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Kärnten#

Wappen Kärntens
Wappen Kärntens

Fläche: 9.535,83 km²
Einwohner: 556.173 (2011)
Bevölkerungsdichte: 59 pro km²
Hauptstadt: Klagenfurt
Gebäude: 162.075

2 Städte mit eigenem Statut, 8 politische Bezirke; 11 Gerichtsbezirke; 132 Gemeinden (davon 17 Städte und 41 Marktgemeinden); Oberlandesgericht in Graz, Landesgericht in Klagenfurt.

Lage:#

Kärnten ist das südlichste Bundesland Österreichs, grenzt im Osten und Nordosten an die Steiermark, im Nordwesten an Salzburg, im Westen an (Ost-)Tirol, im Südwesten an Italien und im Südosten an Slowenien. Seinen Namen trägt es wahrscheinlich nach dem Stamm der Karner.

Landschaft:#

Kärnten stellt mit dem gebirgigen Oberkärnten (oberes Drau-, Möll-, Lieser- und Gailtal) und den Talschaften Unterkärntens (unteres Drautal, Klagenfurter Becken, Flussgebiet der Gurk, Lavanttal) eine geschlossene Landschaft dar, die ringsum von Gebirgen begrenzt ist: im Norden von den Hohen Tauern und den Gurktaler Alpen, im Osten durch die Koralpe, im Süden durch die Karnischen Alpen und die Karawanken, im Westen von den Lienzer Dolomiten und der Schobergruppe. Die Errichtung des Nationalparks Hohe Tauern erfolgte gemeinsam mit den Bundesländern Salzburg und Tirol; in Kärnten umfasst der Nationalpark die Glockner-, Schober- und Ankogelgruppe. Kärnten hat 4 große (Wörther, Ossiacher, Millstätter und Weißensee) und rund 1270 kleine Seen (zusammen 60 km²), 38 Gletscher (80 km²); das Flattnitzbach-Hochmoor ist ein 42 km² großes Naturschutzgebiet. 56,8 % der Fläche liegen über 1000 m hoch. Kärnten gehört zum Flussgebiet der Drau mit ihren Nebenflüssen: rechts: Gail; links: Möll, Lieser (mit Malta), Gurk (mit Glan), Lavant.

Faaker See (Kärnten)
Kärnten: Faaker See.
© Österreich Werbung, Löbl-Schreyer, für AEIOU

Klima:#

Unter dem Einfluss von 3 Zonen gibt es große Gegensätze: Im Nordwesten herrscht ozeanisch beeinflusstes alpines Klima, das Klagenfurter Becken hat als vorgeschobener Raum des pannonischen Klimas extremes Beckenklima (Inversion), im Drautal und im unteren Gailtal wirken sich der Einfluss des Mittelmeerklimas und der Föhn ("Jauk") aus. Als reizstarkes "Anregungsklima" im Winter- und reizschwaches "Schonungsklima" im Sommerhalbjahr ist das Klima eines der günstigsten in Österreich.

Bevölkerung:#

Kärnten weist 92,4 % deutschsprachige Einwohner auf; der Anteil der österreichischen Staatsbürger mit slowenischer (bzw. windischer) Umgangssprache beträgt 2,5 %. Das Siedlungsgebiet der Slowenen im südlichen Landesteil Kärntens ist teilweise stark mit deutschsprachiger Bevölkerung durchmischt und erstreckt sich vom unteren Gailtal über das Rosental, einschließlich des Sattnitzgebiets, ins Jauntal. Die einzige Gemeinde mit mehrheitlich slowenischsprachiger Bevölkerung ist Zell (89,6 %), an 2. Stelle liegt Globasnitz (42,2 %). Vom Burgenland abgesehen hat Kärnten den höchsten Anteil an Protestanten (10,3 %) von allen Bundesländern, besonders in Oberkärnten Rund die Hälfte der Bevölkerung (50,7 %) lebte 2001 in Stadtgemeinden (1966: 25 %), 24,5 % in Marktgemeinden und 24,8 % in Dörfern und Streusiedlungen (1966 noch mehr als die Hälfte der Bevölkerung); am dichtesten besiedelt sind das Klagenfurter Becken (auf 15 % der Landesfläche entfallen hier 50 % der Bevölkerung) und das Lavanttal.

Velden am Wörther See (Kärnten)
Kärnten: Velden am Wörther See.
© Österreich Werbung, Markowitsch, für AEIOU
Zu den in Kärnten gepflogenen Bräuchen gehören Vierberge-Wallfahrt, Reiftanz, Kufenstechen und Kranzelreiten. Populär sind die traditionellen Wiesenmärkte in St. Veit an der Glan und Bleiburg (heute mit Messecharakter).

Bei den Hofformen überwiegt in Unterkärnten der Karantanische Haufenhof, im Bergland der Gruppenhof - im Nockgebiet noch in den 60er Jahren zum Teil mit Rauchstuben (St. Oswald, St. Lorenzen) - und im Lesachtal der Paarhof mit Steinkästen vor dem Wohnhaus. In den Karnischen Alpen hat Kärnten die einzigen Almdörfer Österreichs.

Kärnten weist aufgrund der saisonabhängigen Berufe des Baugewerbes und des Fremdenverkehrs (19 % aller Beschäftigten) starke Schwankungen des Arbeitsmarkts auf: Ende Jänner 2005 hatte Kärnten 186.446 Beschäftigte, Ende Juli 2005 waren es 211.468; dementsprechend hoch ist die Saisonarbeitslosigkeit im Winter (12,1 % im Jänner 2005, hingegen nur 5,4 % im Juli 2005).

Landwirtschaft:#

Wie in ganz Österreich ist auch in Kärnten die Landwirtschaft in Bezug auf die Anzahl der Erwerbstätigen langfristig gesehen im Rückgang. Kärnten hat von allen Bundesländern den zweitgrößten Waldanteil im Vergleich zur Gesamtfläche (2000: 1,733.500 Erntefestmeter, davon 83,5 % Nutz- und 16,5 % Brennholz) und von den österreichischen Gebirgsländern die meisten Ackerflächen (Krappfeld, Lavanttal, Klagenfurter Becken) mit Getreide-, Kukuruz- (besonders für Grünfutter), Buchweizen-, Hirse- und Obstbau. 1 Drittel der Fläche nehmen Wiesen, Weiden und Almen (Almwirtschaft) mit bedeutender Rinder- und Pferdezucht (Noriker) ein. In der Landwirtschaft spielt der Genossenschaftsgedanke eine große Rolle.

Wirtschaft:#

Scheune bei Friesach (Kärnten)
Kärnten: Scheune bei Friesach.
© Österreich Werbung, Lamm, für AEIOU

In Kärnten lassen sich analoge allgemeine Wirtschaftstrends wie in anderen Bundesländern feststellen: Der Landwirtschaft ist seit Jahrzehnten im Rückgang (1951: 37,5 %, 2001: 4,1 %), die Sachgüterproduktion verzeichnete bis etwa zur Mitte der 70er Jahre eine Zunahme, seither eine Abnahme (1951: 33,6 %, 1971: 40,4 %, 1993: 34,1 %, 2001: 29,3 %), während der Dienstleistungssektor stark expandiert (1951: 33,6 %, 1971: 40,4 %, 2001: 65,9 %). - An Bodenschätzen hat Kärnten Magnesit bei Radenthein und kleinere Mengen Antimon, Talk, Feldspat, Glimmer, Ton, Marmor, Torf und andere; Mineral- bzw. Heilquellen werden in Warmbad-Villach, Bad St. Leonhard, Bad Kleinkirchheim und Preblau genutzt. Bedeutend sind die Wasserkraftwerke (Österreichische Draukraftwerke AG): 2000 erzeugte Kärnten mit 6119 Millionen kWh rund 10 % des elektrischen Stroms in Österreich. Für den österreichischen Export sind Holz-, Holz verarbeitende, Papier-, Eisenwaren- und Metallindustrie, Kfz-Zulieferindustrie, Elektronikindustrie (Infineon, Philips), chemische Industrie (Treibacher Industrie AG), Faserplatten-, Heraklith-, Textil- und Schuhindustrie sowie die Jagdwaffenerzeugung in Ferlach von Bedeutung. Die "Kärntner Messe" und die "Österreichische Holzmesse" in Klagenfurt werden international beschickt.

Tourismus:#

Kufenstechen im Gailtal (Kärnten)
Kärnten: Kufenstechen im Gailtal.
© Österreich Werbung, Bohnacker, für AEIOU

Das Seengebiet bildet ein Fremdenverkehrszentrum. Im Tourismus zeigt sich ein starkes Saisongefälle: 2005 wurden in Kärnten insgesamt 12,7 Millionen Nächtigungen registriert, davon rund 74 % in der Sommersaison. Die Krise um die Mitte der 90er Jahre (1990 gab es noch insgesamt 18 Millionen Nächtigungen) brachte einen starken Rückgang, erst nach dem Jahr 2000 war wieder eine leichte Aufwärtstendenz erkennbar.

Verkehr:#

Kärnten besitzt mit dem Bahnhof Villach den wichtigsten Verkehrsknotenpunkt der Südbahnlinie Wien- Italien (über Arnoldstein), der Tauernbahn (nach Salzburg und von Spittal an der Drau nach Ost- und Südtirol, Italien) und der Karawankenbahn (über Rosenbach nach Slowenien). Von den Straßen führt die A 2 von Wien über Graz und Villach nach Italien, die A 10 (Tauernautobahn) von Salzburg durch den Katschbergtunnel (5439 m) nach Villach und die A11 weiter nach Slowenien (Karawankentunnel, 7864 m), von Klagenfurt geht die wichtigste Straßenverbindung nach Slowenien über den Loiblpass (1367 m). Weitere wichtige Berg- und Passstraßen in Kärnten sind die Großglockner-Hochalpenstraße und die Nockalmstraße. In Klagenfurt-Annabichl befindet sich der internationale Flugplatz von Kärnten (tägliche Verbindungen nach Wien, Hamburg, London und Frankfurt am Main).

Kunst, Kultur:#

Kärnten besitzt zahlreiche Funde aus Frühgeschichte (Bleifiguren aus Frög, keltischer Waffenfund in Förk, venetische Inschriften aus dem oberen Gailtal), Römerzeit (Jüngling vom Magdalensberg, Kopie im Kunsthistorischen Museum in Wien, Statuen und Mosaiken aus Virunum, Juenna, Teurnia), der Zeit des Frühchristentums (Teurnia, Hemmaberg, Duel und andere) und des Frühmittelalters (Molzbichl, Karnburg). Berühmt sind die Bau- und Kunstdenkmäler aus Romanik (Gurker Dom, Stiftskirche St. Paul im Lavanttal und Millstatt), Gotik (Maria Saal, Wolfsberg, St. Andrä im Lavanttal, Friesach, Ossiach, Villach, St. Veit an der Glan, Heiligenblut) und Renaissance (Schloss Porcia in Spittal an der Drau). In Kärnten befinden sich viele Karner und Bildstöcke, romanische und gotische Wandmalereien (T. Artula von Villach) sowie Burgen und Schlösser. Eine Besonderheit stellen die Fastentücher dar. Von den modernen Künstlern sind unter anderem die Maler A. Kolig, F. Wiegele, S. Isepp, H. Boeckl, A. Mahringer, A. J. Clementschitsch, G. Hoke, M. Lassnig, H. Bischoffshausen, H. Staudacher, K. Kogelnik und C. Kolig zu nennen. In Kärnten entstanden eine beachtliche Volksdichtung und geistliche Volksschauspiele. In der Dichtung reicht der Bogen von Ulrich von Liechtenstein, Heinrich von dem Türlein bis hin zu Fercher von Steinwand, J. F. Perkonig, C. Lavant, I. Bachmann, P. Handke, P. Turrini, G. Jonke, H. Gigacher, J. Winkler und anderen. Die Zeitschrift Carinthia erscheint seit 1811 ununterbrochen und ist die älteste wissenschaftliche Zeitschrift Österreichs und die drittälteste im deutschen Sprachraum (seit 1891 geteilt in Carinthia I für Geschichte und Carinthia II für Naturwissenschaft). T. Koschat hat die zumeist 4- oder 5-stimmigen Volkslieder weit über die Grenzen des Landes bekannt gemacht. Kulturelle Einrichtungen sind das Landesmuseum, das Landesarchiv, die Landesgalerie, das Landeskonservatorium, das Künstlerhaus und das Klagenfurter Stadttheater. Sommerfestspiele finden in Ossiach (Carinthischer Sommer), Friesach, Millstatt (Orgelwochen) und Spittal (Schloss Porcia) statt. Das Kärntner Freilichtmuseum zeigt in Maria Saal typische Hauslandschaften. Das Brauchtum wird ebenso gepflegt wie der Landschaftsschutz (Nationalpark Hohe Tauern, Nockgebiet). Um die slowenische Sprache und Literatur machten sich im 19. Jahrhundert in engem Zusammenwirken mit dem Hermagoras-Verein A. M. Slom.ek, M. Ziljski, A. Jane.i. und V. Einspieler verdient. Elemente der Volksdichtung der Kärntner Slowenen gingen durch Autoren wie M. Hartman, F. Lipu., J. Mesner, K. Smolle, J. Ferk, M. Haderlap und anderen auch in die moderne Dichtung ein.

Geschichte:#

Gotischer Karner in Mettnitz (Kärnten)
Kärnten: Gotischer Karner in Mettnitz.
© Österreich Werbung, Markowitsch, für AEIOU

Die zahlreichen Ausgrabungsstätten zeugen von der Frühgeschichte des Landes. Der Beginn der Besiedlung reicht in die ausgehende Altsteinzeit zurück. Eine dichte Durchsiedlung erfolgte aufgrund des Kupferbergbaus im 4./3. Jahrhundert v. Chr. Um 300 v. Chr. wanderten die Kelten in das Land ein. Sie übernahmen die Macht und errichteten einen Stammesbund (später Regnum Noricum), der zuletzt bis in das Eisacktal, nach Salzburg und an die Donau reichte. Zur Römerzeit war Kärnten zuerst Zentrum (Virunum), dann Teil der Provinz Noricum. Im beginnenden 7. Jahrhundert zogen die Alpenslawen in die Kärntner Beckenlandschaft. 741-765 riefen die slawischen Karantaner die Baiern gegen die Awaren zu Hilfe. Unter der darauf beginnenden bairischen Oberherrschaft erfolgte die 2. Christianisierung. König Karlmanns illegitimer Sohn Arnulf von Kärnten erhielt 876 die Verwaltung von Karantanien übertragen, 887 wurde er König des Ostfränkischen Reichs. Herzog Arnulf von Baiern bezeichnete sich 935 als Bagoariorum et Carantanorum dux. König Otto II. verlieh das Land 976 als selbständiges Herzogtum - das Erste unter den österreichischen Herzogtümern und eines der ältesten im Reich - an den Luitpoldinger Heinrich I. Aus dem frühen Mittelalter stammen Fürstenstein (Karnburg) und Herzogstuhl auf dem Zollfeld. Zum Herzogtum Karantanien gehörten damals auch die Gebiete der späteren Steiermark, Teile von Oberösterreich (Ennstal) und Niederösterreich (Pittener Land) sowie die Mark Verona mit Friaul, Krain und Istrien (bis 1173). Vom ausgehenden 10. bis zur Mitte des 11. Jahrhunderts lösten einander verschiedene Herrscherfamilien ab, so Angehörige der Luitpoldinger, der Salier, der Luidolfinger (Ottonen) und der Eppensteiner, die von 1012-1122 mit Unterbrechungen herrschten. Ihnen folgten die Sponheimer; sie verloren 1151 die Mark Verona und 1180 die "Kärntner Mark" (zum selbständigen Herzogtum Steiermark erhoben). Von ihnen erbte Ottokar II. von Böhmen 1269 das Land (bis 1276). Daneben waren der Erzbischof von Salzburg in Friesach, Althofen und Gmünd und der Bischof von Bamberg in Villach und im Lavanttal (Wolfsberg) mächtige Feudalherren. Dadurch konnte sich vorerst kein geschlossenes Landesfürstentum ausbilden. Zu den bedeutendsten Adelsfamilien in Oberkärnten gehörten die 1149 mit Bischof Altmann von Trient ausgestorbenen Grafen von Lurn und ihre Nachfolger, die Grafen von Görz, ferner die Grafen von Ortenburg (ausgestorben 1418) sowie in Unterkärnten die Grafen von Jaun, später die von Heunburg. Als bäuerlich-demokratischer Akt sind die Zeremonien der Herzogseinsetzung auf dem Zollfeld aufzufassen. 1286-1335 regierten in Kärnten die Herzöge aus dem Haus Görz-Tirol, 1335 belehnte der Kaiser die Habsburger mit Kärnten, das seither mit Österreich verbunden blieb. Bis 1518 war St. Veit an der Glan Landeshauptstadt, mit der Schenkung der Stadt Klagenfurt an die Kärntner Landstände durch Kaiser Maximilian I. wurde Klagenfurt 1518 politischer Mittelpunkt und Landeshauptstadt. Im 15. Jahrhundert verwüsteten die Türken weite Strecken von Kärnten (5 Türkeneinfälle: 1473, 1476, 1478, 1480, 1483), das gegen Ende des 16. Jahrhunderts fast ganz protestantisch war. Im 17. Jahrhundert wurde die Gegenreformation durchgeführt, die Protestanten wurden teilweise ausgewiesen, in abgelegeneren Gebieten wurden sie aber von der Gegenreformation nicht erreicht und konnten weiterhin nach ihrem Glauben leben. 1787 wurde der Sitz des Bischofs von Gurk nach Klagenfurt verlegt. 1809-13 war Oberkärnten ein Teil der "Illyrischen Provinzen" des napoleonischen Kaiserreichs Frankreich, 1825-49 war das ganze Land dem österreichischen "Illyrischen Königreich" zugeteilt und dem Gubernium in Laibach unterstellt.

Kärnten: Herzogtum Kärnten 976., © Christian Brandstätter Verlag, Wien
Kärnten: Herzogtum Kärnten 976.
© Christian Brandstätter Verlag, Wien

1849 wurde Kärnten selbständiges Kronland. Im Kärntner Abwehrkampf 1918/19 zwangen die Kärntner die Truppen des SHS-Staats (das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, das spätere Jugoslawien), die das südliche Kärnten besetzt hatten, das Land zu räumen. Bei der Kärntner Volksabstimmung vom 10. 10. 1920 stimmten 59,04 % für den Verbleib des gemischtsprachigen Gebiets bei Kärnten und damit bei Österreich (seither wird der 10. Oktober in Kärnten gefeiert). Im Friedensvertrag von Saint-Germain 1919 mussten das Mießtal (430 km²) im Südosten an den SHS-Staat und das Kanaltal (362 km²) im Süden an Italien abgetreten werden. Während der-Jahre 1938-45 war Kärnten ein Reichsgau des Großdeutschen Reichs. Osttirol und (ab 1942) große Teile von Krain (Slowenien) waren an Kärnten angegliedert. 1945 stellte Jugoslawien unter Tito vorübergehend erneut Gebietsforderungen.

In Kärnten gilt die Landesverfassung nach dem Gesetz von 1996 (LGBl. Nummer 85/1996, in der Fassung LGBl. Nummer 57/2002). Die Zahl der Landtagsabgeordneten beträgt 36.

Kirchlich bildet Kärnten die Diözese Gurk (Sitz in Klagenfurt).







Ergebnisse der Landtagswahl 2013

LTW 2013
Stimmen

LTW 2013
Mandate

Zahlen und Fakten: (Bitte das gewünschte Tab anklicken!)#

Gemeinden#

Die größten Gemeinden (mit mehr als 5000 Einwohnern, per 31.10.2006)
Klagenfurt* 92.427
Ferlach* 7.386
Villach* 58.422
Ebenthal in Kärnten** 7.550
Wolfsberg* 25.380
Hermagor-Pressegger See* 7.162
Spittal an der Drau* 15.938
Arnoldstein** 6.809
Feldkirchen in Kärnten* 14.286
Radenthein* 6.458
St. Veit an der Glan* 12.944
Paternion** 6.045
Völkermarkt* 11.459
Seeboden** 6.073
St. Andrä* 10.530
Eberndorf** 6.059
Velden am Wörther See** 8.672
Friesach* 5.302
Finkenstein am Faaker See** 8.299
Wernberg 5.216
* Stadt / ** Markt

Die Bezirke (2006)#

politischer Bezirk Gemeinden Fläche in km² Bevölkerung insgesamt Bevölkerung pro km² Bevölkerungszu- (+)
bzw. -abnahme (-)
2001-2006 in %
Klagenfurt (Stadt) 1 120,11 92.427 778 + 0,8
Villach (Stadt) 1 134,89 57.497 426 + 1,6
Feldkirchen 10 558,56 30.273 54 +0,7
Hermagor 7 808,02 19.757 24 -2,2
Klagenfurt Land 19 765,59 56.391 74 + 2,5
St. Veit an der Glan 20 1.493,67 58.742 39 -1,8
Spittal an der Drau 33 2.764,52 81.719 29 -1,8
Villach Land 19 1.009,33 64.698 64 +/- 0,0
Völkermarkt 13 907,49 43.575 48 -1,1
Wolfsberg 9 973,79 56.611 58 -1,9
Kärnten 132 9.535,97 559.698 59 + 0,1

Bevölkerung (gemäß Volkszählungen)#

  • 1869 - 315.397
  • 1880 - 324.857
  • 1890 - 337.013
  • 1900 - 343.531
  • 1910 - 371.372
  • 1923 - 371.227
  • 1934 - 405.129

  • 1951 - 74.764
  • 1961 - 495.226
  • 1971 - 526.759
  • 1981 - 536.179
  • 1991 - 547.798
  • 2001 - 559.404
  • 2006 - 560.355

Wirtschaftsflächen (2007)#

Kulturarten Fläche in ha Fläche in %
Ackerland 64.621 7,60
Hausgärten 388 0,05
Obstanlagen einschließl. Beerenobst (ohne Erdbeeren) 298 0,04
Weingärten 14 0,00
Reb- und Baumschulen 66 0,01
Forstbaumschulen 9 0,00
einmähdige Wiesen 3.650 0,43
mehrmähdige Wiesen 76.684 9,02
Kulturweiden 11.396 1,34
Hutweiden 18.156 2,14
Almen und Bergmähder 115.115 13,54
Streuwiesen 211 0,02
Wald 450.833 53,03
Energieholzflächen (Kurzumtriebsflächen) 80 0,01
Christbaumkulturen 43 0,01
Forstgärten 4 0,00
nicht mehr genutztes Grünland 15.555 1,83
fließende und stehende Gewässer 7.160 0,84
andere unproduktive Flächen 80.749 9,50
Gesamtfläche 850.125 100,00

Berufstätige (nach Wirtschaftsabteilungen)#

Berufstätige
(ohne Pensionisten und sonstige Einkommensempfänger)
1971 1981 1991 2001
Land- und Forstwirtschaft 60.501 37.395 26.634 18.961
Energie- und Wasserversorgung 8.422 9.215 7.366 5.773
Bergbau, Steine- und Erdengewinnung 9.295 5.438 2.367 1.485
verarbeitendes Gewerbe, Industrie 107.274 104.875 93.260 73.796
Bauwesen 60.601 53.568 45.005 44.967
Handel, Lagerung 36.569 44.385 46.343 58.358
Beherbergungs- und Gaststättenwesen 20.430 25.167 28.761 28.445
Verkehr, Nachrichtenübermittlung 37.079 35.883 32.355 25.445
Geld- und Kreditwesen, Privatversicherungen, Wirtschaftsdienste 10.763 16.446 22.328 38.682
persönliche, soziale und öffentliche Dienste, Haushaltung 61.737 77.315 91.872 99.090
Pensionisten, Rentner 75.766 86.102 105.973 124.548
sonstige Einkommensempfänger, unbekannt 3.329 7.087 8.681 8.037

Bildungswesen (2007/2008)#

Schulart Schulen Klassen SchülerInnen bzw.Studierende
Kindertagesheime 422 908 18.784
allgemein bildende Pflichtschulen 368 2.247 41.045
allgemein bildende höhere Schulen 23 545 13.677
berufsbildende Pflichtschulen 11 450 8.907
berufsbildende mittlere Schulen 36 166 3.865
berufsbildende höhere Schulen 24 467 11.746
Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik 1 - 412
Akademien im Gesundheitswesen 6 - 347
Universitäten 1 - 7.669
Fachhochschul-Studiengänge 30 - 1.500

Landtagswahlen #

LTW_K.png

Landtagsabgeordnete#

Partei 1945 1949 1953 1956 1960 1965 1970 1975 1979 1984 1989 1994 1999 2004 2009
ÖVP 14 12 11 12 12 12 12 12 12 11 8 9 8 4 6
SPÖ 18 15 18 18 18 18 20 20 20 20 17 14 12 14 11
FPÖ (WdU) - 8 6 5 5 5 4 4 4 5 11 13 16 16 -
KPÖ 3 1 1 1 1 1 - - - - - - - - -
GRÜNE - - - - - - - - - - - - - 2 2
BZÖ - - - - - - - - - - - - - - 17
Demokrat. Partei 1 - - - - - - - - - - - - - -

Die Landeshauptleute Kärntens#

  • Arthur Lemisch*: 11. 11. 1918 - 22. 7. 1921
  • Florian Gröger (SDAP): 22. 7. 1921 - 6. 11. 1923
  • Vinzenz Schumy (LB): 6. 11. 1923 - 15. 6. 1927
  • Arthur Lemisch (parteilos): 15. 6. 1927 - 21. 1. 1931
  • Ferdinand Kernmaier (LB): 22. 1. 1931 - 16. 2. 1934
  • Silvester Leer (geschäftsführend, CS): 16. 2. 1934 - 7. 3. 1934
  • Ludwig Hülgerth (Heimatschutz, VF): 7. 3. 1934 - 3. 11. 1936
  • Arnold Sucher (VF): 3. 11. 1936 - 11. 3. 1938
  • Wladimir v. Pawlowski (NS): 11. 3. 1938 - 1. 6. 1938
  • Hubert Klausner (NS): 1. 6. 1938 - 12. 2. 1939
  • Wladimir v. Pawlowski (NS): 12. 2. 1939 - 1. 12. 1941

  • Friedrich Rainer (NS): 1. 12. 1941 - 7. 5. 1945
  • Hans Piesch (SPÖ): 8. 5. (25. 7.) 1945 - 25. 4. 1947
  • Ferdinand Wedenig (SPÖ): 25. 4. 1947 - 12. 4. 1965
  • Hans Sima (SPÖ): 12. 4. 1965 - 12. 4. 1974
  • Leopold Wagner (SPÖ): 19. 4. 1974 - 27. 9. 1988
  • Peter Ambrozy (SPÖ): 27. 9. 1988 - 21. 4. 1989
  • Jörg Haider (FPÖ): 21. 4. 1989 - 21. 6. 1991
  • Christof Zernatto (ÖVP): 25. 6. 1991 - 8. 4. 1999
  • Jörg Haider (FPÖ, ab 2005 BZÖ): 8. 4. 1999 - 11. 10. 2008
  • Gerhard Dörfler (BZÖ): 27. 10. 2008
* Landesverweser

Literatur#

  • Österreichische Kunsttopographie, Band 1 (Kunstdenkmäler Kärntens), 1889, Band 37 (St. Paul), herausgegeben von K. Ginhart, 1969
  • F. Zopp, Kärntner Bibliographie, Das Schrifttum über Kärnten 1945-59, 1961, 1962-65, 1970, 1966-75, 1977
  • A. von Jaksch, Geschichte Kärntens bis 1335, 2 Bände, 1928/29
  • H. Braumüller, Geschichte von Kärnten, 1949
  • H. Wiessner, Geschichte des Kärntner Bergbaues, 3 Bände, 1950-53
  • K. Dinklage, Kärntens gewerbliche Wirtschaft von der Urzeit bis zur Gegenwart, 1953
  • K. Dinklage, Geschichte der Kärntner Landwirtschaft, 1966
  • K. Dinklage, Geschichte der Kärntner Arbeiterschaft, 1976
  • K. Dinklage,, 25 Jahre Kärntner Wirtschaftsgeschichte 1951-76, 1976
  • W. Fresacher, Der Bauer in Kärnten, 3 Bände, 1950-55
  • E. Kranzmayer, Ortsnamenbuch von Kärnten, 2 Teile 1956/58 (Nachdruck 1989)
  • F. Kohla und andere, Kärntner Burgenkunde, 2 Bände, 1972/73
  • Erläuterungen zum historischen Atlas der österreichischen Alpenländer, 2. Abteilung, Die Kirchen- und Grafschaftskarte, 1956-59
  • W. Neumann, Wirklichkeit und Idee des windischen Erzherzogtums Kärnten, Südostdeutsches Archiv 3, 1960
  • W. Neumann, Die kulturelle Entwicklung Kärntens im 15. und 17. Jahrhundert, 1973
  • H. Dopsch, Die Stifterfamilie des Klosters Gurk und ihre Verwandtschaft, Carinthia I 161, 1971
  • H. Praschniker, Kärnten. Eine geographische Landeskunde, 1976
  • G. Seebach, Burgen und Schlösser um Klagenfurt, Feldkirchen, Völkermarkt, 2/1980
  • Kärnten. Dehio-Handbuch - Die Kunstdenkmäler Österreichs, 2/1981; C. Fräss-Ehrfeld, Geschichte Kärntens, 3 Bände, 1984-2000
  • P. Tropper, Die josephinische Kirchenreform in Kärnten, Jahrbuch der Diözese Gurk 8, 1985
  • W. Neumann, Abwehrkampf und Volksabstimmung, Kärnten 1918-20, Legenden und Tatsachen, 2/1985
  • W. Lukan, Geschichte der Kärntner Slowenen, 1918-Gegenwart, 1988
  • A. Walzl, "Als erster Gau", Entwicklung und Strukturen des Nationalsozialismus in Kärnten, 1992
  • D. Stiefel, Die große Krise in einem kleinen Land, 1988
  • Kärntner Landeswirtschaftschronik, 1992
  • O. Moser, Das Bauernhaus und seine landschaftliche und historische Entwicklung in Kärnten, 1992
  • J. Grabmayer (Hg.), Schatzhaus Kärnten, Beiträge zur Landesausstellung St. Paul, 1991 (mit Bibliographie)
  • W. Wadl und A. Ogris, Das Jahr 1938 in Kärnten und seine Vorgeschichte, 2/1997
  • H. Rumpler (Hg.), Kärnten. Von der deutschen Grenzmark zum österreichischen Bundesland, 1998
  • G. Biedermann und andere, Gotik in Kärnten, 2001
  • H. Rogy, Tourismus in Kärnten, 2002


--> Vorabend zu Maria Lichtmeß: Kirchleintragen in Bad Eisenkappl, Kärnten (Video Album)
--> Historische Bilder zu Kärnten (IMAGNO)
--> Online-Dokumentation "Das gemeinsame Leben"