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Anhang:
Kurzinformation zum Landgut/Schloss Hagen: 2776
Nahe der Stadt Linz und ab 1919 durch Eingemeindung des gesamten Gebietes gleichsam
in einem Vorort von Linz gelegen, war das Areal des ehemaligen Schlosses Hagen am
Pöstlingberg, seiner günstigen und schönen Lage wegen schon sehr früh besiedelt, wie
Bodenfunde,2777 Berichte und das Legendengut 2778 im Schlossarchiv erkennen lieĂźen.
Im Bereich der Urfahrwänd unmittelbar an die Donau grenzend, hatten die Eigner schon in
frühen Zeiten bis Mitte des 20. Jahrhunderts eine Fähre unterhalten, Steinabbau und
Ziegelherstellung betrieben, eine Schiffmühle und später (im 15. Jh belegt) eine Brauerei
besessen, was die Entwicklung, Erweiterung und Begehrtheit der Herrschaft gefördert haben
mag.
Das aus kleinster Siedlungszelle zum Gut und Landgut gewordene Allodium, welches mit
zahlreichen adeligen Geschlechtern in Verbindung trat, wie ua in der hier behandelten
Zeitspanne mit den Edlen vWilhering-Waxenberg, Haunsperg, Schönhering-Plankenberg,
Sunelburg, Amerang-Schleunz, Griesbach, Steyr-Storchenperg [=Starhemberg], gelangte ca
1298 an das mächtige Geschlecht der Herren vWallsee, die es bis zu ihrem Aussterben
1483 als Eigengut besaĂźen und verlehnten.2779
Nach dem Aussterben der Wallseer (1483) traten die Schaunberger als Erben auf. Ende
1491 zog der LandesfĂĽrst den Besitz ein, belieĂź ihn aber den Hohenfurtern als Lehen (1492).
Unter dem letzten Hohenfurter wurde Hagen 1528 wieder Allodium. Mittels Einheirat in die
Familie der Hohenfurter vLustenfelden gelangte das Landgut an Christoph Häckhl
(vLustenfelden). Dieser brachte im Jahre 1571 das bäuerliche Erbrecht an sich und
errichtete zwischen 1571 und 1574 auf dem Areal ein prächtiges Renaissance-Schloss. 2780
Er stattete es mit zwei Prunksälen, einer schönen neuen Kapelle, Archiv, Bibliothek und
Raritätenkammer, zahlreichen weiteren Räumlichkeiten, Reiterstiege, Marmorhalle,
Marmortreppe, erlesenen Kostbarkeiten (ua Wandteppichen und Bildern), exquisitem
Mobiliar, prächtigen Kachelöfen und Böden, etc aus, ersetzte die alte Brauerei durch eine
moderne, errichtete ein Gesindehaus, usw, verwendete das vormalige Landgut als
Meierhof.2781 Etliche der erhalten gebliebenen kostbaren Objekte aus Schloss Hagen sind
heute im Linzer Schlossmuseum, wenige im Stadtmuseum „Nordico“ zu bewundern, weitere
befinden sich in bekanntem und unbekanntem Privatbesitz.
Nach Häckhl´s Tod im Jahre 1577 gelangte das bereits als Adelssitz wirkende Schloss, was
es damals trotz der prachtvollen Gestaltung de facto noch nicht war, durch Kauf an den
Linzer BĂĽrgermeister Niclas Khueperger. Dieser schenkte es 1586 seiner Tochter Barbara
zur Hochzeit. Barbara bewohnte es bis 1593 mit ihrem ersten Gemahl Stefan Engl vWagrain,
dann mit ihrem zweiten Gatten, dem in kaiserlichen Diensten stehenden Sebastian Bischoff
und letztlich allein bis zu ihrem eigenen Tod 1617. Barbara Bischoff hatte 1609 die Erhebung
des Hagen zum Edelsitz erreicht.2782 Ihre Erben waren zunächst ihre Tochter Anna Maria
2776
Details: Schäffer, GHft Hagen/Inhaber, Bd I, II.
2777
Burgstaller, PI 4. April 1999; Reder, PI 19. März 2001; Ströbinger, PI 29. März 1997; Wacha, PI 21.
Dezember 2004. Schäffer, Merkwürdiges aus dem Hagen/Linz,7f.
2778
Schäffer, Schloß Hagen bei Linz, 140ff. Schäffer, Merkwürdiges aus dem Hagen/Linz.
2779
OÖLMBibl, Ehem. SA Hagen, As fol. 32; fol.3, Urkunden Nrn 1>27. Schäffer, GHft Hagen/Inhaber, Bd I.
2780
OÖLMBibl, Ehem. SA Hagen, As fol. 14, fol. 3/42. Schäffer, GHft Hagen/Inhaber, Bd I.
2781
Schäffer, GHft Hagen/Inhaber, Bd I; II. Wacha, welcher das Schloss und Teile seiner Pretiosen kannte,
datierte zahlreiche ins 14., 15., vor allem 16. Jh. Wacha, PI 5. Nov. 2001, 26. März 2003. Unter den Kachelöfen
wurde bes. der „Zippel“, ein buntglasiertes, fast bis zur Decke aufragendes, mit reichem Dekor und
Figuralschmuck versehenes Meisterwerk des berĂĽhmten Linzer Hafnermeisters Paul Zilpolz (16. Jh),
hervorgehoben. Schäffer, Persönlichkeiten/ Hagen, 14ff. Schäffer, Auszug Persönlichkeiten/Hagen, 24.
2782
Schäffer, GHft Hagen/Inhaber, Bd I, II.
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Adelsgeschlechter Hagen
- Title
- Adelsgeschlechter Hagen
- Author
- Hanna und Herbert Schäffer
- Publisher
- Austria-Forum
- Location
- Linz
- Date
- 2014
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 406
- Keywords
- Oberösterreich, Linz
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen
Table of contents
- Vorbemerkungen 1
- Die Herren Sunelburg und ihr Wappen 7
- Die Stammburg der Herren Sunelburg 16
- Stammtafel der Edlen Sunelburg 21
- Das Auftreten der Sunelburger in Urkunden 22
- Hohold (Irmingard PĂĽrten) 22
- Reginhard privignus 26
- Reginhard (I.) 28
- Walchun Sunelburg-Lungau 29
- Reginhard (II.) 30
- Elisabeth 31
- Beatrix 32
- Konrad (Benedicta von Haunsperg ) 37
- Beiträge zu mit den Edlen Sunelburg versippten Adelsgeschlechtern, den Sta 45
- Grafen Dornberg x - Lungau 46
- Dietmar I. (Irmingard vPĂĽrten ) 47
- Wolfram I. 49
- Hugo 49
- Dietmar II. 50
- Wolfram III. 54
- Edelfreien vAmerang - Schleunz 59
- Pabo 64
- Pabo I. Amerang-Schleunz (Elisabeth Sunelburg ) 65
- Pabo II. vAmerang-Schleunz (Anzbach, Elisabeth Waxenberg ) 68
- Otto I. Schleunz (Kunigunde Lengenbach/Velburg-Clam, Kunigunde Mern/Mähren)….………… 74
- Hochfreien Perg/Machland / Clam 83
- Walchun III. Machland-Lungau 85
- Hartlieb 87
- Otto II. (Kloster Erla ) 88
- Walchun IV. (Beatrix Sunelburg ) 94
- Grafen Bergtheim/Velburg -Clam 98
- Hermann (Adelheid Machland-Clam) 99
- Otto (Elisabeth Schleunz) 102
- Ulrich (Kunigunde Lengenbach) 105
- Stammtafel der Hochfreien Haunsperg 108
- Hochfreie Haunsperg 109
- Besitzungen der Hochfreien Haunsperg 114
- Linz/Donau -Haunsperger 119
- Meginhard I. 131
- Friedrich I. 132
- Benedicta (Schönhering , Sunelburg , Wilhering ) 134
- Luitgard (Erchenbert Moosbach ) 134
- Gottschalk I. (Otilia Wilhering) 138
- Friedrich III. de Lincz 140
- Ulrich I. (Adelheid von Au) 141
- Gottschalk II. 145
- Hinweise auf Elisabeth und Adelheid Haunsperg 152
- Stammtafel der Schönhering-Plankenberg 154
- Edlen Schönhering - Plankenberg 155
- Pernhart I. 160
- Engelbert I. Schönhering (Benedicta Haunsperg ) 162
- Engelbert II. Schönhering-Plankenberg (Kunigunde) 166
- Verbindung mit den Herrn Rosenberg/Witigonen (Witigo) 176
- Stammtafel der Rosenberg 176