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Geschichte
Historische Aufzeichnungen
Adelsgeschlechter Hagen
Page - 370 -
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370 Fest des Hagens, einen kleinen „Silberling“, um damit Reparaturen bzw das Material hierfür, oder andere notwendige Ausgaben bezahlen zu können. Der Silberling wurde, sofern er nicht ausgegeben werden musste, den untertänigen Töchtern als „Heiratsgut“ mitgegeben. Veit, der Rädlmacher, Pferdebeschlager und Schmied des Haunspergers, war damals für die Fertigung kunstvoller Schlösser bekannt, 2903 sodass bald viele adelige Herren, die zur Jagd oder zu Festen im Hagen weilten, und die Kunstwerke sahen, solche besitzen wollten. Das „Hagkhenschloss“ wurde so rasch zu einer zusätzlichen Einnahmequelle für die Herrschaft. Das „Haunspergersteckhl“ (1168) 2904 Hinweis: Der in der Geschichte von 1168 auftretende Marcillus /Maizili mag ein Miles, ritterlicher Lehensmann und Schaffer [Verwalter] Gottschalks I. (gest. Ende 1167) im Hagen, nach welchem er sich auch benannte, gewesen sein. Das Kremsmünsterer Nekrologium (12./13. Jh) verzeichnet einen „Maizili de Hagen“, dessen Gedenktag am 15. März eingetragen ist. Auch ein Herimannus ist am selben Tag unmittelbar nach Maizili angeführt. Die Monumenta Germaniae Historica vermerken: “Hagen (castrum ap. Linz, O.-Ö. ?), de, Maizili 15/3, 198“. Die Städtische Sammlung der Linzer Regesten enthält die Eintragung „Maizili de Hagen (=Hagen, Schloss bei Linz!), Gedenktag 15. März“. Zur Lokalisierung der Begebenheit ist zu bemerken, dass Hagen noch im 20. Jh Waldparzellen im Bereich Koglerau [nördlich des Pöstlingbergs bei Linz, heute Gemeinde Gramastetten] besaß. Der überlieferten historischen Begebenheit gemäß war am 15. März 1168 in dem Jagdhäusel des „Höffels am Hagkhen yber dem fluss naegst Lynntz“ ein Brand ausgebrochen, wobei zwei sich während oder nach der Jagd dort aufhaltende Personen, der Herr (vm der Schaffer) des Höfels zum Hagkhen, Marcillus, und Bruder Herimannus ums Leben kamen. Marcillus/Maizili und Herimannus wurden vom langen Weber Michl noch aus den Flammen gezogen, aber die Hilfe kam zu spät. Die unglücklichen Eltern ließen eine Säule aus dem Stein der (Urfahr-) „Wänd“ hauen, sie datieren, mit dem Zeichen des Hagkhen [ I` = „verkehrter Einser“, Rune] und jenem derer vHaunsperg, sowie mit den Buchstaben „M“ und „H“ versehen und am Ort des abgebrannten Gjaid- oder Jagdhäusels aufstellen. An jedem 15. März wurde in der Folge zum Gedenken dort ein Feuer entzündet und für die beiden gebetet. Die Herrschaft und die Untertanen „samt denen vom Voffer vnnd Hagkhen vnnd außer des“ gingen mit Fackeln rund um den Hof und zum Stein, wo der „Bruder im Haken“ für die beiden und für alle Anwesenden Gottes Segen erbat und sang, wobei alle mitsangen. Die Menschen betrachteten allmählich das „Steinstöckl“ als eine Art „Brandschutz“, und beteten jeweils am 15. März jeden Jahres für ein feuerfreies nächstes Jahr. Die untertänigen Kinder legten dabei Blumen und Strohpuppen nieder und durften letztere anzünden. So war ein brandfreies Jahr sicher, zumal der Brand dadurch schon stattgefunden hatte. Familienfehde/Brudermord im Hause Haunsperg (13. Jh) 2905 Hinweis: Laut Annahme etlicher Forscher soll es sich bei dem ua in der Haunsperger Familienchronik beschriebenen (gegenseitigen) Brudermord im Burggang der St. Pankraz-Kapelle bei Nussdorf/Sbg um Hochfreie der letzten Generation, also mw um Söhne Ulrichs I. vHaunsperg gehandelt haben. Der Kampf müsste demnach zu Beginn des 13. Jahrhunderts bzw um die damalige Jahrhundertwende stattgefunden haben. Die vielfach angedachten Haunsperger Heinrich und Gottschalk II. - in der literarischen Darstellung Dypold und Hartold genannt, welche im Kampf gegen einander ums Leben kamen - scheinen jedoch als Hauptfiguren dieser Familiensaga insofern auszuscheiden, als sie in der Realität nicht gleichzeitig verstarben, sondern Heinrich 1211, Gottschalk II. 1215. Auch die als Zentralmotiv in den Vordergrund gestellte Liebe zur eigenen Schwester erscheint nicht nachvollziehbar (s.o.); die - man möchte vermuten in diesem Sinne speziell eingebrachte - Schwester 2903 Einige wurden in einer Eisentruhe auf dem Dachboden des Schlosses Hagen, ostseitig, aufbewahrt. Der Kaiserliche Rat Friedrich Tscherne konnte eines erwerben [= Anmerkung aus Tschernes Bericht]. OÖLMBibl, Ehem. SA Hagen, As fol. 27. Vgl Schäffer, F. Tscherne. 2904 OÖLMBibl, Ehem. SA Hagen, As 27. MGH, Necrologia, IV, 621, 198. A Martius, II id.15, Stift Kremsmünster. Schäffer, Merkwürdiges aus dem Hagen Linz, 23. Schäffer, Schloß Hagen bei Linz,159. 2905 Haunsperger Familienchronik, Hs im Stift Michaelbeuern (P. Mag. Michael Eppenschwandtner). Vgl Michalek, Haunsberg, 227ff.
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Adelsgeschlechter Hagen
Title
Adelsgeschlechter Hagen
Author
Hanna und Herbert Schäffer
Publisher
Austria-Forum
Location
Linz
Date
2014
Language
German
License
PD
Size
21.0 x 29.7 cm
Pages
406
Keywords
Oberösterreich, Linz
Categories
Geschichte Historische Aufzeichnungen

Table of contents

  1. Vorbemerkungen 1
  2. Die Herren Sunelburg und ihr Wappen 7
  3. Die Stammburg der Herren Sunelburg 16
  4. Stammtafel der Edlen Sunelburg 21
  5. Das Auftreten der Sunelburger in Urkunden 22
  6. Hohold (Irmingard PĂĽrten) 22
  7. Reginhard privignus 26
  8. Reginhard (I.) 28
  9. Walchun Sunelburg-Lungau 29
  10. Reginhard (II.) 30
  11. Elisabeth 31
  12. Beatrix 32
  13. Konrad (Benedicta von Haunsperg ) 37
  14. Beiträge zu mit den Edlen Sunelburg versippten Adelsgeschlechtern, den Sta 45
  15. Grafen Dornberg x - Lungau 46
  16. Dietmar I. (Irmingard vPĂĽrten ) 47
  17. Wolfram I. 49
  18. Hugo 49
  19. Dietmar II. 50
  20. Wolfram III. 54
  21. Edelfreien vAmerang - Schleunz 59
  22. Pabo 64
  23. Pabo I. Amerang-Schleunz (Elisabeth Sunelburg ) 65
  24. Pabo II. vAmerang-Schleunz (Anzbach, Elisabeth Waxenberg ) 68
  25. Otto I. Schleunz (Kunigunde Lengenbach/Velburg-Clam, Kunigunde Mern/Mähren)….………… 74
  26. Hochfreien Perg/Machland / Clam 83
  27. Walchun III. Machland-Lungau 85
  28. Hartlieb 87
  29. Otto II. (Kloster Erla ) 88
  30. Walchun IV. (Beatrix Sunelburg ) 94
  31. Grafen Bergtheim/Velburg -Clam 98
  32. Hermann (Adelheid Machland-Clam) 99
  33. Otto (Elisabeth Schleunz) 102
  34. Ulrich (Kunigunde Lengenbach) 105
  35. Stammtafel der Hochfreien Haunsperg 108
  36. Hochfreie Haunsperg 109
  37. Besitzungen der Hochfreien Haunsperg 114
  38. Linz/Donau -Haunsperger 119
  39. Meginhard I. 131
  40. Friedrich I. 132
  41. Benedicta (Schönhering , Sunelburg , Wilhering ) 134
  42. Luitgard (Erchenbert Moosbach ) 134
  43. Gottschalk I. (Otilia Wilhering) 138
  44. Friedrich III. de Lincz 140
  45. Ulrich I. (Adelheid von Au) 141
  46. Gottschalk II. 145
  47. Hinweise auf Elisabeth und Adelheid Haunsperg 152
  48. Stammtafel der Schönhering-Plankenberg 154
  49. Edlen Schönhering - Plankenberg 155
  50. Pernhart I. 160
  51. Engelbert I. Schönhering (Benedicta Haunsperg ) 162
  52. Engelbert II. Schönhering-Plankenberg (Kunigunde) 166
  53. Verbindung mit den Herrn Rosenberg/Witigonen (Witigo) 176
  54. Stammtafel der Rosenberg 176
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