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vom 16.01.2018, aktuelle Version,

Liste der denkmalgeschützten Objekte in Pfons

Die Liste der denkmalgeschützten Objekte in Pfons enthält die 12 denkmalgeschützten, unbeweglichen Objekte der Gemeinde Pfons.[1]

Denkmäler

Foto   Denkmal Standort Beschreibung
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ObjektID: 39922
bei Gedeir 39
Standort
KG: Pfons
Die einjochig gemauerte Weißlhof-Kapelle über rechteckigem Grundriss wurde inschriftlich 1731 errichtet. Sie hat ein steiles, über dem dreiseitigen Chorschluss abgewalmtes Satteldach und einen zeltgedeckten Dachreiter. An der Giebelfassade befindet sich ein abgefastes Flachbogenportal mit Holztüre und spätbarocke Wandmalereien: Marienkrönung, hll. Florian und Georg (inschriftlich 1787). Innen Stichkappengewölbe mit Stuckmedaillons.[2]

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Kath. Filialkirche hl. Margareta
ObjektID: 71315
Pfons
Standort
KG: Pfons
1177 erstmals urkundlich erwähnte, im Kern spätgotische Kirche, die um die Mitte des 17. Jahrhunderts erweitert wurde und 1752 mit einem neuen Chor versehen wurde. Die Kirche ist ein einfacher Bau mit dreiseitigem Chorschluss, Tonnengewölbe mit Stichkappen.[3]

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Friedhof mit Kapellen und Kleindenkmalen
ObjektID: 110694
Pfons
Standort
KG: Pfons
Die Kirchhofanlage stammt aus dem 18. Jahrhundert. Innerhalb der breiten Umfassungsmauer mit eingebauten Grabkapellen stehen eine Kreuzkapelle sowie die spätgotische Friedhofskapelle hl. Johannes. An der südlichen Langhauswand der Pfarrkirche sind künstlerisch und kulturell bedeutende Epitaphien aufgestellt, an der südlichen Friedhofsmauer befindet sich eine Bronzebüste des Politikers, Priesters und Kirchengeschichtlers Franz Kolb aus dem Jahre 1961 von Hans Buchgschwenter.[4]

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Kath. Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt
ObjektID: 64604
Pfons
Standort
KG: Pfons
f1
BW Datei hochladen Mesnerhaus
ObjektID: 64601

seit 2014

Pfons 1
Standort
KG: Pfons
Das Mesnerhaus war ein zweigeschoßiger, würfelförmiger Bau mit Zeltdach und stand am Rande des Friedhofsgeländes. Die Fassadengliederung war regelmäßig, über dem Nordportal eine spätgotische, polychrome Sandsteinmadonna. Die wesentlichen Bauteile stammten aus dem 15. Jahrhundert, der integrierte Wirtschaftsteil und die Wohnräume im Erdgeschoß und Obergeschoß aus einer spätbarocken Umbauphase, kleinere Veränderungen erfolgten im späten 19. Jahrhundert. Im Keller befanden sich mehrere gewölbte Räume, teilweise sind mittelalterliche Mauerstrukturen eines Vorgängerbaues durch Bauuntersuchung belegt, deutlich lagiges Koppenmauerwerk mit opus spicatum aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.[5]

Nach der Einschränkung des Denkmalschutzes auf zwei Kellermauerzüge wurde das Gebäude abgerissen, an seiner Stelle wurde der Friedhof um einen Urnenteil erweitert.[6][7] [8]

Datei hochladen Kath. Filialkirche hl. Nikolaus und Reste des ehem. Friedhofs
ObjektID: 64603
Schöfens
Standort
KG: Pfons
Die Nikolauskirche wurde 1454 erstmals erwähnt und 1741 barock umgestaltet. Die Kirche hat einen zweijochigen eingezogenen, fünfseitigen Chor, ein steiles Satteldach und einen gemauerten Giebelreiter mit Zwiebelhelm. An der Westfassade befindet sich ein spitzbogig geschlossenes Tuffsteinportal, darüber ein barockes Fresko mit drei heiligen Bischöfen. Das Innere ist mit einer Stichkappentonne und einem spitzbogigen Triumphbogen gestaltet. Der Stuck und die Deckenbilder stammen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.[9]
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ObjektID: 64764
Schöfens 1
Standort
KG: Pfons
Der Baukern des mächtigen, dreigeschoßigen Baus über hakenförmigem Grundriss stammt aus dem 15. Jahrhundert. Der Pfarrhof hat ein Walmdach und reiche architektonische Gliederung, er ist von einer hohen Gartenmauer umgeben. Die sechsachsige, westseitige Hauptfassade hat zwei Polygonalerker, Stuckrosetten, ein Rundbogenportal und darüber ein Wandbild des hl. Josef aus dem 19. Jahrhundert. Die Innenräume zeigen gotische Baudetails, Gewölbe und Rundbogenöffnungen.[10]
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ObjektID: 39924
Schöfens 8
Standort
KG: Pfons
Beim Bauernhaus Glas handelt es sich um einen zweigeschoßigen, quergeteilten Einhof. Der Baukern stammt aus dem 16. Jahrhundert, das heutige Erscheinungsbild aus dem 17. Jahrhundert. Mit dem östlich liegenden Gebäudeteil unter einem Satteldach vereint. Der hinter dem Wohnteil liegende ehemalige Wirtschaftsteil ist heute zu Wohnräumen adaptiert. Die westliche Traufseite ist mit reicher barocker Fassadenmalerei verziert: hll. Sebastian und Florian, Mariahilfmedaillon, Sonnenuhr mit Auferstandener sowie gemalte Fensterumrahmungen. Darunter sind noch Reste älterer Malereien feststellbar.[11]

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Anstaltskapelle St. Michael
ObjektID: 124143
bei Schöfens 12
Standort
KG: Pfons
Die Kapelle des Bildungshauses St. Michael wurde 1960 nach Plänen von Josef Lackner errichtet. Sie ist mit künstlerisch gestalteten Betonglasfenstern ausgestattet. Wandkeramik und Tür wurden 1978 von August Stimpfl geschaffen.[12]
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ObjektID: 39926
Schöfens 20
Standort
KG: Pfons
Hauptartikel: Burg Arnholz
f1
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ObjektID: 39923
Schöfens 23
Standort
KG: Pfons
Hauptartikel: Latschburg
f1
Datei hochladen Neuzeitliches Gräberfeld
ObjektID: 129716

seit 2014

Gibser Geschwöle
Standort
KG: Pfons
Beim Bau einer Hochdruckwasserleitung dem Ufer der Sill entlang zum weiter flussabwärts entstehenden Silluferkraftwerk Mühlen der Innsbrucker Kommunalbetriebe wurden im Februar 2011 mehrere Körpergräber angeschnitten. Insgesamt konnten in dem Sonderbestattungsareal 13 Skelette von teilweise jungen Männer in mindestens fünf Grablegen freigelegt werden. Ein Teil der Toten dürften mit hoher Wahrscheinlichkeit gefallene bayerische Soldaten sein, die im Zuge des so genannten „Boarischen Rummels“ 1703 zu Tode kamen. Darauf lassen sowohl die Pfarrmatriken von Matrei als auch geborgene Uniformreste schließen. Elf der Gräber wurden geborgen, zwei wurden in situ belassen. Das Gräberfeld könnte sich in dem schmalen Uferstreifen weiter nach Süden, vielleicht auch weiter nach Norden erstrecken, entsprechende Grabungen wurden aber nicht durchgeführt. Es wurden auch Skelette älterer Menschen gefunden, teilweise mit schweren Degenerationserscheinungen, dabei könnte es sich um Selbstmörder und Seuchenopfer handeln, die außerhalb des Kirchhofs bestattet wurden. Tiefere Schichten wurden untersucht, blieben aber fundleer. Die Bergungsmaßnahmen wurden am 21. Februar abgeschlossen.[13][14]

Anmerkung: Das Objekt war schon 2011 während der Notgrabung kurz unter Denkmalschutz.

Legende

Quelle für die Auswahl der Objekte sind die vom BDA jährlich veröffentlichten Denkmallisten des jeweiligen Bundeslandes.[1] Die Tabelle enthält im Einzelnen folgende Informationen:

Foto: Fotografie des Denkmals. Klicken des Fotos erzeugt eine vergrößerte Ansicht. Daneben finden sich ein oder zwei Symbole:
Das Symbol bedeutet, dass weitere Fotos des Objekts verfügbar sind. Durch Klicken des Symbols werden sie angezeigt.
Durch Klicken des Symbols können weitere Fotos des Objekts in das Medienarchiv Wikimedia Commons hochgeladen werden.
Denkmal: Bezeichnung des Denkmals. Es ist die Bezeichnung angegeben, wie sie vom Bundesdenkmalamt (BDA) verwendet wird. Weiters ist die interne Objekt-Identifikationsnummer (ObjektID) angeführt.
Standort: Es ist die Adresse angegeben. Bei freistehenden Objekten ohne Adresse (zum Beispiel bei Bildstöcken) ist im Regelfall eine Adresse angegeben, die in der Nähe des Objekts liegt. Durch Aufruf des Links Standort wird die Lage des Denkmals in verschiedenen Kartenprojekten angezeigt. Darunter ist die Katastralgemeinde (KG) angegeben.
Beschreibung: Kurze Angaben zum Denkmal.

Die Tabelle ist alphabetisch nach dem Standort des Denkmals sortiert. Das Sortierkriterium ist die Katastralgemeinde und innerhalb dieser die Adresse.

Durch Klicken von „Karte mit allen Koordinaten“ (rechts oben im Artikel) wird die Lage aller Denkmale im gewählten Kartenobjekt angezeigt.

Abkürzungen des BDAs: BR … Baurecht, EZ … Einlagezahl, GB … Grundbuch, GstNr. … Grundstücksnummer, KG … Katastralgemeinde, 0G … Grundstücksnummernadresse
  Commons: Denkmalgeschützte Objekte in Pfons  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Tirol – unbewegliche und archäologische Denkmale unter Denkmalschutz. (PDF), (CSV). Bundesdenkmalamt, Stand: 8. Juni 2017.
  2. Graf, Karl Wiesauer: Hofkapelle, Kapelle Gedeir, Weißlhofkapelle. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 20. Oktober 2014.
  3. Jahresbericht des Bundesdenkmalamtes 2010/11, Innsbruck 2012, Seite 106.
  4. Graf, Karl Wiesauer: Friedhof Pfons. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 20. Oktober 2014.
  5. Graf, Karl Wiesauer: Mesnerhaus. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 20. Oktober 2014.
  6. MF: Pfons 1 Mesnerhaus (Teilunterschutzstellung beschränkt auf die nord- und ostseitigen Mauerzüge des Kellers). In: Kulturberichte aus Tirol 2012 63. Denkmalbericht. Juni 2012, S. 35, abgerufen am 20. Oktober 2014 (PDF).
  7. U1architektur, Mutweg Architekten: Friedhofserweiterung Pfons. In: zement + beton 2_16. Februar 2016, S. 28, abgerufen am 16. Januar 2018.
  8. Friedhofserweiterung Pfons. In: architektur im netz, nextroom.at.
  9. I. Dollinger, Wiesauer: Filialkirche hl. Nikolaus, Nikolauskirche. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 9. November 2015.
  10. Graf, Karl Wiesauer: Pfarrhaus. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 20. Oktober 2014.
  11. Graf, Karl Wiesauer: Einhof, quergeteilt, materiell geteilt, Mittelflurgrundriss, Glas. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 20. Oktober 2014.
  12. Frick, Wiesauer: Hauskapelle, Kapelle St. Michael, Michaelskapelle. In: Tiroler Kunstkataster. Abgerufen am 9. November 2015.
  13. MF: Flur Gibser Geschwöle Körpergräber, Feststellung nach §9 Abs. 3 Denkmalschutzgesetz (Unterschutzstellung Archäologie). In: Kulturberichte aus Tirol 2012 63. Denkmalbericht. Juni 2012, S. 36, abgerufen am 2. November 2012 (PDF; 12,0 MB).
  14. Alexander Zanesco: Pfons, Körpergräber eines neuzeitlichen Sonderfriedhofs an der Sill, Flur Gipser Geschwöle. In: Kulturberichte aus Tirol 2012 63. Denkmalbericht. Juni 2012, S. 215-217, abgerufen am 2. November 2012 (PDF; 12,0 MB).
  15. § 2a Denkmalschutzgesetz im Rechtsinformationssystem der Republik Österreich.