Scharnsteiner Sensenerzeugung. Im Jahr 2004 wurde die Gemeinde Scharnstein anlässlich ihres 800-jährigen Bestandes von LH Dr. Josef Pühringer zur Marktgemeinde erhoben.

Einwohnerentwicklung

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 4.309 Einwohner, 2001 dann 4.539 Einwohner, stieg im Jahr 2011 auf 4.731 Einwohner und erreichte 2018 einen neuen Höchststand von 4.819 Personen. Das starke Wachstum erfolgt trotz negativer Geburtenbilanz im Zeitraum 2001 bis 2011 durch eine sehr positive Wanderungsbilanz in den letzten Jahrzehnten.[2]

Hauptort der Gemeinde: Scharnstein

Scharnstein (Hauptort einer Marktgemeinde)
Ortschaft (Hauptort der Gemeinde)
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Gmundenf8, Oberösterreich
Pol. Gemeinde Scharnstein  (KG Mühldorf I)
Koordinaten 47° 54′ 11″ N, 13° 57′ 42″ O
Höhe 488 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 1381 (1. Jän. 2022)
Gebäudestand 399 (2001)
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 08782
Zählsprengel/ -bezirk Scharnstein-Mühldorf, Haid (40719 000,002)
Ortsch. mit Spielangerthal, Tießenbach, Schloss Scharnstein
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; DORIS
Vorlage:Infobox Gemeindeteil in Österreich/Wartung/Nebenbox
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1381

BW

Gemeindehauptort ist der Marktort Scharnstein. Er liegt direkt an der Alm, auf einer Höhe von 488 m ü. A.

Die Ortschaft Scharnstein umfasst etwa 400 Gebäude mit etwa 1200 Einwohnern, also 14 der Gemeindebevölkerung, der überwiegende Teil im Ort selbst. Zum Ortschaftsgebiet gehören auch die Rotte Spielangerthal und die Siedlung Tießenbach am anderen Almufer, wie auch Schloss Scharnstein am Nordende des Orts.

Der Ort liegt an der B 120 Scharnsteiner Straße und hat eine Haltestelle der Almtalbahn.

Nachbarorte und -ortschaften
Haid Viechtwang (O.)
Dorf (O.) Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Spielangerthal
Mühldorf (O.) Tießenbach

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Burg Scharnstein um 1674, Stich von G.M.Vischer
Schloss Scharnstein
Pfarrkirche Scharnstein
Pfarrkirche Viechtwang
Sensenmuseum Geyerhammer
  • Burgruine Scharnstein: Die Burg wurde in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts errichtet. Sie bestand einst aus einem Turmvorwerk, einer Vorburg, einem großen Vorratsgewölbe sowie einer Hauptburg mit Palas, Kapelle und Bergfried.
  • Schloss Scharnstein: Schloss Scharnstein geht auf das Jahr 1538 zurück. Im Schloss gibt es zwei Museen, das Österreichische Kriminalmuseum und das Österreichische Gendarmeriemuseum, in denen die Geschichte der österreichischen Justiz und des Sicherheitswesens vom späten Mittelalter bis in die Gegenwart gezeigt wird. Breiter Raum ist der Geschichte des Gendarmeriewesens von 1849 bis zur Gegenwart gewidmet. Im Museum für Österreichische Zeitgeschichte wird anhand von Objekten und Bildern die Entwicklung Österreichs im 20. Jahrhundert gezeigt.
  • Katholische Pfarrkirche Scharnstein hl. Berthold: Die Kirche wurde nach Plänen von Hans Foschum errichtet.
  • Katholische Pfarrkirche Viechtwang hl. Johannes Evangelist
  • Sensenmuseum Geyerhammer: Das Freilichtmuseum zeigt den Übergang von der handwerklichen zur industriellen Sensenproduktion. Schmiedevorführungen mit einem Hammerschmied werden regelmäßig abgehalten.[3] Der Sensenweg ist ein wirtschaftshistorischer Wanderweg mit 2,4 km Länge. Der Sensenweg führt zu Produktionsstätten, Wohnhäusern und den Herrenhäusern der Hammerherren („schwarzen Grafen“). Um die schwer arbeitende Bevölkerung zu versorgen, entstand ein besonderes Gebäck. Von einem unbekannten Bäckermeister wurde der nur im Almtal bekannte Zwieballen entwickelt. Sein Name geht auf ein altes Maß der Sensenschmiede zurück: zwei Handballen. Den Zwieballen gibt es nur im Almtal.

Wirtschaft und Infrastruktur

Tourismus

Scharnstein gehört zur Tourismusregion Almtal, die am 1. Jänner 2013 gegründet wurde.[4]

Vereine

  • Marktmusik Scharnstein-Redtenbacher
  • Naturfreunde Scharnstein, Obmann: Martin Holzinger
  • SV Scharnstein
  • LRC Almtal
  • WSV Scharnstein
  • Musikverein Viechtang

Bildung

Es gibt in Scharnstein zwei Volksschulen (Mühldorf, Viechtwang), eine Neue Mittelschule (Scharnstein Mitte) und zwei Kindergärten.

Politik

BW

Der Gemeinderat hat 25 Mitglieder.

Bürgermeister

Wappen

Beschreibung des Gemeindewappens:

Gespalten von Silber und Schwarz mit zwei aufrecht stehenden, mit den Schneiden auswärts gekehrten Pflugmessern (Sech) in gewechselten Farben; rechts ein roter, links ein goldener Bord.

Die Gemeindefarben sind Rot-Weiß.

Das Wappen ist das Stammwappen der Jörger von Tollet, deren Helmhart VIII. durch sein Wirken, insbesondere als Begründer der Sensenindustrie im Almtal, für Scharnstein wirtschaftshistorische Bedeutung erlangt hat.

Das Wappen wurde 1977, nach der Änderung des Gemeindenamens zu Scharnstein, verliehen.

Persönlichkeiten

Töchter und Söhne der Gemeinde

  • Hilde Berger (* 1946), Schauspielerin, Drehbuchautorin und Schriftstellerin (Romane)
  • Gertrude Drack, Zoologin, genannt Rabengerti, die Ziehmutter des zahmen Kolkraben Kraxi (lebt in Viechtwang)[7]
  • Julia Drack (* 1978), Filmeditorin
  • Wolfgang Leuthner (1744–1812), Benediktiner und Abt des Stiftes Kremsmünster
  • Oddo Scharz (1691–1749), Benediktinerpater und Hochschullehrer

Personen mit Bezug zur Gemeinde

Commons: Scharnstein  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2022 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2022) (ODS)
  2. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Scharnstein, Bevölkerungsentwicklung. Abgerufen am 14. März 2019.
  3. Sensenmuseum Geyerhammer
  4. Aufbruchstimmung im Almtal. ORF Oberösterreich, abgerufen am 24. Juli 2013.
  5. https://orf.at/wahl/ooe21/ergebnisse/40719
  6. https://wahl.land-oberoesterreich.gv.at/GE40700.htm?g=40719
  7. rabekraxi.at
Vorherige Station Almtalbahn
R
Nächste Station
Viechtwang Hst. Scharnstein-Mühldorf Bhf. Kothmühle Hst.

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Das Sensenmuseum Geyerhammer in Scharnstein ist in einer original erhaltenen Produktionshalle des einstmals größten Sensenwerkes der Donaumonarchie untergebracht. Eigenes Werk Isiwal
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Kath. Pfarrkirche hl. Johannes Evangelist mit Friedhofsfläche Eigenes Werk Isiwal ( talk )
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