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>Die Grafen vSchaunberg x (II): Verbindung Sindelburg > Hagen
Ein (fortsetzender) Blick auf das Geschlecht der Schaunberger (s.o.):2579
Waren die Grafen vSchaunberg bereits im 13. Jh in den Dunstkreis des Landgutes Hagen
bei Linz und anderer Waxenberger Güter getreten, so wiederholte sich dies auch im 15. Jh.
Die Schaunberger herrschten in ihrem Gebiet ob der Enns fast unabhängig, nach eigenem
Landrecht, erhielten 1316 den Grafentitel und das silber-rot-gespaltene Wappen, und
versuchten ihr Land zu einer reichsunmittelbaren gefürsteten Grafschaft zu machen, konnten
sich aber neben den entstehenden Großmächten Österreich und Bayern auf Dauer nicht
behaupten. Sie erregten durch die Fülle an Macht, Besitz und Bedeutung das Missfallen des
Landesfürsten, welcher sie gemeinsam mit seinen getreuen Wallseern bekämpfte. 2580
Landesfürstliche Territorialpolitik und Wallseeische Hausmacht-Interessen im Land odE
vereinigten sich zu ihren Ungunsten. Doch auch die stetig wachsende Macht der Wallseer -
Reinprecht vW nannte sich bereits 1349 „Herr und Vogt der Riedmark“ - ein Titel wie ihn
auch der Landesfürst verwendete, sollte schon bald den Unwillen des Landesfürsten
erregen, führte zur Einlösung der Pfandschaften und ließ nur im Hinblick auf die Bekämpfung
der Schaunberger zunächst noch Zurückhaltung walten. 2581
Nachdem 1379 die Probleme in der „Schaunberger Fehde“ eskalierten, bekämpfte Hzg
Albrecht III. 1380 mit Hilfe Reinprechts II. vWE ihre Herrschaften, bis Heinrich von
Schaunberg 1383 gezwungenermaßen die Lehenshoheit des Herzogs anerkannte.2582
Die mächtige Ruine Schaunberg gibt heute noch Zeugnis von der Bedeutung ihrer Erbauer,
bzw Besitzer. Die Jahreseinkünfte der Schaunberger betrugen 1422 zw 6.000 bis 8.000
Pfund, jene der überaus mächtigen und wohlhabenden Wallseer zum Vergleich zw 12.000
und 15.000 Pfund.2583
Durch Unterstützung seitens der Hzge von Bayern und der deutschen Könige aus dem
Hause Luxemburg gelang es den Schaunbergern noch einmal, sich als oberste
Gerichtsherren ihres Landgebietes zu behaupten, sie besaßen de facto ein ius de non
appellando, in Parallele zum herzoglichen Hofgericht. Das Vorhandensein einer solchen
obersten Instanz war Voraussetzung und organisatorischer Ausdruck für eine Landesbildung
mit eigenem Landrecht. Daher durften die Schaunberger auch bona fide ihr Territorium als
Land bezeichnen, aber ein Land im Lande, ein Teil des Landes OÖ; 1548 wurden sie aus
der Reichsmatrikel gestrichen, und Kg Ferdinand I. ließ sich von seinem Bruder Ks
Karl V.2584 die Anwartschaft auf die schaunbergischen Reichslehen für den Fall des
Aussterbens der Linie bestätigen. Die Einziehung des Schaunberger Besitzkomplexes
misslang allerdings, zumal er 1559, nach dem Tod des letzten Schaunbergers Gf
Wolfgang II., zufolge eines vorangegangenen Testamentes seines Bruders Gf Johann V. von
Schaunberg,2585 im Erbwege an die Häuser Starhemberg und Liechtenstein/Lichtenstein 2586
gelangte.2587
2579
Schäffer, GHft Hagen/Inhaber, Bd I, Schaunberg x.
2580
Im 15. Jh erfolgten jedoch Eheschließungen zw Wallseern und Schaunbergern: Bernhard/Wernhard IX.
vSchaunberg vh mit Agnes vW, Tochter Reinprechts IV.; Sigmund I. vSchaunberg vh mit Barbara vW, Tochter
Reinprechts V. Neweklowsky, Stammtafel Schaunberg 1, PA Frank Elfriede.
2581
Weltin, Hauptmannschaft odE, 49ff.
2582
Neweklowsky, Burgengründer, 138. Schicht, Waldenfels, 106f.
2583
Haider, Schaunberger OÖ, 9, 23: 1249 reichsunmittelbar. Hageneder, Schaunberg, 195. Guby, Alte Klöster
Passau, 177. Einzinger, Herald. Verzeichniß, Bd 1, 8/§7: Reichsgrafen in 4 Bänke eingeteilt: Schwäbische,
Fränkische, Wetterauische und Westfälische. Fuchs, Burg Schaunberg, 4ff.
2584
Savelsberg, Aachener Kaiserkrönungen, 3: Karl V.: 23. Oktober 1520, Ferdinand I.: 11. Januar 1531= Letzte
Kaiserkrönung in Aachen.
2585
Stülz, Schaunberg, 214/1244. Gf Johann gest. 31. Mai 1551.
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Adelsgeschlechter Hagen
- Title
- Adelsgeschlechter Hagen
- Author
- Hanna und Herbert Schäffer
- Publisher
- Austria-Forum
- Location
- Linz
- Date
- 2014
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 406
- Keywords
- Oberösterreich, Linz
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen
Table of contents
- Vorbemerkungen 1
- Die Herren Sunelburg und ihr Wappen 7
- Die Stammburg der Herren Sunelburg 16
- Stammtafel der Edlen Sunelburg 21
- Das Auftreten der Sunelburger in Urkunden 22
- Hohold (Irmingard Pürten) 22
- Reginhard privignus 26
- Reginhard (I.) 28
- Walchun Sunelburg-Lungau 29
- Reginhard (II.) 30
- Elisabeth 31
- Beatrix 32
- Konrad (Benedicta von Haunsperg ) 37
- Beiträge zu mit den Edlen Sunelburg versippten Adelsgeschlechtern, den Sta 45
- Grafen Dornberg x - Lungau 46
- Dietmar I. (Irmingard vPürten ) 47
- Wolfram I. 49
- Hugo 49
- Dietmar II. 50
- Wolfram III. 54
- Edelfreien vAmerang - Schleunz 59
- Pabo 64
- Pabo I. Amerang-Schleunz (Elisabeth Sunelburg ) 65
- Pabo II. vAmerang-Schleunz (Anzbach, Elisabeth Waxenberg ) 68
- Otto I. Schleunz (Kunigunde Lengenbach/Velburg-Clam, Kunigunde Mern/Mähren)….………… 74
- Hochfreien Perg/Machland / Clam 83
- Walchun III. Machland-Lungau 85
- Hartlieb 87
- Otto II. (Kloster Erla ) 88
- Walchun IV. (Beatrix Sunelburg ) 94
- Grafen Bergtheim/Velburg -Clam 98
- Hermann (Adelheid Machland-Clam) 99
- Otto (Elisabeth Schleunz) 102
- Ulrich (Kunigunde Lengenbach) 105
- Stammtafel der Hochfreien Haunsperg 108
- Hochfreie Haunsperg 109
- Besitzungen der Hochfreien Haunsperg 114
- Linz/Donau -Haunsperger 119
- Meginhard I. 131
- Friedrich I. 132
- Benedicta (Schönhering , Sunelburg , Wilhering ) 134
- Luitgard (Erchenbert Moosbach ) 134
- Gottschalk I. (Otilia Wilhering) 138
- Friedrich III. de Lincz 140
- Ulrich I. (Adelheid von Au) 141
- Gottschalk II. 145
- Hinweise auf Elisabeth und Adelheid Haunsperg 152
- Stammtafel der Schönhering-Plankenberg 154
- Edlen Schönhering - Plankenberg 155
- Pernhart I. 160
- Engelbert I. Schönhering (Benedicta Haunsperg ) 162
- Engelbert II. Schönhering-Plankenberg (Kunigunde) 166
- Verbindung mit den Herrn Rosenberg/Witigonen (Witigo) 176
- Stammtafel der Rosenberg 176