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vom 02.02.2020, aktuelle Version,

Mondsee

Marktgemeinde
Mondsee
Wappen Österreichkarte
Wappen von Mondsee
Mondsee (Österreich)
Mondsee
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Vöcklabruck
Kfz-Kennzeichen: VB
Fläche: 16,6 km²
Koordinaten: 47° 51′ N, 13° 21′ O
Höhe: 493 m ü. A.
Einwohner: 3.777 (1. Jän. 2019)
Postleitzahl: 5310
Vorwahl: 06232
Gemeindekennziffer: 4 17 15
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 14
5310 Mondsee
Website: www.gemeinde-mondsee.at
Politik
Bürgermeister: Josef Wendtner (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(25 Mitglieder)
11
4
4
4
2
11  4  4  4  2 
Insgesamt 25 Sitze
Lage von Mondsee im Bezirk Vöcklabruck
Ampflwang im HausruckwaldAttersee am AtterseeAttnang-PuchheimAtzbachAurach am HongarBerg im AttergauDesselbrunnFornachFrankenburg am HausruckFrankenmarktGampernInnerschwand am MondseeLenzingManningMondseeNeukirchen an der VöcklaNiederthalheimNußdorf am AtterseeOberhofen am IrrseeOberndorf bei SchwanenstadtOberwangOttnang am HausruckPfaffingPilsbachPitzenbergPöndorfPuchkirchen am TrattbergPühretRedleitenRedlhamRegauRüstorfRutzenhamSchlattSchörfling am AtterseeSchwanenstadtSeewalchen am AtterseeSt. Georgen im AttergauSt. LorenzSteinbach am AtterseeStraß im AttergauTiefgrabenTimelkamUngenachUnterach am AtterseeVöcklabruckVöcklamarktWeißenkirchen im AttergauWeyregg am AtterseeWolfsegg am HausruckZell am MoosZell am PettenfirstOberösterreich Lage der Gemeinde Mondsee im Bezirk Vöcklabruck (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Mondsee, Luftbild
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Ortsplan Mondsee um 1850
Ansicht des Mondsees (früher Mannsee). Kupferstich von Georg Matthäus Vischer (1674)
Der Marktplatz von Mondsee

Die Marktgemeinde Mondsee mit 3777 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) liegt im Salzkammergut am gleichnamigen See im Bundesland Oberösterreich an der Grenze zum Land Salzburg.

Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Vöcklabruck seit der Gerichtsbezirk Mondsee per 1. Juli 2013 aufgelöst wurde.

Geografie

Der Ort liegt auf 493 m Höhe im Hausruckviertel am Mondsee. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 9,5 km, von West nach Ost 7,7 km. Die Gesamtfläche beträgt 16,4 km², 0,6 % der Fläche sind bewaldet, 7,3 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt, 83 % der Fläche nimmt der Mondsee ein.

Die gesamte Wasserfläche des Mondsees gehört zur gleichnamigen Gemeinde. Das gilt auch für den im See befindlichen Kreuzstein.

Geographische Namen:

Nach dem Digitalen Oberösterreichischen Raum-Informations-System gibt es im Gemeindegebiet noch folgende historische Hausnamen: Graben, Hofbriel, Hoibriel, Maria Hilf, Moos, Pfaffenberg und Schlössel. Außerdem existieren die Flurnamen Steiner Bach (Steinerbach) und Zeller Ach.[1]

Nachbargemeinden:

Lage im Bezug zum Ort Mondsee:

Tiefgraben
(umgibt den Ort)
St. Lorenz Sankt Gilgen
(am Südufer des Sees,
Bezirk Salzburg-Umgebung)
Innerschwand
(am Nordostufer des Sees)
Unterach am Attersee (am Südostende des Sees)

Die drei Nachbargemeinden Innerschwand, St. Lorenz und Tiefgraben haben ein gemeinsames Gemeindeamt im „Rathaus“ am Wredeplatz in Mondsee (ähnlich einer deutschen Verwaltungsgemeinschaft).

Geschichte

Im ufernahen Bereich des Mondsees bei See und Scharfling wurden unter Wasser Reste von Siedlungen gefunden. Man förderte einen reichen Bestand an Zeugnissen jungsteinzeitlicher Töpferei und Werkzeugen aus Stein und Knochen zutage und deutete sie als die Reste einer Pfahlbaukultur. Die Wissenschaft hat dafür nach der Hauptfundstelle am Mondsee den Namen Mondseekultur geprägt. Sie wird annähernd auf 2800 bis 1800 v. Chr. datiert und erstreckt sich über den größten Teil Oberösterreichs und Teile Salzburgs. Neuere Forschungen haben ergeben, dass es sich um ursprüngliche Landsiedlungen handelt, die später durch Anstieg des Seespiegels unter Wasser gesetzt wurden. Das Museum Mondseeland besitzt eine umfangreiche Pfahlbausammlung.

In der Römerzeit bestand hier eine Siedlung, wie Funde beweisen, und eine Straße verband sie mit Juvavum, dem römischen Salzburg. Um 600 begannen die Bayern das Mondseerland zu besiedeln und rodeten die Wälder. 748 gründete der Baiernherzog Odilo aus dem Geschlecht der Agilolfinger das Kloster Mondsee. Die Entwicklung wurde von da an sowohl in geistig-kultureller als auch in wirtschaftlicher Hinsicht vom Kloster geprägt.

Bis 1506 gehörte das Mondseeland zum Herzogtum Bayern. Danach ging es in den Besitz der Habsburger über. 1791 wurde das Kloster unter Kaiser Leopold II. aufgehoben. 1810 erhielt der bayerische Feldmarschall Carl Philipp von Wrede das aufgelassene Kloster Mondsee (neben Suben und Gleink) als Schloss mit eigener Herrschaft, Wrede blieb auch nach der Rückgabe des Gebiets an Österreich Besitzer und förderte das Gebiet nach Kräften (Straßenbau, Beginn der Erzeugung des Mondseer Käses …).

Seit 1867 gibt es Fremdenverkehr in Mondsee, die erste Dampfschifffahrt begann 1872. 1891 wurde der Ort mit einer Stichstrecke an die Salzkammergutlokalbahn (die 1957 aufgelassen wurde) angeschlossen.

Politik

Im Oktober 2019 wurde Josef Wendtner (ÖVP) zum Nachfolger von Karl Feuerhuber (ÖVP) als Bürgermeister gewählt.[2]

Bürgermeister
  • bis 2019: Karl Feuerhuber (ÖVP)[2]
  • seit 2019: Josef Wendtner (ÖVP)[2]

Wappen

Blasonierung: Geteilt; oben in Blau ein goldener, sichelförmig gesichteter Vollmond; unten in Silber drei goldene, zwei zu eins gestellte Einbäume mit schwarzen, schrägrechten Brandstreifen, linkshin gerudert von je einem rot gekleideten, stehenden Fischer mit schwarzem Filzhut.

Die Gemeindefarben sind: Blau-Weiß

Städtepartnerschaften

Bevölkerungsentwicklung

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 2600 Einwohner, im Jahr 2001 3207 Einwohner.

Sehenswürdigkeiten

  • Kloster Mondsee: Das Kloster wurde im Jahre 748 vom bayrischen Herzog Odilo gegründet und gewann vor allem durch die vielen Besitzungen und Ländereien rasch an Bedeutung. Der Sage nach war Herzog Odilo in der Nacht auf einem Berg am Mondseeufer auf der Jagd. Als der Mond hinter den Wolken hervor trat und den Weg erhellte, wurde der Herzog vor einem Absturz in den See bewahrt. Als Dank für diese Rettung ließ er am Mondsee ein Kloster errichten.
Wredeplatz mit der Basilika (ehem. Stiftskirche des Klosters Mondsee)
Das renovierte Gewölbe in der Basilika Mondsee (2007)

Nach der Klostertradition kamen die ersten Mönche aus Montecassino. Die Wissenschaft nennt altbayrische Klöster und vor allem St. Peter in Salzburg als Herkunftsort. Schon bald nach seiner Gründung zählte Mondsee zu den hervorragenden Klöstern Bayerns. Das Kloster war berühmt für seine Schreibschule und Buchmalerei. Bereits vor 788 war hier der sogenannte Tassilopsalter entstanden. Er stellt das älteste vollständig erhaltene Buch dar, das auf dem Gebiet des heutigen Österreich geschrieben wurde. Kurz nach 800 entstand hier der sogenannte Mondseer Matthäus, die älteste deutsche Bibelübersetzung. Von 831 bis 1106 war Mondsee Besitz der Regensburger Bischöfe.

Das vorbenediktinische Stift stieg bald zu einem der mächtigsten bayrischen Klöster auf. Als in späterer Folge Odilos Sohn Tassilo III. im Jahre 777 das Kloster Kremsmünster gründete, berief er Mönche aus der Mondseer Stiftung seines Vaters, um die Region zu missionieren. Nachdem Tassilo und somit die Agilolfinger gestürzt worden waren, erhielt das Kloster Mondsee den Rang einer karolingischen Reichsabtei und nahm 800 n. Chr. die Benediktinerregel an.

Besonders wertvoll für diese Region ist der so genannte Mondseer Traditionskodex, welcher eine Sammlung von wichtigen Urkunden und Handschriften zur Geschichte Ostbayerns, Salzburgs und Oberösterreichs darstellt. Diese Schriftstücke umfassen rund 135 Urkundenabschriften und reichen bis in die Mitte des achten Jahrhunderts n. Chr. zurück. Als im Jahre 1791 das Kloster Mondsee aufgelassen wurde, wurden sämtliche Archivstücke an die Registratur des Landes ob der Enns in Linz abgeliefert, wo sie in den darauf folgenden Jahren in Vergessenheit gerieten. Das Kloster Mondsee wird seit der Säkularisierung Schloss Mondsee genannt.

Der Salzburger Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach bestätigte, nachdem das Mondseeland 1506 pfandweise an das Fürsterzbistum gekommen war, am 4. April 1515 u. a. das „schon vorher geführte“ Marktwappen. Am 27. März 1567 stellte Kaiser Maximilian II. über Bitte der Mondseer Bürgerschaft dem Markt einen Wappenbrief aus; das Original ist nicht mehr vorhanden, der Text im Konzept dazu erhalten.

Die Wappenbeschreibung in den beiden Urkunden stimmt mit der Darstellung auf den alten Siegeln überein. Der älteste bekannte Abdruck mit der Frakturumschrift Sigillum mannsee findet sich auf einer Quittung vom 2. September 1525. Das dem Markt verliehene Wappen zeigt in Blau über einem „wühlenden“ (wellig-bewegten) See in natürlicher (blau-grüner) Farbe eine goldene, gestürzte Mondsichel, rechts und links begleitet von je einem goldenen, sechsstrahligen Stern; dieses Wappen wurde noch auf einem Aktenstück vom 20. Dezember 1749 nachweisbar im Siegel verwendet.

Blick von Mondsee (Ortsteil Gaisberg), über den Mondsee, St. Lorenz: Almkogel, Drachenwand, Schatzwand, Schober

Nach der Aufhebung des Untertanenverhältnisses (1848) übernahm der Markt das „zweite“, zu Beginn des 17. Jahrhunderts aufgekommene Klosterwappen und hält bis heute an dieser Darstellung fest. Die Gemeindefarben werden nach altem Herkommen ohne nachweisbare Genehmigung geführt.

Kultur

  • Bürgermusikkapelle Mondsee
  • Sängerbund
  • Goldhaubenfrauen
  • Spielgemeinschaft Mondseer Jedermann in Dialekt
  • Kultur- und Veranstaltungszentrum mit Kreuzgang und Kreuzhof im Schloss Mondsee

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Musiktage Mondsee: Die klassische Konzertwoche der Mondseer Musiktage findet jährlich Ende August statt (siehe Weblinks)
  • Junge Bühne Mondsee: (Laientheatergruppe seit 1992) – jährliche Aufführungen, meist im Jänner
  • Seefest Mondsee: Das Seefest Mondsee, ein Fest mit Livemusik, findet jährlich Anfang August an der Seepromenade in Mondsee statt.

Sport:

  • Mondsee 5 Seen Radmarathon: Die Gemeinde Mondsee ist Start und Ziel des jährlich stattfindenden Mondsee 5 Seen Radmarathon[3], einer Radsportveranstaltung, die durch das Salzkammergut führt.

Tourismus und Sport

Die Tourist-Information befindet sich im ehemaligen Bürgerspital.

An der Seepromenade vom Mondsee.
  • Kulturwanderweg
  • Mondseeschifffahrt
  • Alpenseebad Mondsee
  • Seepromenade – Almeida Park
  • Wasserskishow
  • Seefest Mondsee (siehe Absatz Regelmäßige Veranstaltungen)

Veranstaltungen

Im Jahr 2024 ist Mondsee Gastgeber des 21. Europaschützenfestes, einer Veranstaltung der Europäischen Gemeinschaft Historischer Schützen.[4]Vorlage:Zukunft/In 4 Jahren

Wissenschaftliche Institutionen

In Mondsee befindet sich das Forschungsinstitut für Limnologie (ILIM), ein limnologisches Institut der Universität Innsbruck.[5] Das übergeordnete Forschungsziel ist, die Struktur, Funktion und Dynamik der Süßwasser-Ökosysteme zu verstehen. Das Institut widmet sich vor allem der Grundlagenforschung, aber auch Fragen der angewandten Limnologie.

Ansässige Unternehmen

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter:

Personen mit Bezug zur Gemeinde:

Trivia

Der 2018 erschienene Roman Unter der Drachenwand von Arno Geiger über den Soldaten Veit Kolbe spielt 1944 in Mondsee.

Einzelnachweise

  1. DORIS Digitales Oberösterreichisches Raum-Informations-System: Suche Suche nach Haus- Flur- Orts- oder Straßennamen in einer Katastralgemeinde: Mondsee
  2. 1 2 3 Politik: Neue Bürgermeister gewählt. In: ooe.ORF.at. 21. Oktober 2019, abgerufen am 21. Oktober 2019.
  3. Homepage des Mondsee 5 Seen Radmarathon aufgerufen am 19. April 2011
  4. Europäische Gemeinschaft Historischer Schützen
  5. Forschungsinstitut für Limnologie der Universität Innsbruck in Mondsee, www.uibk.ac.at/limno
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