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Codex Vindobonensis Palatinus 3255* | 151
denhaften Notizen über Sulla, Sertorius, Plato u. a., Sprüchen der
Septem Sapientes und anderen Weisheiten bis hin zu einer angeblich
von Ciriaco d’Ancona „ad extremum orbis apud Gades“ gefundenen
Inschrift (CIL II 149*).643
fol. 10v–11r leer
fol. 11v–103v Sammlung lateinischer und (weniger) griechischer Inschriften aus
Italien und Griechenland. Dem Titel „Epigramata [sic!] Romae reperta
et alibi“ entsprechend liegt der Schwerpunkt der Sammlung neben
Rimini, Triest, Ravenna und Verona auf Rom.
fol. 104r-v leer
fol. 105r–131v Register einer Inschriftensammlung mit dem Titel „Elogia in saxis
vetustissimis Rome inventa hic ex ordine sequuntur.“
Neben einem deutlichen Italien-Schwerpunkt sind auch zahlreiche
Denkmäler aus Noricum und Pannonia Superior enthalten.
fol. 132–134 leer
Der Codex besteht demnach aus zwei Hauptteilen: Einer Inschriftensammlung samt
umfangreichem Einleitungsteil und einem Inschriftenregister. Zwischen diesen bei-
den Teilen sind zunächst kodikologische Zusammenhänge festzustellen:
1. Die in der Sammlung und dem – mit einer neuen Papierlage beginnenden – Regis-
ter festgestellten Wasserzeichen sind größtenteils demselben Typus zuzuordnen. Es
sind lediglich Größenunterschiede zu verzeichnen. Da das relevante Wasserzeichen
(Krone mit Bügel, darüber Kreuz, ohne Beizeichen) Anfang des 16. Jahrhunderts sehr
häufig und in zahlreichen Größenvariationen auftritt, sind daraus keine verwert-
baren Schlüsse zu ziehen. Es kann nur in Erinnerung gerufen werden, dass in dem
von bzw. um Maximilian I. (Fuchsmagen?) verwendetem Papier sehr häufig genau
diese Wasserzeichenvariation in unterschiedlichen Größen zu finden ist.
2. Im Registerteil fand für Rubrizierungen teilweise dieselbe rotviolette Tinte wie in
der Sammlung Verwendung.644 Die Hand des Registers ist indes mit keiner anderen
aus dem Codex ident.
Ein unmittelbarer inhaltlicher Zusammenhang zwischen dem vorderen und dem
hinteren Teil des Codex ist allerdings nicht gegeben, d. h., das Register bezieht sich
nicht auf die voranstehende Sammlung. Das Verzeichnis enthält zwar teilweise die-
selben Inschriften, aber die angegebenen Seitenzahlen stimmen nicht überein. Zu-
dem sind im Register Inschriften aus Gebieten aufgelistet, die in der Sammlung
überhaupt nicht vorkommen.
643 Gentilotti nummerierte in der Originalhandschrift am Rand sämtliche im Einleitungsteil und in
der folgenden Sammlung vorkommende Inschriften mit (meist) römischen Ziffern (insgesamt
528), schrieb von jeder Inschrift die Ortsangabe ab (bisweilen auch den Anfang der Inschrift oder
den gesamten Text) und nennt bei sehr vielen auch die entsprechende Stelle bei Janus Gruterus,
Inscriptiones antiquae totius orbis romani in corpus absolutiss. redactae, Heidelberg 1603. I–IV, Amster-
dam 21707.
644 Darauf machte bereits Menhardt, Wiener Handschriften 221, aufmerksam.
Der sogenannte Antiquus Austriacus und weitere auctores antiquissimi
Zur ältesten Überlieferung römerzeitlicher Inschriften im österreichischen Raum
- Title
- Der sogenannte Antiquus Austriacus und weitere auctores antiquissimi
- Subtitle
- Zur ältesten Überlieferung römerzeitlicher Inschriften im österreichischen Raum
- Author
- Doris Marth
- Publisher
- Holzhausen Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2016
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-902976-43-7
- Size
- 21.4 x 30.2 cm
- Pages
- 572
- Keywords
- Antiquus Austriacus, Austria, Epigraphy, Humanism, Inscriptions, Manuscript Tradition, Roman Period, Antiquus Austriacus, Epigraphik, Humanismus, Inschriften, Österreich, Römerzeit, Überlieferung
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen
Table of contents
- 1 Zur historischen Entwicklung der Überlieferung lateinischer, insbesondere norischer Inschriften von den Anfängen bis zum Ende des 14. Jahrhunderts 19
- 1.1 Anfänge und Vorstufen der Überlieferung lateinischer Inschriften 19
- 1.2 Anfänge und Vorstufen der Überlieferung norischer Inschriften 23
- 1.3 Berchtold von Kremsmünster und die älteste Abschrift einer norischen Inschrift 26
- 1.4 Die Inschrift CIL III 5630 im Codex membraneus LIV des Stiftes Lambach 36
- 2 Neue Impulse aus Italien: Humanismus und Renaissance als „Geburtsphase“ der lateinischen Epigraphik 40
- 3 Die Ausbreitung und Etablierung humanistischen Gedankengutes im Ostalpenraum aus epigraphischer Sicht 56
- 4 Augustinus Prygl Tyfernus und die norischen Inschriften 99
- 5 Der sogenannte Antiquus Austriacus: Mommsens Pseudonym für den Verfasser der ältesten Sammlung norischer Inschriften 139
- 6 Die Wiener Handschrift CVP 3255* 147
- 7 Der Codex Pragensis XIII G 14 der Národní Knihovna, Prag 162
- 7.1 Das Verhältnis zwischen CP XIII G 14 und CVP 3255*: Eine Inschriftensammlung und ihr Register 170
- 7.2 Folgen aus dem Zusammenhang CVP 3255* – CP XIII G 14 174
- 7.3 Johannes Fuchsmagen und der CP XIII G 14 182
- 7.4 Zur Frage nach den Quellen für den CP XIII G 14 198
- 7.5 Codex Pragensis XIII G 14: Zusammenfassung der bisherigen Ergebnisse und Gesamtbetrachtung 221
- 8 Konrad Peutinger und die norischen Inschriften 228
- 8.1 Peutingers handschriftliche Inschriftensammlungen 230
- 8.2 Johannes Fuchsmagen als Peutingers Gewährsmann 244
- 8.3 Die „Antiquus-Austriacus-Inschriften“ und die Inschriften von Augustinus Prygl Tyfernus in Peutingers 2° Cod. H 24 246
- 8.4 Zusammenfassung: Der Wert von Peutingers Handschriften für die Überlieferung norischer Inschriften 264
- 9 Johannes Choler und seine Inschriftensammlung 265
- 10 Die „Inscriptiones Sacrosanctae Vetustatis“ von Petrus Apianus und Bartholomaeus Amantius 295
- 10.1 Zur Intention und Gliederung des Werkes sowie zur Nennung seiner Quellen 300
- 10.2 Johannes Choler und die Inscriptiones sacrosanctae vetustatis 301
- 10.3 Die Inschriftensammlungen von Konrad Peutinger und Augustinus Prygl Tyfernus – Quelle für die Inscriptiones sacrosanctae vetustatis? 302
- 10.4 Johannes Aventinus als Quelle für die Inscriptiones sacrosanctae vetustatis 304
- 10.5 Der Codex Pragensis XIII G 14 und sein Verhältnis zu den Inscriptiones sacrosanctae vetustatis 305
- 10.5.1 Das Verzeichnis epigraphischer Abkürzungen im CP XIII G 14 und bei Apianus/Amantius 307
- 10.5.2 Der CP XIII G 14 als Quelle für norische (und oberpannonische) Inschriften bei Apianus/Amantius 311
- 10.5.3 Konsequenzen aus dem unmittelbaren Zusammenhang zwischen dem CP XIII G 14 und den Inscriptiones sacrosanctae vetustatis 330
- 10.6 Parallel verwendete Quellen und mehrfach überlieferte Inschriften bei Apianus/Amantius 337
- 10.7 Zusammenfassende Betrachtungen zur Arbeitsweise von Apianus/ Amantius und Gesamtbewertung der Inscriptiones sacrosanctae vetustatis 345
- 11 Johannes Fuchsmagen und seine epigraphische Sammeltätigkeit 347
- 12 Anhang: Tabellen zur Überlieferung norischer und oberpannonischer Inschriften 376
- Einleitende Bemerkungen und Hinweise zur Benützung 376
- Tab. 12.1: Inschriften bei Paolo Santonino, Cod. Vat. Lat. 3795 379
- Tab. 12.2: Inschriften, die von Augustinus Tyfernus und vom sogenannten Antiquus Austriacus überliefert werden 380
- Tab. 12.3: Im CVP 3255* und CP XIII G 14 enthaltene Inschriften 386
- Tab. 12.4: Inschriften in den Codices von Augustinus Tyfernus im Vergleich mit dem CP XIII G 14 395
- Tab. 12.5: Inschriften-Erstbelege bei „Antiquus Austriacus“, Augustinus Tyfernus und im CP XIII G 14 415
- Tab. 12.6: Inschriften im 4° Cod. H 26 der SuStBA („Picturae“) im Vergleich mit dem CP XIII G 14 425
- Tab. 12.7: Inschriften in Peutingers 2° Cod. H 23 im Vergleich mit dem CP XIII G 14 427
- Tab. 12.8: Inschriften in Peutingers 2° Cod. H 24 im Vergleich mit dem CP XIII G 14 428
- Tab. 12.9: Inschriften in Cholers CLM 394 im Vergleich mit Peutingers 2° Cod. H 24 und CP XIII G 14 437
- Tab. 12.10: Inschriften bei Apianus/Amantius im Vergleich mit Augustinus Tyfernus und Peutingers 2° Cod. H 24 443
- Tab. 12.11: Inschriften bei Apianus/Amantius im Vergleich mit dem CP XIII G 14 475
- Tab. 12.12: „Antiquus-Austriacus-Inschriften“ bei Peutinger, Choler, CP XIII G 14/Fuchsmagen und Apianus/Amantius 490
- Abkürzungs- und Siglenverzeichnis 503
- Quellen- und Literaturverzeichnis 508
- Abbildungsnachweis 539
- Indices 542
- Inschriftenindex 542
- Orts- und Personenindex 548