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Der Untergang der Blankenburg (12. Jh) 2908
Hinweis: Engelbert II. vBlankenberg/Plankenberg [Sohn aus der ersten Ehe der Hochfreien Benedicta
vHaunsperg mit Engelbert I. von Schönhering] vermählte sich in zweiter Ehe mit der Edlen Chunigunde, welche
als Witwe Witiko/Witigo III. von Prcice heiratete (s. o. Kapitel Plankenberg x). Die Blankenburg verfiel bald nach
dem Abtreten des Geschlechtes ihrer Erbauer und nach der vom Hochstift Passau angestrebten Auftragung des
Plankenberger Erbgutes durch Witigo an den Passauer Bischof. Heute sind vom Burggebäude und -Gelände
lediglich kaum wahrnehmbare Mauerreste bzw Gräben und Wälle erhalten.
Auf einem Felsen über der großen Mühl bei Neufelden im Mühlviertel erhob sich dereinst die Blankenburg/Burg
Plankenberg bei Neufelden im Mühlviertel, nicht weit von der Burg Pürnstein 2909
entfernt. Die Plankenberger
unterstützten die Witigonen im Kampf gegen König Wenzel in Südböhmen, wobei auch der Gemahl der
Plankenbergerin sein Leben verloren haben soll. Der Sage zufolge lebte die Witwe hierauf in ihrer Trauer
zurückgezogen auf der Burg Blankenberg, ließ des Öfteren ihr Pferd satteln und ritt aus. Eines Tages, ihr Pferd
trank gerade, glaubte sie verwundert eigenartigen befremdenden Saitenklang wahrzunehmen, an den sie sich
später erinnern sollte. Kurz darauf fasste sie den Entschluss, ihrer Einsamkeit ein Ende zu setzen und lud die
Bewohner der umliegenden Burgen zu sich ein. Außer den Pürnsteinern folgten alle der Einladung. Während der
Festlichkeit vernahm die Plankenbergerin plötzlich wiederum den unheimlichen Saitenklang und kurz darauf
erscholl Kampfgeschrei und Waffenlärm. Die Pürnsteiner waren gekommen, jedoch nicht in friedlicher Absicht.
Bald stand die Burg in Flammen. Plötzlich glaubte die Burgherrin einen Geigenspieler mit grässlicher Tonfolge
über die Flammen hinwegschweben zu sehen und zu hören, was sie sofort schaudernd an den Teufel denken
ließ.
Eine zweite Version besagt, dass die Burg während einer Hochzeit zwischen den Plankenbergern und
Tannbergern ein Raub der Flammen wurde.
Der dritten Variante zufolge verlor die Burgfrau vBlankenberg ihren Gemahl im Kreuzzug und betrauerte ihn
Jahre-lang. Auch sie hörte, wie bei der ersten Version, beim Heimritt seltsame Klänge. Durch den Nebel sah sie
einen schwarzen Geiger auf einem Felsen sitzen, welcher verschwand, als sie sich näherte. Angeregt durch den
Klang der Geige entschloss sie sich, ein Burgfest zu arrangieren. Um Mitternacht erkannte sie unter den
Musikanten den schwarzen Geiger und verließ entsetzt die Burg. Bald darauf wurde Blankenberg zerstört. 2910
Der historisch greifbare Kern der letzten Variante weist auf die Witwe Ulrichs vPlankenberg, des letzten
männlichen Sprosses der Burgherren von Blankenberg, welcher 1191 im Kreuzzug sein Leben ließ.
Das Teufelsgespann von Sindelburg (o.D.) 2911
Hinweis: Der Hagen war über seine Besitzer - einerseits Benedicta vSunelburg, die Gemahlin Cholos II.
vWilhering-Waxenberg, andererseits in späterer Zeit durch die Herren vWallsee - mit diesem Ort am
nordwestlichen Rand des Mostviertels in eine gewisse Beziehung getreten. An der Wappen-Wand der Kapelle
des Schlosses Hagen hatte sich auch jenes der Sunelburger befunden. Die hier erwähnte Sage zeigt eine
annähernd topographisch-sagenmäßige Parallele zwischen der Lage des Hagen und jener des geschilderten
Haghofes, des Hohlweges und bezüglich des Auftretens des Teufels [im Hagen beim ehem. Bauernhof
Schableder/ Schoberloder im oberen Bereich des Hell-/Hohlweges].
Zum Haghof in der Sindelburger Pfarre führte aus den Niederungen der Au ein tiefer, steiler Hohlweg hinan, den
vor Zeiten auch der Teufel benützte, wenn er Schätze heimfuhr. Zuweilen hatte er so schwer aufgeladen, dass
seine Pferde die Steigung nicht allein bewältigen konnten. War dies der Fall, pochte er an die Türe des Haghofes
und bat um Vorspann. Als der Hagbauer der Aufforderung nicht nachkommen wollte, stampfte der Teufel wütend
mit seinem Klumpfuß an das Haus und versprach schließlich dem Bauer eine Handvoll Taler als Lohn. Daraufhin
leistete der Bauer Vorspann. So kam der Hagbauer zu ansehnlichem Reichtum.
Eines Tages aber war der Bauer nicht zuhause, als der Teufel erschien und wütend das Haus beutelte. So befahl
die Bäuerin dem Knecht, er möge Vorspann leisten. Der verängstigte Knecht nahm heimlich einen „Weihbrunn“
2908
Schautafel Burgruine Blankenberg. Ecker, Naturdenkmäler im Oberen Mühlviertel, 26. Wacha, PI Dezember
1998.
2909
Die Pürnsteiner waren Ministerialen (Dienstleute) der Plankenberger (s.o. Kapitel Plankenberg x), Alram de
Birchensteine, erw 1170. vClam-Martinic Georg, „Burgen und Schlösser in Österreich“, 247f: den Plankenbergern
folgten die Witigonen als Burgherrn, von 1231>1803 das Bistum Passau; heute in Privatbesitz.
2910
Ecker, Naturdenkmäler im Oberen Mühlviertel, 26.
2911
Adl, Mostviertel, 62. Vgl Parallele Hagen-Schoberloder-Hohlweg: Schäffer, Merkwürdiges aus dem Hagen
Linz, 7f, 22. Schäffer, Schloß Hagen bei Linz, 154.
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Adelsgeschlechter Hagen
- Title
- Adelsgeschlechter Hagen
- Author
- Hanna und Herbert Schäffer
- Publisher
- Austria-Forum
- Location
- Linz
- Date
- 2014
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 406
- Keywords
- Oberösterreich, Linz
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen
Table of contents
- Vorbemerkungen 1
- Die Herren Sunelburg und ihr Wappen 7
- Die Stammburg der Herren Sunelburg 16
- Stammtafel der Edlen Sunelburg 21
- Das Auftreten der Sunelburger in Urkunden 22
- Hohold (Irmingard Pürten) 22
- Reginhard privignus 26
- Reginhard (I.) 28
- Walchun Sunelburg-Lungau 29
- Reginhard (II.) 30
- Elisabeth 31
- Beatrix 32
- Konrad (Benedicta von Haunsperg ) 37
- Beiträge zu mit den Edlen Sunelburg versippten Adelsgeschlechtern, den Sta 45
- Grafen Dornberg x - Lungau 46
- Dietmar I. (Irmingard vPürten ) 47
- Wolfram I. 49
- Hugo 49
- Dietmar II. 50
- Wolfram III. 54
- Edelfreien vAmerang - Schleunz 59
- Pabo 64
- Pabo I. Amerang-Schleunz (Elisabeth Sunelburg ) 65
- Pabo II. vAmerang-Schleunz (Anzbach, Elisabeth Waxenberg ) 68
- Otto I. Schleunz (Kunigunde Lengenbach/Velburg-Clam, Kunigunde Mern/Mähren)….………… 74
- Hochfreien Perg/Machland / Clam 83
- Walchun III. Machland-Lungau 85
- Hartlieb 87
- Otto II. (Kloster Erla ) 88
- Walchun IV. (Beatrix Sunelburg ) 94
- Grafen Bergtheim/Velburg -Clam 98
- Hermann (Adelheid Machland-Clam) 99
- Otto (Elisabeth Schleunz) 102
- Ulrich (Kunigunde Lengenbach) 105
- Stammtafel der Hochfreien Haunsperg 108
- Hochfreie Haunsperg 109
- Besitzungen der Hochfreien Haunsperg 114
- Linz/Donau -Haunsperger 119
- Meginhard I. 131
- Friedrich I. 132
- Benedicta (Schönhering , Sunelburg , Wilhering ) 134
- Luitgard (Erchenbert Moosbach ) 134
- Gottschalk I. (Otilia Wilhering) 138
- Friedrich III. de Lincz 140
- Ulrich I. (Adelheid von Au) 141
- Gottschalk II. 145
- Hinweise auf Elisabeth und Adelheid Haunsperg 152
- Stammtafel der Schönhering-Plankenberg 154
- Edlen Schönhering - Plankenberg 155
- Pernhart I. 160
- Engelbert I. Schönhering (Benedicta Haunsperg ) 162
- Engelbert II. Schönhering-Plankenberg (Kunigunde) 166
- Verbindung mit den Herrn Rosenberg/Witigonen (Witigo) 176
- Stammtafel der Rosenberg 176