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[Engl], vh Schmidtauer, und anschließend deren Söhne Jobst Thomas und Hanns Adam
Schmidtauer vOberwallsee. Vom letzten Schmidtauerischen Besitzer Hanns Adam gelangte
die unter ihm stark reduzierte Hft Hagen an Christoph Ernst vSchallenberg, danach an
Ferdinand vCronpichl, Johann Ferdinand vSalburg, seine Töchter Gräfin Maria Josepha
vSalburg und Maria Franziska vClam, und von letzterer an ihren Sohn Freiherr Nikolaus
vClam. Dieser veräußerte 1748 das Schloss samt Zugehörungen an den Grafen Heinrich
Maximilian vStarhemberg, in dessen Familie der Besitz 120 Jahre verblieb.
Vom Braumeister Vinzenz Schweeger 1868 erworben, gelangte es 1892 von dieser Familie
an die wohlhabende Lederfabrikantenwitwe Maria Anna Stöger. 1896 übernahmen zwei
ihrer Enkel, Josef und Karl Weingärtner, den Besitz, wobei Josef Weingärtner ihn bis zu
seinem Tod 1948 innehatte und seiner Adoptivtochter Margarete Falk-Weingärtner
vermachte. Bedingt durch deren unerwartet frĂĽhen Unfalltod 1954, traten ihre Mutter und vier
Geschwister das Erbe an, verkauften Schloss und Zugehörungen 1956 an die Merkur-
Versicherung, welche nach jahrelangem Tauziehen 1963 die Demolierung durchsetzte.
Im Krieg vergleichsweise geringfügig beschädigt, unter Josef Weingärtner und Margarete
Falk-Weingärtner rasch wiederhergestellt, 2783 von den Besatzungsmächten verschont,
wurde das im Innenbereich bereits sanierte, bis zuletzt von zahlreichen Parteien bewohnte
und von diesen ausnahmslos als Erhaltungs-mäßig gut bezeichnete Schloss wirtschaftlichen
Interessen geopfert. Unberücksichtigt blieb dabei, dass das Gebäude inkl. Adalbert Stifter-
Zimmer zunächst unter Denkmalschutz stand (welcher vor dem Abriss aufgehoben wurde!)
und dass bedeutende Persönlichkeiten wie ua der Infant vPortugal, Erzbischof Firmian
vSalzburg, Mozart, Schubert, Stifter, das Schloss besucht bzw bewohnt hatten. 2784
Dr. Georg Wacha, eine der zahlreiche Persönlichkeiten, welche sich für die Erhaltung des
imposanten, geschichtsträchtigen Gebäudes einsetzten, bedauerte zutiefst erschüttert die
Demolierung und hielt auch in seiner Publikation ĂĽber Kunst in Linz explizit fest:
„…ist Schloss Hagen zu nennen, mächtige Vordergrundkulisse der ältesten Linzer Stadtansichten, mit
dessen Abtragung Linz um einen traditionsreichen Bau ärmer geworden ist “. 2785
Das Linzer Kulturhandbuch 1965, Bd I, vermerkt:
„Als großer Verlust im Stadtbild von Linz ist die Niederreißung [sic!] des Schlosses Hagen am Hang
des Pöstlingberges zu verzeichnen …..“
Univ. Prof. Dr. Ernst Friedrich Burgstaller, der Schloss Hagen, seine Geschichte und seine
Besonderheiten kannte, den Abriss bekämpfte, verurteilte und noch nach Jahrzehnten
betrauerte, ĂĽberlieĂź den Autoren dieser Publikation zum Dank fĂĽr die Erforschung des von
ihm „sehr geschätzten Schlosses Hagen und der interessanten Herrschaft“ und für die
entsprechende Wissenserhaltung, sein bewegendes Gedicht in freien Rhythmen:
2783
Zahlreiche Material- und Reparatur-Belege liegen im AStL auf, ebenso die Schadensaufstellung: „schwer
beschädigt“ waren nur ein Schuppen und eine Scheune > Gesamt-Schadenssumme des Gebäude-Ensembles:
130.000 Schilling, davon entfielen 82.763,42 Schilling auf das Schloss selbst [AStL, Altes Archiv, Sch. 103, M 9,
Akt 42, fol. 44, GZ 681/55]; zum Vergleich: die nahe gelegene Villa Tscherne hatte 36.000 Schilling Schaden. Die
vm zweckorientiert gebrauchten Bezeichnungen „desolat, zerstört, Totalschaden, Bombenruine, etc“ wurden
letztendlich zur nicht hinterfragten, häufig wiederholten und dadurch gleichsam manifestierten Meinung. Insider/
Zeitzeugen vor Ort Himmelbauer, Reder, Reingruber, u.a., diverse PI, Stockhammer, PI 12. November 2013,
betrauerten die Demolierung, sprachen vom guten Zustand des Schlosses.
2784
Schäffer, Adalbert Stifter und Schloss Hagen. Schäffer, Persönlichkeiten/Hagen: Infant vPortugal: 26; Fürst-
EBi Leopold vFirmian/Sbg: 28ff; Mozart,31f; Schubert, 33ff; Stifter: 36ff; vgl Schäffer, Auszug Persönlichkeiten/
Hagen.
2785
Wacha, Kunst in Linz, 16.
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Adelsgeschlechter Hagen
- Title
- Adelsgeschlechter Hagen
- Author
- Hanna und Herbert Schäffer
- Publisher
- Austria-Forum
- Location
- Linz
- Date
- 2014
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 406
- Keywords
- Oberösterreich, Linz
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen
Table of contents
- Vorbemerkungen 1
- Die Herren Sunelburg und ihr Wappen 7
- Die Stammburg der Herren Sunelburg 16
- Stammtafel der Edlen Sunelburg 21
- Das Auftreten der Sunelburger in Urkunden 22
- Hohold (Irmingard PĂĽrten) 22
- Reginhard privignus 26
- Reginhard (I.) 28
- Walchun Sunelburg-Lungau 29
- Reginhard (II.) 30
- Elisabeth 31
- Beatrix 32
- Konrad (Benedicta von Haunsperg ) 37
- Beiträge zu mit den Edlen Sunelburg versippten Adelsgeschlechtern, den Sta 45
- Grafen Dornberg x - Lungau 46
- Dietmar I. (Irmingard vPĂĽrten ) 47
- Wolfram I. 49
- Hugo 49
- Dietmar II. 50
- Wolfram III. 54
- Edelfreien vAmerang - Schleunz 59
- Pabo 64
- Pabo I. Amerang-Schleunz (Elisabeth Sunelburg ) 65
- Pabo II. vAmerang-Schleunz (Anzbach, Elisabeth Waxenberg ) 68
- Otto I. Schleunz (Kunigunde Lengenbach/Velburg-Clam, Kunigunde Mern/Mähren)….………… 74
- Hochfreien Perg/Machland / Clam 83
- Walchun III. Machland-Lungau 85
- Hartlieb 87
- Otto II. (Kloster Erla ) 88
- Walchun IV. (Beatrix Sunelburg ) 94
- Grafen Bergtheim/Velburg -Clam 98
- Hermann (Adelheid Machland-Clam) 99
- Otto (Elisabeth Schleunz) 102
- Ulrich (Kunigunde Lengenbach) 105
- Stammtafel der Hochfreien Haunsperg 108
- Hochfreie Haunsperg 109
- Besitzungen der Hochfreien Haunsperg 114
- Linz/Donau -Haunsperger 119
- Meginhard I. 131
- Friedrich I. 132
- Benedicta (Schönhering , Sunelburg , Wilhering ) 134
- Luitgard (Erchenbert Moosbach ) 134
- Gottschalk I. (Otilia Wilhering) 138
- Friedrich III. de Lincz 140
- Ulrich I. (Adelheid von Au) 141
- Gottschalk II. 145
- Hinweise auf Elisabeth und Adelheid Haunsperg 152
- Stammtafel der Schönhering-Plankenberg 154
- Edlen Schönhering - Plankenberg 155
- Pernhart I. 160
- Engelbert I. Schönhering (Benedicta Haunsperg ) 162
- Engelbert II. Schönhering-Plankenberg (Kunigunde) 166
- Verbindung mit den Herrn Rosenberg/Witigonen (Witigo) 176
- Stammtafel der Rosenberg 176