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(Weihwasser) mit und trieb die Pferde zum Hohlweg. Bevor er einspannte, rief er „In Gottes Namen“. Im selben
Augenblick hörte er einen ungeheuren Krach, es roch nach Pech und Schwefel, und im nächsten Augenblick
brauste das Teufelsgespann durch die Luft davon, denn den Namen Gottes mochte der Höllische nicht hören.
Am nächsten Tag aber fand man den Bauern, der beim Vorspannen anstatt „In Gottes Namen“ immer „In
Kotznam“ gesagt hatte, von einem Baum erschlagen mitten im Hohlweg tot auf.
Die legendäre Gründung Waldsees/Schwaben (330 nChr) 2912
Hinweis: Die bei der Namen-gebenden Siedlung Waldsee gelegene einstige Burg auf der Burghalde, wo heute
die evangelische Kirche Bad Waldsees steht, wird als der Stammsitz der später in Österreich auftretenden Herren
vWallsee angesehen. Sie war an einem strategisch wichtigen Platz errichtet worden, direkt an der FernstraĂźe
Bodensee-Schussental-Donau. Eine frühe Erwähnung Waldsees findet sich (ua auf die Zerstörung durch die
Ungarn 926 hinweisend) 1280 im Kloster Weißenburger „Liber Possessionum“ [Buch der Besitzungen: „ad
Walahse, e curt dom a paganis desolota…“].
Im Jahre 330 soll der Römer Emerius im Auftrag der Kaiserin Helena eine Burg errichtet und sie seinem Sohn
Alban ĂĽbergeben haben:
„War zu dreihundert / und dreißig Jahr /
Von Christi Geburt merk´s undgefahr (ungelogen) /
Ein frommer Herr, Emerius genannt /
Ward aus Bissena in dies Land gesandt /
Von Helena, der heilgen Kaiserin /
Auf den Heiligen Berg in die Vöstin (Burg) /
Mit viel Heiltum (Reliquien) und Cleinethern (Kleinodien) /
Damit sie begabt den edlen Herrn /
Hernach als er sich hat besonnen /
Fing er an bei einem schönen Brunnen /
Der fiel auf drei Ellbogen /
In die Höhe / es ist nicht erlogen /
Ein Kastell baut er in kurzer Frist /
Merkt´s, wie es weiter ergangen ist /
In neun Monat` ward es vollendet /
Und von dem Herrn / Waldsee / genennet /
Das gemeine (einfache) Volk leidet da groĂźe Not /
Und arbeitet allein um das Brot /
Ein Sack mit Korn / so ein jeder Ring /
Möchte tragen / gilt gern drei Mark Pfennig /
Albano, seinem Sohn gab er ein /
Das Kastell / sollt sein Eigen sein /
Nennet ihn ein Herren von Waldsee /
Es ist geschehen in der neuen Ehe (Neuer Bund) …..“
Die Legende wurde einem 1486 in Ulm erschienen Geschichtsbuch „Thomas Lyrers von Rankweil alte
schwäbische Geschichten samt Chroniken eines ungenannten Autoris“ entnommen. In diesem Konnex verweist
Barczyk auf die Verquickung bzw Ăśbertragung bezĂĽglich der GrĂĽndungssage von Heiligenberg auf Waldsee. Das
Heiligenberger und das Waldseer Wappen hätten eine gewisse Ähnlichkeit, vor allem was die Farben betrifft,
beide seien in schwarz-weiĂź gehalten. Das Heiligenberger Wappen zeige eine schwarze Stiege in Silber, das
Waldseer einen silbernen Balken in schwarz.
Nach dem Verkauf der Wallseer GĂĽter 1331 an die Habsburger war die Burg zu Waldsee an Burkhard
vEllersbach, einen Gefolgsmann Kg Albrechts I. verpfändet worden, welchen jedoch die Ravensburger Bürger
wegen seiner Härte bekämpften und sogar die Burg angriffen.
Die Burg der Wallseer wurde nach 1343 nicht mehr erwähnt, war um diese Zeit vm bereits zerstört. Mittlerweile
seien bedauerlicherweise auch die wenigen Reste des Turmfundaments der Burg auf der Burghalde in Bad
Waldsee in der Sanierung von Räumlichkeiten der evangelischen Kirchengemeinde untergegangen.
Die Grafen vColloredo-Wallsee/Waldsee sollen Ende 18./Anfang 19. Jh „Rasen, Steine und Erde“ dieser ältesten
Wallseer Burg (der ursprünglichen Stammburg ihrer „frühest bekannten Vor- Träger des schwarz-weiß-
Wappens“), auf ihre Schlösser in Böhmen und Österreich transportieren lassen haben. Die Colloredo nannten
2912
Barczyk, Stadtarchivar Bad Waldsee, PI, PA 2013, 2014.
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Adelsgeschlechter Hagen
- Title
- Adelsgeschlechter Hagen
- Author
- Hanna und Herbert Schäffer
- Publisher
- Austria-Forum
- Location
- Linz
- Date
- 2014
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 406
- Keywords
- Oberösterreich, Linz
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen
Table of contents
- Vorbemerkungen 1
- Die Herren Sunelburg und ihr Wappen 7
- Die Stammburg der Herren Sunelburg 16
- Stammtafel der Edlen Sunelburg 21
- Das Auftreten der Sunelburger in Urkunden 22
- Hohold (Irmingard PĂĽrten) 22
- Reginhard privignus 26
- Reginhard (I.) 28
- Walchun Sunelburg-Lungau 29
- Reginhard (II.) 30
- Elisabeth 31
- Beatrix 32
- Konrad (Benedicta von Haunsperg ) 37
- Beiträge zu mit den Edlen Sunelburg versippten Adelsgeschlechtern, den Sta 45
- Grafen Dornberg x - Lungau 46
- Dietmar I. (Irmingard vPĂĽrten ) 47
- Wolfram I. 49
- Hugo 49
- Dietmar II. 50
- Wolfram III. 54
- Edelfreien vAmerang - Schleunz 59
- Pabo 64
- Pabo I. Amerang-Schleunz (Elisabeth Sunelburg ) 65
- Pabo II. vAmerang-Schleunz (Anzbach, Elisabeth Waxenberg ) 68
- Otto I. Schleunz (Kunigunde Lengenbach/Velburg-Clam, Kunigunde Mern/Mähren)….………… 74
- Hochfreien Perg/Machland / Clam 83
- Walchun III. Machland-Lungau 85
- Hartlieb 87
- Otto II. (Kloster Erla ) 88
- Walchun IV. (Beatrix Sunelburg ) 94
- Grafen Bergtheim/Velburg -Clam 98
- Hermann (Adelheid Machland-Clam) 99
- Otto (Elisabeth Schleunz) 102
- Ulrich (Kunigunde Lengenbach) 105
- Stammtafel der Hochfreien Haunsperg 108
- Hochfreie Haunsperg 109
- Besitzungen der Hochfreien Haunsperg 114
- Linz/Donau -Haunsperger 119
- Meginhard I. 131
- Friedrich I. 132
- Benedicta (Schönhering , Sunelburg , Wilhering ) 134
- Luitgard (Erchenbert Moosbach ) 134
- Gottschalk I. (Otilia Wilhering) 138
- Friedrich III. de Lincz 140
- Ulrich I. (Adelheid von Au) 141
- Gottschalk II. 145
- Hinweise auf Elisabeth und Adelheid Haunsperg 152
- Stammtafel der Schönhering-Plankenberg 154
- Edlen Schönhering - Plankenberg 155
- Pernhart I. 160
- Engelbert I. Schönhering (Benedicta Haunsperg ) 162
- Engelbert II. Schönhering-Plankenberg (Kunigunde) 166
- Verbindung mit den Herrn Rosenberg/Witigonen (Witigo) 176
- Stammtafel der Rosenberg 176